INKOVEMA-Podcast „Gut durch die Zeit“

#248 GddZ

Zukunft der Arbeitswelt – Zukunft der Konfliktwelt

future skills

Im Gespräch mit Michael Neÿ

Soziologe mit sozialpsychologischem Schwerpunkt, systemischer Coach und Supervisor. Seit 2020 am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung, (f-bb) seit 2022 als Projektgruppenleiter am Standort Magdeburg. Inhaltlicher Schwerpunkte „Leben und Arbeiten in der digitalisierten Welt“ und „psychoanalytische Sozialpsychologie in der Organisationsentwicklung“. Im Fokus steht die Frage nach menschlicher und organisationaler Resilienz im Wandel – insbesondere aus dem Blickwinkel der Biographieforschung. Seit ist er 2020 außerdem in der Leitung des Zukunftszentrums Digitale Arbeit Sachsen-Anhalt (ZZST), mit dem Ziel den digitalen Wandel im Bundesland kritische reflektiert umzusetzen.

Für das f-bb ist Michael Neÿ im Vorstand des Nationalen Forums Beratung (nfb) und arbeitet an den Themen Professionalisierung der Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung (BBB-Beratung) sowie Kompetenzanforderungen von Beratung im digitalen Wandel (inkl. KI).

Daneben engagiert er sich als Mitglied in der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie im Themenfeld Tiefenhermeneutik, mit dem Blick auf das Verstehen latenter, unbewusster Dimensionen sozialer Interaktionen, Kommunikationsprozesse und der Kultur einer Organisation.

Kleine Reihe:  Felder von Mediation

Inhalt

Kapitel:

0:04 – Einführung in die Arbeitswelt
7:58 – Konfliktpotenziale in der digitalen Arbeitswelt
17:25 – Technologie und ihre Auswirkungen auf Kommunikation
27:31 – Ambiguitätstoleranz im Arbeitsumfeld
40:04 – Die Rolle der Menschlichkeit in der digitalen Zukunft

ausführliche Zusammenfassung

In dieser Episode des Podcasts „Gut durch die Zeit“ greife ich das Thema der Arbeitswelt auf, insbesondere in Bezug auf die Herausforderungen und Konfliktpotenziale, die mit der fortschreitenden Digitalisierung einhergehen. Ich habe Michael Neÿ, einen erfahrenen Berater und Mitarbeiter des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung, eingeladen, um gemeinsam den Wandel in der Arbeitsumgebung zu diskutieren. Wir sprechen über die Notwendigkeit, die sozialen und kommunikativen Kompetenzen der Mitarbeitenden zu fördern, um den Anforderungen einer zunehmend digitalen Arbeitswelt gerecht zu werden.

Michael liefert wertvolle Einblicke in seine Arbeit am Forschungsinstitut, wo der Fokus auf der Entwicklung von Berufsbildern und dem Bereich der Aus- und Weiterbildung liegt. Wir beleuchten, welche Kompetenzen in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt unerlässlich sind und wie sich diese im Kontext von Bildung und beruflicher Entwicklung manifestieren. Dabei steht die Frage im Raum, was es bedeutet, heute eine Ausbildung zu haben und welche Fähigkeiten in der Zukunft gefragt sein werden. Michael weist darauf hin, dass wir uns der Tatsache bewusst sein müssen, wie wir uns auf die digitalen Veränderungen einstellen und welche praktischen Maßnahmen wir ergreifen können, um den digitalen Wandel nicht nur zu akzeptieren, sondern aktiv daran teilzuhaben.

Ein zentrales Thema unserer Diskussion ist die Achtsamkeit in der Kommunikation, besonders im digitalen Raum. Wir erörtern, wie Missverständnisse in der online Kommunikation zunehmen und welche Rolle unreflektierte Erwartungen an die Reaktionszeiten in unserer heutigen Arbeitsweise spielen. Die Technology selbst ist neutral, doch die damit verbundenen Erwartungen sowie der Umgang mit diesen Technologien können zu Konflikten führen. Wir analysieren, wie eine Kultur des reflektierten Umgangs mit Technologie dazu beitragen kann, Stress und Überlastung zu reduzieren, und welche Verantwortung Führungskräfte in diesem Prozess tragen.

Weiterhin erörtern wir die sozialen Dynamiken zwischen den Generationen am Arbeitsplatz. Michael betont, dass Stereotype zwischen den Generationen häufig falsch verstanden werden und dass es im Umgang miteinander wichtiger denn je ist, zuzuhören und sich auf die individuellen Perspektiven zu konzentrieren. Es ist entscheidend, in Konfliktsituationen nicht mit vorgefertigten Meinungen zu agieren, sondern die richtigen Fragen zu stellen, um das Verständnis zwischen den Mitarbeitenden zu fördern.

Abschließend diskutieren wir die zentralen Fragen unserer Zeit: Was bedeutet „Arbeit“ in einer Welt, in der viele Tätigkeiten von Maschinen übernommen werden können? Wie definieren wir uns selbst, wenn unsere berufliche Identität nicht mehr so stark an die Arbeit gebunden ist? Die Antworten darauf sind nicht nur für die Individuen, sondern auch für die Unternehmen von entscheidender Bedeutung, um zukunftsfähig zu bleiben.

Die Erkenntnisse aus diesem Gespräch sind nicht nur für Fachleute im Bereich der Organisation und Weiterbildung relevant, sondern auch für jeden, der an der Zukunft der Arbeitswelt interessiert ist. Es ist ein Appell, flexibel zu bleiben, den Wandel aktiv zu gestalten und die sozialen Aspekte der Arbeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Vollständige Transkription

(KI-generiert)

 

