Das Konzept der Psychologischen Spiele in der Transaktionsanalyse

Teil 4: Praxis der Konfliktberatung angesichts Psychologischer Spiele

Spieleinladungen und Beendigungsmöglichkeiten

Die Psychologische Spiele sind ein Konzept der Transaktionsanalyse, das sich mit kommunikativen Muster manipulativer Natur beschäftigt. Zumeist sind diese Psychologischen Spiele destruktiver Natur. Schon Eric Berne, der Begründer der Transaktionsanalyse hat dieses Konzept maßgeblich entwickelt. Mit seinem – man kann schon sagen – Bestseller „Spiele der Erwachsenen („Games People Play“, 1964) hat er maßgeblich den frühen Erfolg der Transaktionsanalyse als Schule der Humanistischen Psychologie herbeigeführt.

In diesem vierten Teil unserer kleinen Beitragsreihe geht es um die Zusammenhänge in der Praxis und deren komplexe Kommunikationsstrukturen, die sich mithilfe des Spielekonzepts erkennen, wenn nicht gar entschlüsseln lassen.

Kleine Beitragsreihe zu den Psychologischen Spielen der Transaktionsanalyse:

Einführung

Das Konzept der Psychologischen Spiele lässt sich nicht nur dazu verwenden, in der Konfliktberatung und Mediation Konfliktdynamiken zu vermittelnd zu entschleunigen und – gewissermaßen typisch für ein psychologisches Konzept des 20. Jahrhunderts – aufzudecken und die Beteiligten letztlich „davon zu befreien“. Spiele sind der TA-Theorie nach ein Teil des Lebensskripts, von dem sich der Klient in der Therapie, wenn schon nicht befreien, so doch zumindest noch einmal bewusst und im Vollbesitz seiner psychischen Kräfte neue Stellung zu beziehen hat (Neuentscheidungstherapie nach Goulding). Letztlich ist es also auch für die TA-Revolutionäre „ok“, wenn Erwachsene das tun, was sie von den Eltern beigebracht bekommen haben, nur sollte das eine autonome, gegenwärtige Entscheidung sein, statt eine in der Kindheit angenommene, nunmehr unbewusst übernommene und eingeübte Vorgehensweise. Die Transaktionsanalyse strebt insoweit von Automatismen zur Autonomie des Menschen. Insoweit kann das Spiele-Konzept als Diagnose- und Interventionskonzept für den zugrundeliegenden Konflikt genutzt werden.

Darüber hinaus kann das Spiele-Konzept aber auch vom Mediator genutzt werden, um die Mediationsgespräche selbst möglichst spielfrei zu gestalten. Mit der Idee vom Parallelprozess (in) der Mediation ist das auch ganz naheliegend. Also die Annahme, dass sich in der mediativen Bearbeitung des Konflikts derselbe Konflikt auch in der Mediation, vielleicht mit anderen Rollenverteilungen, aber im Prinzip identisch, zeigen und etablieren wird. Hier dient das Spiele-Konzept als Diagnose- und Interventionskonzept für die Gestaltung der Mediationsgespräche.

Deshalb ist es für Mediator*innen und Berater*innen wichtig, Spieleinladungen anderer zu erkennen bzw. die eigene Anfälligkeit studiert zu haben und im Blick zu behalten.

Wichtig ist im Umgang mit Psychologischen Spielen, dass es kaum je um die Thematik der Spiele selbst geht, sondern um die damit verbundenen Bestätigungen der Lebenserfahrungen und damit um die psychologischen Absicherungen der einst getroffenen „Schlussfolgerungen“. Spiele sind einerseits Skriptbestätigungsveranstaltungen und andererseits verzweifelte, aber Versuche, neue Erfahrungen zu machen. Es lohnt sich für die Konfliktbearbeitung deshalb wenig, die konkreten Inhalte zu thematisieren, zu relativieren oder zu widerlegen, sondern sich vielmehr klug und respektvoll den Lebensthemen und -positionen zu nähern. Doch dafür ist keineswegs immer in einer Mediation Zeit, Raum und Bereitschaft vorhanden.

1. Spiele-Einladungen

Sie eröffnen das Psychologische Spiel aus der Perspektive des Spielers, doch müssen sie dafür vom potenziellen Mitspieler auch angenommen werden. Ansonsten verpufft die Einladung und „fordert“ eine weitere Einladung. Transaktionsanalytisch handelt es sich um eine doppelbödige (Trans-)Aktion. Die TA geht davon aus, dass die psychologische Ebene dieser doppelbödigen Aktion und ggf. Transaktion intensiver Fortgang der sozialen Interaktion bestimmen wird, als die soziale Ebene der Transaktion.