[0:04]
Einführung in die Arbeitswelt
[0:00]Also ich glaube erstmal, dass die Technologie, über die wir reden, neutral ist. Und auch die Geschwindigkeit, in der da was passiert, ist eigentlich neutral. Das Problem entsteht durch die Erwartungsweichung, die damit einhergeht, dass es Menschen unreflektiert diese Technik nutzen. Herzlich willkommen zum Podcast Gut durch die Zeit, der Podcast rund um Mediation, Konfliktcoaching und Organisationsberatung, ein Podcast von INKOVEMA. Ich bin Sascha Weigel und grüße dich zu einer neuen Folge. Die heutige Folge dreht sich um die Arbeitswelt oder um das, was wir morgen und in naher Zukunft Arbeitswelt nennen wollen, von der noch niemand so genau weiß, wie sie ausschauen wird. Aber einige beschäftigen sich damit und die müssen sich auch mit den Konflikten und Konfliktpotenzialen, die entstehen können, da auseinandersetzen. Und weil das Ganze recht komplex ist und immer auch mit Technologie verbunden ist und dort auch der Faktor Mensch natürlich im Zentrum steht, zumindest aber beachtet werden will.
[1:04]Habe ich mir einen ganz kompetenten Gesprächspartner dafür eingeladen, der sich mit dem Thema auskennen muss. Herzlich willkommen, Michael Neÿ. Hallo, schön, dass ich da sein darf. Und ich freue mich ganz besonders, denn das ist von langer Hand geplant. Zumindest haben wir schon eine gefühlte Ewigkeit verschiedenste Projekte miteinander angehen wollen und können. Und jetzt klappt es und zwar ganz passend auch zu unseren Kompetenzen. Du bist…
[1:36]Seitdem ich dich kenne, Kollege gewesen, Berater, Coach und auch früher in der Jugendarbeit tätig gewesen. Etwas von meinem Studium, wo ich tätig war. Und jetzt beschäftigst du dich mit der Arbeitswelt und deren Entwicklungen. Vielleicht von da ausgehend, was machst du momentan und was ist dort der Fokus deiner Tätigkeit, um so einen ersten Eindruck zu bekommen? Also der Kern, wenn ich mich mit Arbeitswelt beschäftige, ist das Thema Bildung, Weiterbildung, Entwicklung von Berufsbildern im weitesten Sinne. Ich bin beim Forschungsinstitut Betriebliche Bildung Mitarbeiter und Standortleiter in Magdeburg. Wir haben da mehrere Projekte, die sich unter anderem mit Übergang, Schule, Ausbildung, mit Willkommenskultur im Rahmen des Welcome Centers beschäftigen und eben das, was ja auch so ein bisschen Aufhänger heute wahrscheinlich ist, das Zukunftszentrum digitaler Arbeit für Sachsen-Anhalt, das sich insbesondere mit den Anforderungen im digitalen Wandel beschäftigt. Das ist alles im Kontext vom Forschungsinstitut betriebliche Bildung. Vielleicht das, weil das vielleicht noch nicht jeder kennt oder gehört hat, das ist bundesweit aufgestellt und es gibt länderorganisierte Organisationen.
[2:55]Oder wie ist das organisiert, was da dein Arbeitgeber ist? Also wir gehören zu einem großen Bildungswerk der BBW Group, dem Bayerischen Bildungswerk der Wirtschaft und sind darin, neben ganz vielen anderen Institutionen und Einrichtungen, die das hat, das FBB. Das ist ein FBB. Wir reden immer nicht so gerne von Zweigstellen, weil wir uns wirklich als eine Einheit verstehen, die danach unterschiedlichen Standorten, Büros hat in Berlin, in Potsdam, in Chemnitz, in Nürnberg und in Magdeburg. Das müssten jetzt fünf sein. Leipzig fehlt? Na, wir sind in Chemnitz. Das ist ja dicht dabei. Als Erzgebirger geht mir das Herz auf.
[3:37]Als Leipziger bin ich gerade kurz verwirrt, aber gar kein Problem. Genau, und machen ganz viele Projekte für Unternehmen, für Auftraggeber. Wir evaluieren ganz viel. Wir beschäftigen uns mit DQR, dem deutschen Qualifizierungsrahmen. Schauen, was für Weiterbildungsformate und Zugänge zu Weiterbildungen gibt es in der beruflichen Laufbahn in Pflegeberufen. Ich habe vor einem Jahr gerade mit zwei KollegInnen eine Machbarkeitsstudie fürs Bundesfamilienministerium zum Thema Men in Care gemacht. Das heißt, was für Rahmenbedingungen braucht es, damit mehr junge Männer sich für Erzieher- und Pflegeberufe entscheiden. So ein bisschen weg vom Geld, mehr hin zum Klischee.
[4:20]Und was kann man da auflösen? Wie kann man da Programme gestalten? Wir sind tatsächlich ein Forschungsinstitut. Insofern ist das Zukunftszentrum, das einen Schwerpunkt auf Beratung hat, ein bisschen größer. Eher eine Randerscheinung, würde ich jetzt fast sagen, inhaltlich, aber wir haben davon vier. Die Zukunftszentren sind über das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert, über ESF und dann nochmal über die Länder und da sind wir in Bayern, Baden-Württemberg, in Berlin, in Brandenburg und in Sachsen-Anhalt vertreten. Die gibt es aber eigentlich auch in allen Bundesländern und schauen drauf. Und das deckt sich dann aber wieder mit dem Kern, was wir tun. Wie entwickelt sich Weiterbildung? Wie entwickelt sich berufliche Bildung im Kontext von digitalem Wandel, von guter Arbeit? Also wie entsteht durch Digitalisierung auch gute Arbeit? Das heißt, beim Forschungsinstitut könnte ich die Frage anbringen, was lohnt sich zu lernen, was übermorgen immer noch von Menschenhand gemacht wird?
[5:23]Und die große Frage für Bildung halt, die uns ja auch schon in unserer Generation beschäftigt hat. Wir werden nicht mit dem, was wir in der Schule lernen, wahrscheinlich noch 40 Jahre in einem Arbeitsvertrag und Arbeitsverhältnis agieren. Was lohnt es sich überhaupt noch zu lernen? Die Programmierer haben es ja gerade erlebt in den letzten Jahren. Es wurde immer gesagt, also wenn ihr IT programmieren könnt, dann ist alles gut in der digitalisierten Welt.
[5:50]Salom, ist das ein Thema, was man sozusagen dann wirklich euch auch zur Forschung und deiner Antwort bekommen würde? Also wir haben das gerade nicht als Auftrag da, aber ja, das ist eins, das sich durchzieht. Wir sind jetzt nicht im schulischen Bereich unterwegs, sondern eben in diesem Ausbildungsbereich. Ich mache das immer gerne, wenn ich unterwegs bin, fest daran, ich habe mal irgendwann auf Anraten meiner Eltern Sparkassenkaufmann gelernt. Mit der Aussage, das sei krisenfest, damit könnte ich durchs Leben kommen. Das hat mich jetzt per se nicht so begeistert, der Beruf, dass ich da länger als bei der Ausbildung geblieben bin. Aber in der Ausbildung ging es gerade, das war so Ende der 80er Jahre los, dass Kontoausdrucksdrucker eingeführt wurden und so ganz viele Tätigkeiten, die wir damals eigentlich in der Ausbildung noch gelernt haben, wegfielen. Und wenn du jetzt heute schaust, wie viele Filialen geschlossen werden und da Service-Points sind, dann gibt es quasi diesen Beruf, den Beruf des Sparkassenkaufmanns sowieso nicht mehr. Der ist dann Bankkaufmann geworden, aber den gibt es so nicht mehr. So war ganz viel, wir machen alle Online-Banking. Man muss schon irgendwie sehr suchen, um überhaupt eine Filiale zu finden.
[6:56]Das ist etwas, was, glaube ich, in den meisten Dienstleistungsberufen, wenn sie nicht was zum Anfassen haben, die Zukunft sein wird. Harald Lesch, der hat gerade irgendwie letzte Woche, glaube ich, in einem Interview gesagt, was er Physikern, jungen Physikern, Physikstudierenden raten würde und da würde ich mich tatsächlich anschließend Handwerk lernen. Also wenn man tatsächlich dafür auch eine Neigung hat, dann zu sagen, so will ich wirklich was studieren oder macht es eventuell Sinn, ein Handwerk zu lernen, wo ich dann auch, meinem Charakter etwas formen kann. Also es wird kaum eine KI kommen und die Rohre verlegen und die Toilette reinigen oder sowas. Wobei, es gibt ja solche Roboter inzwischen auch schon. Ich glaube, je kreativer das Handwerk ist, je individueller das Handwerk ist, desto größer ist die Chance, dass es nicht wegfällt. Haben wir bei den Geisteswissenschaftlern auch gesagt? Das ist eben die schwierigste Frage. Erst recht, wenn man ein Nachkommen hat, denen man, solange das noch möglich
[7:58]
Konfliktpotenziale in der digitalen Arbeitswelt
[7:55]ist, irgendwas empfehlen und sagen möchte, dort darauf eine Antwort zu finden. Die Frage kann man gar nicht vertiefen, die ist endlos schwer, aber die Erfahrung, dass Berufe verschwinden, auch neue Aufkommen, die man gar nicht im Blick hat, hat eine Geschwindigkeit aufgenommen, die auch zu unserem Thema hinführt, nämlich.
[8:14]Konfliktpotenziale in der Arbeitswelt und durch die Arbeitswelt. Es ist nicht nur eine soziale Frage, sondern auch eine ganz individuelle Frage, mit welchen Konflikten wir es was gegenwärtig in der Arbeitswelt zu tun haben, aufgrund technologischer Entwicklungen auch und welche auch abschätzbar sind für die Zukunft. Also welche Kompetenzen sozialer Art benötigen wir in der Arbeitswelt, wie sie sich momentan zu entwickeln scheint. Wir reden gerade im digitalen Raum. Was sind Anhaltspunkte in dieser Richtung momentan?
[8:51]Nochmal, du hattest ja noch eine zweite Frage gestellt, was man lernen soll, weil ich glaube, das ist so dem auch nochmal vorgeschaltet, weil es da auch darum geht, mit welchen Kompetenzen gehe ich in Konflikte rein und wenn es darum geht zu schauen, was solltet ihr eigentlich in Zukunft lernen, worauf solltet ihr euch konzentrieren, du hast ja selber auch gesagt, sowas kann man von dem, was man in der Schule damals gelernt hat, noch verwerten, dann ist absehbar, dass die Schere zwischen denen, die in Zukunft Konsumenten von, ich nenne es jetzt mal Konsumenten von KI sein werden, also die eine Frage haben und KI fragen, KI beantwortet.
[9:29]Ihnen das und dann aber unreflektiert diese Antwort übernehmen, weil sie davon ausgehen, dass die KI das einfach weiß. Und den Leuten, die reflektiert, und dann sind wir bei einer Kernkompetenz, reflektiert damit umgehen, weil sie selber auch Wissen haben, weil sie, es gibt ja diesen Begriff des Jomen in the Loop, dass man Dinge auch hinterfragt, dass man das Mensch am Schluss nochmal prüfen kann, ist der Output eigentlich valide, der da kommt. Also zu lernen, zu lernen und nicht zu sagen so, okay, ich lehne mich jetzt zurück und mein Leben wird bequem, Sondern ich glaube, da ist so dieses, dass der Mensch ja eigentlich sich auch weiterentwickeln möchte, theoretisch, oder sollte. Er sollte es zumindest wollen. Er sollte es wollen. Genau. Ich sage zu meinem Sohn immer, der wird jetzt 13, sich auf seine eigene Festplatte Wissen zu holen, damit wenn der Strom und die KI ausfallen, er noch in der Lage ist, irgendwie sich zu orientieren, also analoges Wissen aufzunehmen. Das ist natürlich etwas, was ich brauche, wenn ich in Konflikte gehe.
[10:30]Kern der Konflikte oder das, was auf uns zukommt, hat viel damit zu tun, dass, so wie du sagst, die Räume digitaler werden. Das heißt, ich habe mehr im digitalen Raum mit Menschen zu tun, über Videocalls, über Chats im Team. Und da ist es natürlich schneller auch getan, dass Missverständnisse entstehen oder dass ich irgendetwas falsch lese, was der andere so gar nicht gemeint hat. Oder morgens irgendwie nicht noch jemand, was nebenbei schreibt. Das sind so Kleinigkeiten schon. Und ich denke, warum schreibt der jetzt nicht Guten Morgen rein, sondern nur diese Informationen? Also im digitalen Raum ist die Gefahr des Missverständnisses größer. Wir brauchen also mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander und mehr Bewusstes miteinander auch gut kommunizieren und hinhören, wie geht es ihm. Das heißt, wir müssen diese Räume aber auch gewusst schaffen.
[11:21]Zweite ist, wir haben als zusätzlichen Faktor Technik mit drin, wenn wir über KI reden. Das heißt, es gibt eventuell auch im… Vielleicht ganz kurz, bevor wir zur Technik kommen. Ist das eine Tendenz, die du beobachten hast oder die dir auch empfehlt, dass das soziale Element, das zwischenmenschliche Element auch stärker in die Ausbildungsberufe empfohlen wird? Dass die Ausbildungen auch darauf ein Augenmerk legen. Ist das etwas, was geschieht oder tendenziell stärker wird?
[11:52]Oder bleibt es bei der, ich sage mal so, eher akademischen Feststellung, es braucht stärkere soziale, kommunikative Kompetenzen in einer Arbeitswelt, die immer funktionaler sich vielleicht erleben lässt? Also teilweise wird das in der betrieblichen Ausbildung schon mit aufgenommen, noch nicht in der Regel und noch nicht im Ausbildungsrahmenplan. Also es gibt solche Rückmeldungen von Unternehmen und im Führungsbereich, das ist ja häufig so, dass es dann auch nach unten durchsickert, wird es bewusster wahrgenommen. Und ich glaube, das ist eine Notwendigkeit, aber ist für die Zukunft, weil Kommunikation digitaler wird oder mehr Distanz zwischen den Menschen entsteht, wenn wir über hybride Arbeitsbedingungen reden, dass man das bewusst tun muss, Weil dieses, ich begegne jemandem auf dem Flur oder am Computer oder an der Kaffeemaschine und es entsteht eine Beziehung, weil ein Gespräch entsteht und ich erfahre was drüber, weil er mir erzählt, was er am Wochenende gemacht hat, das fällt natürlich in dem Moment, wo ich im Homeoffice oder irgendwo mobil arbeite, weg. Das ist nicht schlimm, dass das wegfällt, aber ich muss neue kommunikative Räume dafür schaffen, um eine Grundlage zu haben, eine Gemeinschaft zu haben, um dann gemeinsam, wenn Konflikte auftreten, die auch lösen zu können und nicht jemand völlig Fremden gegenüber zu stehen. Weil das ist die Gefahr, das ist nochmal eine Entfremdung, mehr Entfremdungsgefahr im digitalen Raum, wenn ich diese Räume nicht bewusst schaffe.