Die spieleinladende (Re-)Aktion dient als Köder oder Falle, obschon ihr regelmäßig das intentionale Moment fehlt. Spieleinladungen sind unbewusst. Andernfalls handelt es sich um ein Manöver, wie Eric Berne es formulierte.

Spieleinladungen werden nicht selten in jeder Art von Abwertung oder – gegensätzlich – in Übertreibungen, sog. Grandiositäten, gesehen. Sowohl derartige Übertreibungen als auch Abwertungen werden transaktional mit einer negativen Grundeinstellung geäußert und damit aus einer der Rollenmuster des Dramadreiecks, als einer Retter-, Opfer- oder Verfolgerrolle.

Beispiele

  • Gesprächsbeginn unter Freunden: „Ich halte das einfach mit meinem Chef nicht mehr aus!“
  • Unter Freunden, Bekannten, Kollegen: „Da müsste man auch mal sagen, was Sache ist!“;
  • „Dieses Zaghafte in der Politik geht nicht mehr lange gut, die müssen da viel härter durchgreifen!“;
  • „Früher hätte es das so nicht gegeben…!“;
  • „Was für ein Warmduscher, dieser Neue!“;
  • (unaufgefordert): „An Ihrer Stelle würde ich kein rosa Hemd tragen, da stehen Ihnen andere Farben viel besser…!“ etc.

1. Spieleinladungen aus den drei Drama-Ecken

  • Spieleinladungen aus der Verfolgerrolle: …sind zurechtweisend, herabsetzend und vorwurfsvoll, nicht selten aus heiterem Himmel, ungefragt; manchmal auch einfach nur ein Stöhnen, Stirnrunzeln oder sonstige Äußerungen, die klärendes Nachfragen „provozieren“…bei dem aber schon erahnbar ist, dass es nicht zu einer (Auf-)Klärung kommen wird, sondern zu Selbstdarstellungen, Anklagen, Selbstgerechtigkeiten.
  • Spieleinladungen aus der Retterrolle:..sind hilfreich und stets gut gemeint, aber ungefragt, wirken übergriffig oder herablassend, Retterstarts mischen sich in fremde Angelegenheiten ein und diese auch auf. Die Spieleinladungen aus der Retterrolle sind sozial zumeist sehr willkommen und schwer als eskalierend erkennbar; Ihre Ablehnung gleicht schon einem leichten Skandal…
  • Spieleinladungen aus der Opferrolle:…Tollpatschigkeit, unwissendes und unterwürfiges Verhalten, übertrieben schüchtern, einen Sog aufbauend, sich zu sehr stützend auf die „Überzeugung“, da müsse man doch helfen!

2. …und ewig lockt das Spiel!

Spieleinladungen locken Komplementärspieler*innen an, Retter finden Opfer, Verfolger auch. Und Opfer finden Retter und Verfolger auch. Und Verfolger finden Opfer – und zumeist weitere Verfolger, die zunächst als Retter daherkamen. Durcheinandergekommen? Gut, genau das ist das Merkmal von Konfliktdynamiken im Dramadreieck. Aber, so ein bisschen Wildweststimmung kommt eben auf. Zuweilen fühlt es sich so an, als wäre man ausgeliefert, sogleich aber auch, als wäre (einem selbst) vieles, wenn nicht gar alles erlaubt – schließlich reagiere man ja nur, Schuld trägt letztlich der andere. Und auch das Gefühl auf der richtigen Seite der Wertescheide zu stehen, hält nicht lange an oder verkommt, weil der Preis einfach zu hoch ist. Und hinter der nächsten Kommunikationsecke lauert schon die Erkenntnis, der andere zieht auch schnell, schlägt auch seine Haken und Wachsamkeit ist oberstes Gebot. Und schon ist man mitten drin, in der weiteren Eskalationsstufe des Konflikts.

Wer seine Spielanfälligkeit nicht kennt und diese im liebenden Griff hat, der tappt in die Falle – erst recht in der Vermittlerrolle eines eskalierten Konflikts, der seinen Weg in eine Mediation gefunden hat.