[13:21]Dass ich dann, wenn es zum Konflikt kommt, jemandem völlig mir Unbekannten gegenüber habe, mit dem ich keine positive Erfahrung im persönlichen Bereich und in der Kommunikation habe. Das wäre jetzt der größte anzunehmende Unfall. Gehen wir zum zweiten Punkt, die Einwirkungen oder Auswirkungen auch digitaler Technologien, die in jedem Beruf, in jedem Aspekt der Arbeitswelt Einzug halten, auch im Zwischenmenschlichen, also wie wir, wann wir, unter welchen Umständen wir kommunizieren. Und die Alltagserfahrung ist, Geschwindigkeit kann damit aufgenommen werden, viele Dinge können einfacher geschehen und gleichzeitig auch auf der anderen Seite das Potenzial von Missverständnissen, unzureichender Abstimmung, Überforderung wird genauso oft beschrieben. Man hat fünf, sechs offene Kommunikationskanäle. Man schreibt eine E-Mail, kriegt eine SMS auf einem Messenger, dem man vielleicht keine Push-Nachrichten geöffnet hat und man weiß überhaupt nicht, auf welchem Kanal reden wir. Wie erlebst du aus deiner Perspektive diese Entwicklung in Technologie? Ist das etwas, was Menschen überwiegend erleichternd erleben, weil es genau der Sinn und Zweck von Technologie ist? Oder macht es tendenziell eher, den Leuten mehr zu schaffen, weil sie mit der Veränderung nicht mehr nachkommen?
[14:50]Stichwort Erschöpfung von Veränderungen. Also ich glaube erstmal, dass die Technologie, über die wir reden, neutral ist. Und auch die Geschwindigkeit, in der da was passiert, ist eigentlich neutral. Das Problem entsteht durch die Erwartungshaltung, die damit einhergeht. Also dass Menschen unreflektiert diese Technik nutzen und sagen, okay, ich habe jetzt meine Mail rausgeschrieben, warum hat der mir nicht innerhalb von zehn Minuten geantwortet vor der Zeit? Zehn Jahren, vor 15 Jahren wäre das noch gar kein Thema gewesen. Da hätte man auch zwei Tage gewartet oder eine Woche gewartet. Das heißt, die Erwartungshaltung, weil die Technik so schnell funktioniert, müssen auch die Menschen so schnell reagieren, ist ein Problem. Auf der einen Seite, weil es Konflikte schafft im Sinne von.
[15:35]Warum antwortet der mir nicht? Schätzt der mich nicht wert? Nimmt der mich nicht wahr? Bin ich nicht wichtig genug? Und auf der anderen Seite, weil es beim Empfänger, der diese Nachricht kriegt, der antworten soll, der reagieren soll, Stress auslöst. Weil es kommt ja auch nicht nur diese eine Nachricht an, sondern es gibt ja noch drei Baustellen und dann steht noch jemand im Büro neben mir vielleicht, weil ich hybrid arbeite und das Telefon klingelt. Und natürlich bin ich dann erschöpft, wenn ich nicht in der Lage bin, das auseinanderzunehmen und zu sagen, okay, ich stehe jetzt mal kurz auf, hole mir meinen Kaffee und dann sortiere ich das durch. Und im Zweifelsfall gebe ich mal kurz eine Rückmeldung und sage, du, dauert 24 Stunden oder gebe dir übermorgen eine Nachricht, weil ich habe den Tisch voll. Aber was ich viel mitbekomme, das geht mir manchmal auch so, kommt immer darauf an, wer fragt oder wer mir eine Nachricht schreibt. Ich rede ganz viel auch mit KollegInnen, die in solche Stresssituationen kommen, und mit denen ich dann versuche aufzulösen.
[16:34]Nee, du musst nicht permanent springen, Sondern nimm dir die Zeit, die du brauchst, kommuniziere im Zweifelsfall, wenn es was Dringendes ist, dass du Zeit brauchst und priorisiere das und sortiere das für dich. Und glaub nicht, nur weil du jetzt ganz viele Nachrichten gekriegt hast, musst du die alle abarbeiten, bevor du nach Hause gehst. Und ich glaube, die Technik ist nicht das Problem. Die Technik kann viel erleichtern. Wenn wir richtig damit umgehen und richtig umgehen, heißt immer zu reflektieren, lasse ich mich von der Geschwindigkeit der Technik treiben oder sage ich, es ist schön, dass das alles zeitgleich funktioniert, aber ich funktioniere nicht zeitgleich. Multitasking ist ein Mythos, das haben wir jetzt ein paar Mal irgendwo in Untersuchungen auch gelesen, das funktioniert nicht gut, also mich zurückzunehmen und zu sagen, ich möchte meine Arbeit gut machen und deswegen mache ich sie sortiert.
[17:25]
Technologie und ihre Auswirkungen auf Kommunikation
[17:25]Und im Zweifelsfall auch in meinem Tempo. Wenn ich mir nur meine kleine Firma und meine Arbeitswelt, über die ich auch noch zumindest nach außen hin sagen darf, selber bestimmen darf als Selbstständiger, aber doch auch an Kunden und Klienten sehe, wie sie ihre Arbeitswelt erleben, dann ist ein Phänomen, dass kaum noch Routinen entwickelt werden können mit Technologie, weil sie schon von der nächsten Generation der Technologie abgelöst werden, bevor es zur Routine wird. Und das häufig ein Streitpunkt in Konfliktlagen ist, obwohl auch klar ist, das ist nicht der Streit, der Konflikt an sich. Also das bietet sich einfach an, diese Kommunikationsvehikel.
[18:13]Medien, Kanäle dann zu nutzen und zu sagen, da hast du eine hohe Pflicht, da hast du eine bringe Pflicht, ich habe doch geschrieben und der ganzen Litanei, was es da auch noch gibt. Aber dennoch scheint es mir nicht zu verhehlen, dass sich die Entwicklungen, wie kommuniziert wird von der anderen Seite, so schnell etablieren, dass es kaum noch Routinen gibt und man nimmt dann einfach seine eigene Routine als Standard. Ich versuche gerade ein Beispiel zu finden und das Standardbeispiel ist die E-Mail, wo ein Großteil der Generation jetzt schon sagt, da kannst du auch mit der Brieftaube kommen, so alt ist das. Was lässt sich praktisch tun, um die Art und Weise der Kommunikation miteinander abzusprechen, dass sie auf Verständnisbasis gelingt, ohne in die Kommunikationsfalle zu tappen? Wir müssen halt mehr miteinander kommunizieren. Das scheint mir einfach ein Kreislauf zu sein, der nicht nach vorne führt. Das ist nicht die Quantität der Kommunikation, sondern die Qualität. Das sind ja unterschiedliche Tufen oder Ebenen. Also das eine ist tatsächlich für mich selber zu merken.
[19:18]Ich bin gerade in einer Kommunikationsgeschwindigkeit auf zu vielen Kanälen unterwegs. Das kriege ich nicht hin. Also sich da auch sich selbst gegenüber ehrlich zu machen, ich glaube, das ist eine Frage auch betrieblicher Kultur. Also das kann oft ja auch nicht ein Einzelner für sich entscheiden, sondern da braucht es im Rahmen der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, der Vorgesetzten, der Mitarbeitenden, die das auch kommunizieren, die nicht Angst haben, dass ihnen was passiert, wenn sie das kommunizieren, Zu sagen, wir brauchen eine Kultur. Es wird ja viel, das beim Zukunftszentrum gerade auch ein Thema, das wir uns fürs nächste Jahr rausgesucht haben, gesund arbeiten im digitalen Wandel. Das ist so das Erste, wie ich das in meinem eigenen Umfeld, wie ich Verbindlichkeiten schaffe. Es gibt so ein Beispiel, da haben sie mich dran gekriegt, meine Kollegen, da mussten wir eine Absprache finden. Ich arbeite manchmal zu etwas ungewöhnlichen Zeiten. Das hat mit meinem Schlaf-Wach-Rhythmus zu tun. Was mir aber nicht klar war, ist, dass wenn ich am Samstagabend um elf bei Teams eine Nachricht schreibe oder eine Mail schreibe, wo ich mich immer noch frage, was die Samstagabend um elf im E-Mail-Account zu suchen haben, also nicht meine Mails, sondern meine Kollegen, ich schreibe ja keine WhatsApp-Nachrichten.
[20:33]Dass dann das Gefühl entsteht, man müsste darauf antworten oder zumindest am Montag das Gefühl entsteht, oh Gott, das habe ich nicht gesehen. Der Vorgesetzte hat geschrieben, der Projektleiter hat geschrieben, ich hätte darauf reagieren müssen. und da klarzumachen, das ist ja das Schöne an diesen neuen Arbeitsmodellen. Ich kann in meiner Vereinbarkeit mit meinem Privatleben, mit Kinderbetreuung auch Dinge schieben und manchmal einfach zu ungewöhnlichen Zeiten arbeiten, Zeit- und Ortsunabhängigkeit. Dass das aber bei anderen gegebenenfalls Stress auslöst, das muss ich mitdenken. Und dafür haben wir eine Verabredung getroffen. Darüber haben wir uns unterhalten, haben das offengelegt. Die haben gesagt, du spinnst doch.
[21:13]Du kannst es noch nicht Sonntagabends oder Montagsfrüh ums vier eine Nachricht schicken und dann erwarten, dass wir antworten. Das erwarte ich gar nicht. Aber ich habe diese Botschaft, das, was ich schreiben wollte, aus meinem Kopf raus. Das heißt, ich laufe jetzt nicht die ganze Zeit mit einem Duracellhasen im Kopf. Ich muss daran denken und bin diese Aufgabe los. Und das darüber reden und sich immer wieder diese Zeit, wir machen zum Beispiel einmal im Jahr bei uns am Standort Klausurtage, Einmal als Gesamtteam und einmal auch in den einzelnen Projekten, um zu gucken, wie geht es uns miteinander, wie kommunizieren wir, was brauchen wir mehr. Und das greift so ein bisschen an der zweiten Stelle in das, was du gesagt hast, mit der Rasanz, wie Technologie sich verändert, dass wir auch immer wieder bei allen unseren Formaten drauf schauen, ist es das wirklich noch? Wir haben eine ganze Zeit lang über Corona ein Weekly gehabt, also am Montag einen kurzen Einstieg und dann weiter. Der hat sich eine Zeit fortgesetzt und dann haben alle gesagt, so eigentlich wollen wir den nicht mehr. Dafür haben wir jetzt andere Formate, wir haben andere Begegnungsorte, sowohl in Präsenz, beim Bouldern, beim Spieleabend, beim…
[22:21]Ein Schlagerabend oder irgendetwas findet jetzt statt, dann haben wir einen Study Friday. Also das heißt, wir haben einen Tag in der Woche, den wir geblockt haben, wo eigentlich außer wichtiger Sachen keine Termine reinkommen sollen, wo wir uns keine Termine reinsetzen, weil der dazu da sein soll, dass wir uns hinsetzen können, was lesen können, dass wir uns treffen und uns ein Thema gemeinsam anschauen, aber nicht getrieben werden von irgendwas Äußerem. Weil wir als Forschungsinstitut natürlich auch immer schauen müssen, arbeite ich nur ab oder finde ich auch diese Zeit, wo ich wieder was reinhole? Also diese Veranstaltungen, um über die Art und Weise des Umgangs und des passenden Umgangs noch zu sprechen, also eine Metakommunikation oder eben eine Klausur, wie man das auch immer jetzt bezeichnen will, die sozusagen gute Übungen, sicherlich seit 10, 20 Jahren auch von Firmen sind. Ist das deiner Beobachtung nach in die Breite gegangen? Also müssen das immer mehr auch unterschiedliche Branchenvertreter tun, weil das eben sich insgesamt für die Arbeitswelt auswirkt, nicht nur in bestimmten Branchen und Berufszweigen oder Organisationstypen, sondern dass man sagt, das ist tatsächlich flächendeckend das Instrument der Wahl, um mit den Veränderungen klarzukommen.
[23:39]Hey du, der den Podcast gerade hört. Wir bringen jede Woche eine neue Folge in diesem Podcast. Auch dir zum Anhören und brauchen deine Unterstützung. Nimm dein Smartphone, hinterlass eine Sternebewertung und einen Kommentar, wie dir der Podcast gefällt und mach andere dadurch aufmerksam auf diesen Podcast hier. Vielen Dank und jetzt geht’s weiter mit dem Podcast.
[24:03]Ja, wir sind noch nicht da angekommen, dass es tatsächlich flächendeckend ist. Ich habe manchmal das Gefühl oder den Eindruck, dass es die Bubble gibt, also zu der wir beide wahrscheinlich auch gehören, für die das selbstverständlich ist, sowas zu machen, darüber nachzudenken. Und das auch in den sozialen Medien zu kommunizieren und dadurch entsteht, glaube ich, so ein Eindruck, als ob das alle täten oder viele täten, vielleicht auch besonders in kleinen und mittleren Unternehmen.
[24:35]Die jetzt nicht Agilität irgendwie schon für sich entdeckt haben, was auch nicht jeder muss, über Ansätze von modernen Arbeiten reden. Ich glaube, da ist es noch lange nicht. Und da hält aber ja auch die Technologie und die Geschwindigkeit sukzessive ein. Das ist gleichzeitig etwas, was wir als Zukunftszentrum aber auch versuchen, in die Unternehmen mit reinzubringen, also auch von unserem Arbeitsansatz. Dass wir nicht sagen, wir sagen euch jetzt mal, was ihr machen sollt, sondern dass wir beteiligungsorientiert erstmal gucken, was braucht ihr denn eigentlich, was sind eure Ideen. Wir begleiten eigentlich nur dabei, selber herauszufinden, was es braucht und versuchen zu vermitteln, dass eine der größten Stärken, die es für jetzt und die Zukunft gibt, Ambiguitäts-Toleranz, also die Fähigkeit, Unsicherheiten auszuhalten ist. Weil das wird uns begleiten. Ich höre immer wieder Leute, die mir quasi auf die Schulter klopfen und sagen, ja, ja, das war jetzt so eine Welle und jetzt wird es auch wieder ruhiger und dann ist gut. Und dann gucke ich ganz viel. Das finde ich hochinteressant. Ich hätte ja nicht gedacht, dass es Vertreter dieser Beetsch jetzt noch gibt, die ernsthaft glauben, es wird wieder ruhiger.
[25:42]Ja, doch, das gibt es noch ganz viel. Die machen das häufig an der Robotik auch fest, so naja, die können ja nichts. Und ich habe gestern gerade im Beitrag gesehen, dass jetzt die, ich weiß gar nicht mehr, wie er hieß, aber Roboter, die mit einer muskulaturähnlichen Struktur, also nicht mit ganz vielen Motoren, sondern die einen ganz anderen Bewegungsablauf haben, also tatsächlich menschenorientierten Bewegungsablauf, das ist schon der nächste Sprung wieder. Ich kriege das immer gar nicht so richtig gefasst, weil ich glaube, dass ganz viele Dinge, wir haben es ja jetzt bei KI gesehen, die ist jetzt für jeden zugänglich, also zumindest die Large Language Models. Vor vier Jahren hätten alle gesagt, was für ein Quatsch. Und das passiert in allen anderen Dingen auch, dass die Zeit, in der das zugänglich wird, kürzer wird. Und dann kommt schon das Nächste. Ja, Ambiguitätstoleranz ist sozusagen vielleicht jetzt so dieses Momentum oder dieses auch eine Idee, die vorher, du nanntest das mal noch vor uns in dem anderen Kontext, das Lernen lernen. Also, dass wir lernen, wie wir uns Dinge selber beibringen. Und dann ist das ja praktisch die jährliche Klausur, die Metakommunikation. Was können wir aus der Situation, die wir jetzt erlebt haben, daraus entnehmen? Wollen wir das beibehalten? Wollen wir was anderes machen? dass das für eine Organisation oder für ein Team auch notwendig wird und auch.