Aber Vorsicht: Nicht jeder Konflikt ist ein Psychologisches Spiel und seine Dynamik kein Beweis für die „Existenz“ eines Dramadreiecks.

Spieleinladungen konfigurieren das Beziehungs- und Kommunikationsmuster und können in das beliebte Petzspiel münden, wer denn angefangen habe mit dem Dramadreieck. Doch hier gilt, was Christoph-Lemke (1990) herausgearbeitet hat: Es gibt immer mindestens zwei Spieler mit je einem eigenen Spiel – und damit vorliegend auch stets zwei Einladungen. Die Suche nach dem Anfang, wo die Schuld vermutet wird, führt nicht weiter.

Blogbeitrag: Ersatzgefühle in der Mediation

2. Spielverläufe

Typisch für Mediationen ist, dass Spieleinladungen und -züge immer mehrere Optionen belassen und die Rollenzuordnung nicht abschließend oder gar eindeutig möglich ist, sondern von den nachfolgenden Reaktionen abhängt. Sie sollen hier beispielhaft andeutend illustriert werden.

Situation I: Zwei aufgebrachte Teammitglieder in der Mediation.

Bei A platzt es nun der ganze Ärger, gepaart mit einem Schuss Selbstgerechtigkeit heraus:

A: „Mit B kann man nicht arbeiten! Wie der manchmal zur Arbeit erscheint und was dann passiert, das ist einfach…unerhört/unerträglich/aberwitzig etc.!“

B kann darauf – mit Blick auf die Mediationsperson – unterschiedlich reagieren:

  • B kann völlig überrascht davon oder empört darüber sein. (Offene Klärungsfrage oder Grenzziehung, Rollenklarheit)
  • Oder B tut überrascht oder spielt Empörung oder tut entsetzt über derlei Ausbrüche – ebenfalls mit Blick auf die Mediationsperson (Opferrolle)
  • Oder  oder tut abgeklärt und wissend, weil er diese „alte Leier“ kennt (und erhebt sich über die Klage und Empörung des anderen, Verfolgerrolle)

Spieleinladung: Die Spieleinladung erfolgt als unklare Mischung zwischen Vorwurf (Verfolger; „Dir zeig ich’s! Das lass ich mir nicht bieten…“) und Leidensbeschreibung (Opfer, „Sehen Sie, mit dem muss ich arbeiten…!“)

Die Reaktion des Mitspielers B sowie die Reaktion der Mediationsperson M, aber auch das Verständnis von A über die Reaktionen von B und M entscheiden über den weiteren Verlauf.

Situation II: Mediator fragt konkretisierend nach.

Mediator z.B.: „Was ist denn aus Ihrer Sicht konkret vorgefallen…“?

(Diese Frage kann verfolgerisch geäußert werden oder auch nur verfolgerisch ankommen, obschon sie klarstellend gemeint war und zur Klarheit beitragen sollte. Hier ist also nicht nur die Spielanfälligkeit des Mediators bedeutsam, sondern auch, ob und inwieweit er damit rechnet, dass er missverstanden werden kann und das ebenso dramatischen Einfluss auf den Fortgang hat.) 

mögliche Spielanfälligkeit – Retter:

Aber in der Nachfrage bzw. in der Auftragsannahme selbst kann bereits die Möglichkeit der Rettungsbereitschaft mitschwingen oder auch nur von Konfliktparteien vermutet werden. Überspitzt gesagt, kann das Mediationsangebot bereits als Spieleinladung (miss-)interpretiert werden…denn – wenn die Welt der Beteiligten das so sieht – wer tut sich schon freiwillig ein Konfliktgespräch an, zumal dasjenige von anderen Parteien?!  Für eine kommunikative Opfer-Retter-Dynamik kann das bereits ausreichen; Da braucht sich der Mediator nicht einmal ausdrücklich zu konkreten Rettungsversuchen hinreisen lassen und z.B. Lösungsideen erarbeiten, die dann alle abgelehnt werden…

Beispiele: für Konflikte beim Arbeiten auf Distanz

…Haben Sie schon versucht…? // …Sie könnten doch…!“

  • Gleitzeitregelungen nutzen
  • Sich Umsetzen und aus dem Weg gehen
  • Sich gegenseitig ins Bild zu setzen

Am Konzept der Psychologischen Spiele lässt sich auch noch einmal gut darstellen, was es (misslicherweise) bewirken kann, wenn die Mediationsperson Vorschläge einbringt. Vorschläge erscheinen eben mit dieser TA-Brille als Rettungsversuche, die die Konfusion der Beteiligten eher vergrößern, denn zur Klärung beitragen.

Irritationen kommen zudem auf, wenn der Mediator andeutet, dass das wirklich ein schwerer Fall ist und er hier ans Ende seines Lateins kommt (Opfer). Das ist mitunter eine neue Einladung für ein Spiel, bei dem es darum geht, wer am meisten beim Mediator mit konstruktiven Vorschlägen punktet…(Dabei gilt freilich auch, dass das kommunizierte Loslassen des Mediators – „Ich gebe auf…!“ – durchaus auch eine wirksame, blockadedurchbrechende Intervention sein kann – und die Mediation „rettet“ ohne Schäden herbeizuführen.)

3. Spielbeendigungen

Psychologische Spiele können freilich bis zu Ende gespielt werden, bis zum bitteren Ende. Die Spielstadien können bis zum dritten Grad aufgedreht werden und die sozialen Beziehungen darunter leiden. Im Folgenden soll es aber darum gehen, wie Psychologische Spiele vorher beendet oder mittendrin abgebrochen werden können.

Dafür steht ein gestuftes Vorgehen zur Verfügung.

Bewusstes Beenden Psychologischer Spiele

Der erste Schritt ist das bewusste Wahrnehmen, das Be-Merken, dass hier im Klärungsprozess ein Psychologisches Spiel läuft. Das heißt, Einladungen werden ausgetauscht, Einladungen wurden angenommen, Psychologische Spiele werden am Laufen gehalten oder zumindest ohne Konfrontation geschehen gelassen. Diese Vorgänge bewusst wahrzunehmen, ist dabei der persönliche und wichtige Beitrag für ein „gutes Beenden“. Das ist zumeist gar nicht so einfach und ohne fremde Hilfe kaum möglich. Deshalb ist Supervision für Mediator*innen ein wichtiges Instrument, die Qualität der Mediation zu sichern.

1. Konzeption: Dramadreieck

In der Praxis – auch der Mediation – hilft für diesen Schritt das Denkmodell des Dramadreiecks. Die eingängige Darstellung und Dynamik zwischen den drei klassischen Rollenmustern sind schnell verstanden und auf die eigene Lebenserfahrung übertragbar. Die psychologische Falle besteht in der Regel darin, dass man sich als Opfer der anderen im Dreieck wiederzufinden glaubt und aus dieser kommunikativen Rolle heraus den nächsten Move macht: andere zum Täter und sich zum Opfer.

2. Beobachten

Es hilft, zunächst erstmal nur zu beobachten, wie man selbst agiert – erst recht als Mediator*in; Hypothesen bilden, wie man agieren würde ohne die kognitive Brille des Dramadreiecks und wie andere re-agieren würden, wenn man nun dies oder jenes tun würde. Auf diese Weise lässt sich innerer Abstand gewinnen.  Damit sind wieder flexible Reaktionsmöglichkeiten eröffnet – und das Erleben, sich eingezwungen zu fühlen, ge- und bedrängt, irgendwie im Konflikt eingeopfert zu sein, löst sich auf.

Ausstiegsmöglichkeiten aus Psychologischen Spielen

Was sind sodann möglich Schritte raus aus dem Psychologischen Spielen?

1. Wahrnehmung mitteilen

Mitteilung dieser Wahrnehmung in einer Ok-ok-Haltung und damit nicht in einem Rollenmuster des Dramadreiecks; sondern als wohlwollender Konfrontierer, der auf Widersprüche aufmerksam macht, die die Kommunikationspartner fabrizieren. Damit eröffnet sich die Chance für die Beteiligten, raus aus dem Dramadreieck zu steigen und an den „Runden Verantwortungstisch“ zu gehen.