[27:01]Also dass damit ein Lernprozess organisiert wird, ohne dass uns jemand von außen sagt, mach das so und mach das so, sondern wir können darüber uns selber Gedanken machen, weil wir ja auch die Adressaten und Experten dieses Problems selber sind. Das finde ich erstmal einen wichtigen Punkt, dass es, weiß Gott, noch nicht flächendeckend, branchenübergreifend gemacht wird,
[27:31]
Ambiguitätstoleranz im Arbeitsumfeld
[27:26]sondern dass das immer noch auch Potenzial hat für Unternehmungen. Und meine These oder ein Punkt, den ich mit reinbringe, weil ich das auch bei einigen Klienten, die sehr agil sind und sehr erfahren auch sind.
[27:44]Die am liebsten ihre Taktung von solchen Klausuren noch enger schnallen würden und nicht nur einmal im Jahr, sondern noch alle halbe Jahre das für notwendig erachten. Dass da noch ein Aspekt dazu kommt, es ist schlichtweg nicht mehr zu bewältigen, was an Möglichkeiten, Anforderungen und potenziellen Tätigkeitsfeldern auf einen zukommt, dass mir auch scheint eine Kompetenz notwendig wird, sich auf das Wesentliche zu reduzieren oder auch das Wesentliche zu erkennen. Und dass das schon schwierig wird, dass es im Grunde genommen immer mehr um Abwahl von Möglichkeiten geht, denn von Auswahl aus einer nicht mehr überschaubaren Welt. Also ja, ich mache das mal an der Fotografie fest, dass man also heute aus 3000 Bildern auswählen sollte, welche fünf Bilder man behalten will und dass man das einfach nicht tut, weil man es abspeichern kann.
[28:37]Aber keiner guckt sich seine gesamte Fotomediathek mehr an. Und früher war das nicht das Problem. Da hatte man gehofft, dass man fünf Bilder bekommt vom 36er-Film. Ich glaube, dass es eins der Kernprobleme ist. Und dann sind wir wieder zurück bei dem, was soll man eigentlich lernen oder was empfiehlt man. Jungen Menschen, weil das Problem, das wir haben, also es ist ja sozusagen das.
[28:59]Gesellschaftliche Kernproblem, und das erklärt, glaube ich, ganz viel an Entwicklungen, die es gerade auf unterschiedlichen Ebenen gibt. Es gibt eine Überforderung, Jean Hersch hat mal geschrieben, von der Unfähigkeit des Menschen, Freiheit zu ertragen. Und wir haben eine schier unendliche Auswahl an Möglichkeiten, auch zum Beispiel in der Berufswahl. Wir haben vorhin geschaut, wie alt wir beide sind, zu deiner, zu meiner Einerzeit gab es eine überschaubare Anzahl an möglichen Berufen, wenn du… Und wir sind nicht alt. Wir sind überhaupt nicht alt. Ich will es nur gesagt haben. Ja, ja, ja, ja.
[29:36]So, und es gab ein Wählscheibentelefon. Die Möglichkeiten waren total begrenzt. Das war eine überschaubare Welt. Ich rede dann immer gerne von meiner kleinen Bonner Republik, in der ich gelebt habe und aufgewachsen bin. Heute ist das, was an Möglichkeiten, an formalen Ausbildungen, an informellen Ausbildungen, an Selbstgestaltungsmöglichkeiten so groß, wie soll denn ein Jugendlicher, der von der Schule kommt oder, das gelingt ja den Erwachsenen schon kaum, sich darin orientieren. Und dann sind wir noch gar nicht in den virtuellen Welten angekommen. Und ich glaube, dass diese Fähigkeit auszuwählen, die Fähigkeit zu entscheiden, was nehme ich jetzt? Mein Soziologie-Prof, der hat immer gesagt, das Wichtigste, was du können musst, ist, du musst wissen, welche Frage du stellst. Wenn du eine Arbeit schreibst, wenn du irgendwas brauchst, deine Frage. Das ist was, was mir heute hilft, wenn ich mit künstlicher Intelligenz umgehe, mit den Large Language Models.
[30:28]Weil genau das brauchen die, damit ich in ein vernünftiges Ergebnis komme. Ich kann nicht irgendetwas fragen. Das ist was, wo mein Sohn manchmal daran verzweifelt, wenn er versucht, irgendwas über ChatGPT oder sowas rauszufinden und aber nicht die Antwort kriegt, die er haben will, weil er nicht die richtige Frage stellt. Das setzt aber voraus, dass ich dieses Grundwissen habe, dass ich weiß, wonach ich frage. Das funktioniert nicht mit meiner leeren Festplatte. Das ist ein guter Punkt. Ich will mal noch das Gespräch oder das Thema zusteuern auf Konflikte. Denn das, was wir besprechen, führt zu. Mitten hinein. Und du bist ein aufmerksamer Beobachter aus den unterschiedlichsten Rollen, die du in den letzten Jahren und Jahrzehnten, obwohl du nicht alt bist, aber in den letzten Jahren und Jahrzehnten gemacht hast mit der Arbeitswelt. Hat sich für dich daran im Wesentlichen etwas verändert, sodass wir auch anders an Konflikte herangehen müssen? Oder sind die Grundstrukturen und die Grundfunktionen und das Wesentliche an Konflikten im Grunde genommen gleich? Und da können wir uns auf die bewährten Instrumente verlassen. Das könnten wir, weil die Konflikte, also das, was da psychosozial passiert, sich nicht verändert haben. Ich glaube, das Problem ist, dass durch ganz viel auch durch die sozialen Medien und so eine immer sich verstärkende Schlagzeilenmentalität.
[31:53]Die Menschen deutlich weniger einander zuhören und hinhören, was sagt der da eigentlich? Also so ein Konflikt, den es in der Arbeitswelt ganz viel gibt, den ich immer wieder transportiert bekomme, wenn wir in Unternehmen sind, ist so dieser vermeintliche Generationen-Konflikt zu der, ich weiß nicht, können die immer nicht auseinanderhalten, ich glaube Gen Z, die ja eigentlich nicht arbeiten wollen. Das ist zumindest wurde das zugeschrieben. Genau, das wird denen zugeschrieben und das bekommst du nicht raus, weil das in dieser öffentlichen Wahrnehmung permanent kommuniziert, kolportiert, irgendwie witzig aufgegriffen, das manifestiert sich total. Das heißt aber, dass die älteren Mitarbeitenden und Vorgesetzten so auch auf diese Jüngeren zugehen. Die hören denen nicht zu, sondern übernehmen dieses Bild und gehen so in diesen Konflikt rein nach dem Motto, ich habe ja ein Erklärmuster, das mir geliefert worden ist, warum du so bist, ihre eigene Wahrnehmung überprüfen.
[32:52]Weil wenn man sich die Studien anschaut, dann kriegt man ganz schnell mit, nein, das sind auch Menschen wie wir, die nicht alt sind, die aber auch nicht mehr Gen Z sind, die durchaus begeistert von diesen neuen Formen der Arbeit sind. Ich habe bei mir Kolleginnen am Standort, die am Anfang auch kritisch geguckt haben, die jetzt diese neuen Formen der Arbeit, die selbstbestimmter, selbstorganisiert ist, sehr zu schätzen wissen. Aber dass wir mit vorgefertigten, nicht reflektierten Bildern in Konflikte reingehen, das ist meiner Meinung nach deutlich stärker geworden. Es gibt so einen ganz kleinen Indikator, ich weiß nicht wie häufig, das ist wirklich inflationär, dass dieser Satz zitiert wird in den sozialen Medien.
[33:36]Nicht zuhören, um zu antworten, sondern um zu verstehen. Der taucht permanent irgendwo auf. Und das ist ja im Umkehrschluss für mich ein Zeichen, dass es offensichtlich diese Wahrnehmung gibt, dass nicht zugehört wird. Ich habe das nicht anders erhoben, aber das ist für mich so ein Indikator, weil der andauernd zitiert wird. Wir gehen mit, ob stärker oder nicht, weiß ich nicht, aber wir gehen mit sehr deutlich wahrnehmbaren Stereotypen in eine neue Situation, in die Arbeitswelt oder werden so empfangen, also als Gen Z eher mit den Bildern der älteren, erfahreneren Generation und umgedreht. Und die Jungen gehen zumindest auch den sozialen Medien nach mit der Erwartung hin, okay, da habe ich es also mit Boomern zu tun, da habe ich es mit Old White Mans zu tun. Die Stereotypen sind zumindest bekannter und offener. Ich würde ja, wenn ich da das Positive dran nehme, sagen, wir sind uns dessen bewusster, aber haben noch keine konstruktive Umgangsweise mit Stereotypen entwickelt, weil das eben doch sehr aufwendig ist. Ich kann mich auf Stereotype verlassen und wenn ich das tue, dann werde ich sie auch sehen. Aber eben Ambiguitätstolerant mit dem Anders und Fremden umzugehen, erfordert immer eine ganze Menge besonderer, einfach energiereicher Arbeit und Aufmerksamkeit. Vielleicht noch ein Satz dazu.
[35:01]Ich glaube, dass die Notwendigkeit, also ich komme in einen Konflikt oder früher, damals komme ich in einen Konflikt mit Menschen, mit denen ich in einer sozialen Konstellation bin. Das heißt, ich bin darauf angewiesen, mich in meinem sozialen Umfeld zu arrangieren, um auch meine Stellung zu haben und eine Bestätigung zu bekommen, dass ich dazugehöre. Dem kann ich heute ausweichen, indem ich, wenn ich vom Job komme, auch wenn ich davon gefrustet bin, in meine digitale Bubble abtauche.
[35:34]Die Geschichte erzähle aus meiner Bubble, die alle so denken wie ich, ganz viel Bestätigung bekomme und am nächsten Tag gestärkt in diese Situation, in der realen Welt zurückgehe oder real sind beide Welten, in der analogen Welt zurückgehe und sage, ich habe Recht. Das ist was, was es früher nicht gab. Ich finde es ganz schlimm, dass ich immer früher sage, aber ist halt so. Das ist eine Veränderung, die sich auch, glaube ich, wirklich sehr auf unser Konfliktverhalten auswirkt, weil ich nicht mehr auf den anderen Menschen alleine angewiesen bin. Ich bin in so einem 125-Leutendorf in der Lüneburger Heide groß geworden. Da gab es keine Möglichkeit auszuweichen. Die gab es einfach nicht. Und spätestens zum Schützenfest musste ich mich mit XY wieder einigermaßen vertragen haben, weil da wollten wir beide hin und das möglichst irgendwie konfliktfrei. In dieser Dorfgemeinschaft war man aufeinander angewiesen. Das ist jetzt der Mikrokosmos, in dem ich aufgewachsen bin.
[36:27]Das ist ja in einem Betrieb genauso. Wenn ich aber nach Hause gehen kann und mir woanders die Bestätigung holen kann und alle sagen, ja, ja, das ist so einer aus der Boomer-Generation und die ticken halt so, die musst du mal sagen, wie es richtig läuft. Vielleicht ist das wirklich eine belastbare These, dass wir mehr und intensivere Möglichkeiten haben, uns zu bestätigen, weil wir unsere Bubbles im sozialen oder im digitalen Bereich aufgebaut haben. Das finde ich eine interessante Beobachtung, dass wir dadurch einsteigen.
[36:57]Resistenter geworden sind gegenüber dem unmittelbar anderen und damit paradoxerweise genau das nicht eintrifft, was wir durchaus auch an der Beraterbranche befürwortet haben, dass wir sozusagen empowert sind und durch Bestätigung und durch Unterstützung. Das kann auf der negativen Seite, auf der negativen, unbedachten Auswirkungsseite eben auch mit sich bringen, dass wir uns nicht mehr aufeinander einlassen können oder weniger zumindest. Das finde ich einen interessanten Punkt. Und man kann das als Selbstbewussteres auf die anderen zugehen erleben. Also wenn ich halt in eine Firma reinkomme, wo ich nicht alleine hineingehe, sondern ich habe mit meinem Smartphone immer meine 583 Freunde bei mir, die mich bestätigen, dass hier alles nur Boomer sind oder dergleichen, dann ist das natürlich eine ganz starke Position, die mich bestätigt, aber gleichzeitig auch unnahbar macht. Wenig ambiguitätstolerant im modernen Sprachgebrauch gesagt. Das ist so eine Lotusbeschichtung. Eine was? Lotusbeschichtung. Das ist beim Autowaschen.
[38:15]Achso, das ist die Premiumqualität. Genau, das perlt dann ab. Ich muss mich damit nicht auseinandersetzen. Und dann ist ja, das wissen wir ja inzwischen auch, dass soziale Medien nicht zwangsläufig faktenbasiert sind, sondern dass es da viel um Emotionen und wie das geht. Gut. Michael, ich finde, da haben wir einen Punkt erreicht, Wo ich ein Funken Erkenntnis für mich nehme, der war mir nicht klar. Nee, das eben auch nicht. Ich meine, so geht das, von jung zu jung, von nicht mehr heranwachsend, aber schon ambiguitätstolerant offen. Genau, was man daran dann merkt, also wenn wir beide rausgehen und sagen, wir haben gerade was verstanden, dann ist es eben die Kraft dieser dialogischen Intelligenz, des Miteinanderredens, sich zuhören und Dinge weiterzuentwickeln und nicht eine KI zu fragen und zu sagen, gib mir mal eine Antwort und diese Antwort steht da. Ich rechne auch ein und da komme ich nicht aus dem 125-Personen-Dorf-Wassel-Lünenburger-Heite, sondern ich komme hinter den Bergen her im Erzgebirge und rechne jetzt schon ein, ja, wir sind geisteswissenschaftlich geprägt, wir sind akademisiert.
[39:22]Wir haben diesen Dialog jetzt hier für uns durchgeführt, haben uns hingearbeitet, auch durchgearbeitet. Ich erlebe es in Betrieben, auch hier in der Gegend, dass da auch ganz andere Ausgangswelten miteinander in Kontakt gehen. Das ist schon eine Herausforderung für alle Beteiligten. Und ich finde das sehr lohnenswert, auch was ich von dir höre, dass ihr bei den Digitalisierungen der Arbeitswelt klugerweise im Blick habt. Das ist eine soziale Veranstaltung und das soziale Element, kommunikative Element ist genauso prägend wie die Technologie selbst oder wie das ein Kollege letztens
[40:04]
Die Rolle der Menschlichkeit in der digitalen Zukunft