2. Öffnende Fragen stellen

Öffnende Fragen, die aufrichtiges Interesse signalisieren und sowie den Wunsch nach Situationsklärung und Personenverständnis verdeutlichen:

    • Woran arbeiten wir/sie eigentlich? Woran arbeitest Du aktuell genau?
    • Was wollen sie hier erreichen? Was möchtest Du erreichen?
    • Worum geht es uns gemeinsam?“

3. Entscheidungen einfordern, ohne zu verfolgen

Soweit die persönliche Verantwortungslage geklärt ist, können auch entsprechende Entscheidungen oder Aktivitäten eingefordert werden. Entsprechend sind die persönlichen Übernahmen in dieser Hinsicht zurückzunehmen („Ich werde das ab jetzt nicht mehr für Dich tun…“)

Achtung: NICHT VERFOLGERISCH einfordern! ;-)

4. Fürsorge signalisieren, ohne zu retten.

Nachfragen nach Bedürfnissen und Wünsche sind natürlich auch hilfreich und erlaubt, aber nicht bei der Bedingung, diese Bedürfnisse oder Wünsche dann auch zu erfüllen. Mitspieler können diese Dinge meist gar nicht für den anderen erfüllen.

5. Bedürfnisse anmelden, ohne sich hilflos zu machen.

Nicht selten verhindern Psychologische Spiele, dass die echten Gefühle geäußert werden, wichtige Bedürfnisse angesprochen und erfüllt werden; unser Kind-Ichzustand hat Angst vor Ablehnung und verführt zum manipulativen Spielen. Ein Spiel endet auch, wenn derartiges dysfunktionales Verhalten durch produktives funktionales Verhalten ersetzt wird. Aber Achtung, ein Automatismus besteht hier nicht.

Frühwarnsystem aufbauen – Erfahrungen nutzen

1. Signalwörter beachten

Übertreibungen, Grandiositäten, Abwertungen beachten, z.B. „immer“, „nie“, „jedes Mal“, aber auch „eigentlich“, „ich versuch’s mal…“, „die Zeit nehme ich mir“…etc.

Sprechen Sie auch Doppelbödigkeiten an, hinterfragen Sie wohlwollend, worum es im Grunde geht, wenn Sie eine Doppelbödigkeit vermuten. Oder ignorieren Sie sie ganz.

2. Geben und fordern Sie wertschätzendes Feedback ein

Stroken Sie mit konstruktivem Feedback, sorgen Sie sich um ihren Stroke-Haushalt, aber unterdrücken Sie nicht Ärgergefühle und sonstige sozial weniger adäquates Ansprechen negativer Aspekte.

3. Keine Abwertungen, keine Grandiositäten, sie provozieren

4. Denken, fühlen und arbeiten Sie nicht für andere – erst recht nicht für Ihre Klient*innen, Coachees, Mediant*innen

Als Prozess-Berater haben Sie genügend andere Aufgaben und Anforderungen zu erfüllen, um Ihren Job gut zu machen. Sich obendrein noch mit den Aufgaben der anderen zu beschäftigen, überfordert zumeist. Dies gilt umso mehr, wenn diese Aufgaben höchstpersönlich sind, wie z.B. Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen etc.

5. Metakommunikation frühzeitig und präventiv anregen und einfordern

Zuletzt sei noch einmal darauf hingewiesen, dass nicht jedes kommunikative Missverständnis, jeder Irrsinn oder dergleichen bereits ein Psychologisches Spiel darstellt. Im Konflikt ist es eher die Regel, dass die Beteiligten auch auf ihrem direkten Weg zur Klarheit und beiderseitigem Verständnis Missverständnisse erleben und Überraschungen ermöglichen. Der Teil beweist nicht die Existenz des Ganzen. Eine spielähnliche Kommunikationssequenz ist noch kein Beweis, dass ein Psychologisches Spiel läuft.

  • Berne, Eric: Games people play, New York 1964 (deutsch: Spiele der Erwachsenen, 20. Auflage, Hamburg 2001);
  • English, F.:  Transaktionsanalyse. Gefühle und Ersatzgefühle in Beziehungen, Salzhausen 2001.
  • Stewart, Ian / Joines, Vann: Transaktionsanalyse. Eine Einführung, Freiburg 2010;
  • Christoph-Lemke, Charlotte: Psychologische Spiele – eine erweiterte Betrachtung für Analyse und Intervention, in: Lesebuch zum 11. DGTA-Kongress, 1990, S.109 – 126.
  • Gührs, M./Nowak, C.: Das konstruktive Gespräch. Ein Leitfaden für Beratung, Unterricht und Mitarbeiterführung mit Konzepten der Transaktionsanalyse, 7. Auflage, Meezen 2014;
  • Weigel, Sascha: Konfliktmanagement in der Verwaltung des aktivierenden Verwaltungsstaates mit Transaktionsanalyse und transaktionsanalytisch fundierter Mediation, Berlin 2012.