[40:00]sagte, die Digitalisierung scheitert nicht am Umgang mit der Technik. Wir haben ja die Herausforderung, also insofern ist das Menschliche, ich finde das ist noch viel zu wenig im Fokus, wenn Digitalisierung und künstliche Intelligenz sich so weiterentwickeln, dann ist die Kernfrage, die wir uns stellen müssen, was wollen wir denn als Mensch sein? Wir leben ja in einer Gesellschaft, in der wir sehr durch Arbeit definiert sind und die Aufgabe, die wir erfüllen, was sind wir denn, wenn das die KI erledigt? Was bleibt denn dann für uns? Ich glaube, das ist eine Frage, die wir für uns klären müssen und daraus ergibt sich auch die Frage. Im Umkehrschluss, was müssen wir lernen, was wollen wir lernen? Das nehmen wir für eine zweite Folge mal mit. Das Arbeitsverständnis. Was ist für uns Arbeit, wenn sie auch jemand anders erledigt? Denn bisher ist Arbeit für uns Identifikationszentrum, Identifikationsfaktor.
[40:52]Ich habe hier vor kurzem mit einem sehr erfahrenen Kollegen zum Thema Arbeitsverständnis gesprochen, mit dem Professor Peter Nieschmidt, der das für die Vergangenheit aufbereitet hat, was wir für ein Verständnis von Arbeit haben. Und protestantisch geprägt ist das der Weg zu Gott gewesen auch. Der unmittelbare Weg durch den Lohn auf den Händen können wir.
[41:17]Unserer religiöser Bedürfnisse befriedigen und dass das aber eben nicht mehr für die Zukunft der Arbeit so gilt. Und wenn die Arbeit als Belastung an die Technik abgegeben wird, was macht uns dann noch aus? Heute ist die Arbeit auf jeden Fall ein maßgebender Identifikationsfaktor für uns als Menschen. Das wissen wir ja von dem Befinden und Entwicklung von Langzeitarbeitslosigkeit, Auch der Kampf um die Arbeitswelt. Wer darf arbeiten und wer muss zu Hause bleiben, dem man das lange Zeit schmackhaft machen konnte. Du darfst zu Hause bleiben. Aber da hat die Arbeitswelt auf jeden Fall eine ganz neutrale Position eingenommen. Und das ist auch ein Thema für euch wahrscheinlich. Wer sind wir, wenn wir die Arbeit abgeschafft haben? Das taucht am Rande im Zukunftszentrum ganz viel auf. Wir haben es im Pflegebereich sehr ausgeprägt, weil da Menschen in die Berufe gegangen sind und auch über einen langen Zeitraum diese Berufe aushalten, weil sie aus Berufung da reingehen, weil sie was mit Menschen machen. Dann ist die Angst, vom Roboter oder von der KI ersetzt zu werden, die ist da sehr ausgeprägt. Auch das Arbeiten mit solcher Technologie, weil die Befürchtung ist, dass die Arbeit entmenschlicht wird. Also der Satz, ich mache den Beruf doch, weil ich mit den alten Leuten zu tun haben möchte, ist einer, der mir, ich habe vorher beim Deutschen Roten Kreuz im Bereich Digitalisierung gearbeitet, da schon ganz viel über den Weg gelaufen ist. Und ich glaube, das macht es nochmal deutlich.
[42:46]Dass das einfach auch ein Kernthema ist, die Angst des Jobverlustes. Aber warum gibt es diese Angst? Und da geht es nicht nur darum, Geld zu verdienen, sondern das ist auch sinngebend. Was wir übrigens bei älteren Männern ganz viel sehen, das hat sich so ein bisschen verändert, aber wenn ältere Männer aus ihrem Beruf ausscheiden, sterben sie regulär früher, als Frauen das tun. Da sind wir noch weit von entfernt. Darf jetzt nicht nachrechnen. Nein, ich auch nicht. Genau, wir nähern uns allenfalls dem Ende des Podcasts.
[43:19]Micha, vielen Dank, auch dass es jetzt nach langer Zeit geklappt hat, dass wir zusammen ein Projekt hier, einen Podcast durchführen konnten und du Einblicke in die Arbeitswelt und vor allen Dingen in eure Arbeit als Forschungsinstitut geliefert hast. Ich finde es beruhigend zu wissen, dass es solche Institute und Anlaufstellen gibt, die man befragen kann, beauftragen kann und die sich aus dieser Perspektive mit diesen Entwicklungen beschäftigen. Das war mir vorher gar nicht so klar gewesen. Ja, ich bin auch sehr froh, dass es das gibt, weil es wirklich so eine mit ganz vielen auch immer wieder neuen Projekten Spielwiese ist, wo man Fragen nachgehen kann, die tatsächlich relevant sind. Und die dann aber, wir haben einen sehr engen Transfer auch dann in die Unternehmen, zu den Auftraggebern, dass daraus auch was entsteht. Also dass wir nicht nur für den Elfenbeinturm vor uns hin forschen und produzieren, sondern immer auch in diesem Transfer sind der Umsetzung und der Evaluation und dann zu schauen, wie kann man es wieder weiterentwickeln. Gutes Gelingen weiterhin und bis bald. Vielen Dank. Danke schön, dass ich da sein durfte. Das hat Spaß gemacht. Sehr gerne. Tschüss.
[44:29]Michael Ney vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung. Ein Institut, das sich mit der Arbeitswelt beschäftigt, darin natürlich auch mit der Digitalisierung und was es bedarf. Ich habe mich mit ihm vorgewagt, was die Arbeitswelt für Konfliktpotenziale bereithält und auch noch weiterhin bereithalten wird. Wir haben natürlich Themen gestriffen, wie sinnvoll es ist, das Lernen zu lernen und die Weiterentwicklung der Organisation, des Teams, der eigenen Kompetenzen in den Blick zu nehmen, wie auch neuerdings das Schlagwort Ambiguitätstoleranz gegenüber der Veränderung, gegenüber den Andersartigkeiten, die mir entgegenkommen, eine Rolle spielen wird. Und wir haben zum Schluss auch die Erkenntnis festhalten können, dass, Lösungsansätze und Notwendigkeiten, hier am Beispiel, wie gehe ich gestärkt in eine neue soziale Situation.
[45:36]Umschlagen konnten durch neue technologische Entwicklungen wie zum Beispiel die sozialen Medien, die ständige Verfügbarkeit auch von sozialen Medien. Wie das umschlagen kann in, ich bin da so gestärkt, dass ich schon gar nicht mehr mich einlassen muss auf andere, sondern sehr stereotyp oder auch so abfällig und abwertend gegenüber den Andersartigkeiten denken und mich so verhalten kann, weil ich ja genügend Rückhalt spüre, den ich mir in meiner Bubble besorge. Das ist auch keine Einseitigkeit, also das betrifft nicht nur eine Seite, sondern das betrifft alle Seiten, die sich auf die eigene Position zurückziehen können. Das fand ich einen interessanten Punkt, den wir im Gespräch hier auch markiert haben, daher eine sehr sinnvolle Episode aus meiner Perspektive. Aber wie hast du diese Episode erlebt und angehört? Lass es mich und uns wissen. Schreib mir in den Kommentaren oder auf den sozialen Medien. Hinterlasse ein Feedback oder auch eine Sternebewertung auf den Podcast-Catchern, wo du also hier diesen Podcast gehört hast. Für den Moment bedanke ich mich bei dir, dass du hier mit dabei warst. Ich freue mich, wenn das auch beim nächsten Mal wieder der Fall ist und verbleibe ich dir mit den besten Wünschen.
[47:00]Kommt gut durch die Zeit. Ich bin Sascha Weigel, dein Host von INKOVEMA, dem Institut für Konflikt- und Verhandlungsmanagement in Leipzig und Partner für professionelle Mediationsverfahren.