
Visuelle Impressionen der Ausgabe
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Im Fokus: Digitale Konfliktbearbeitung in der Justiz.
Ein Gespräch mit Gesine Irskens über Virtual Reality, KI und
Entwicklungen in der juristischen Aus- und Fortbildung, S. 190-192;
Zusammenfassung
Das Interview untersucht am Beispiel des Projekts CourtnAI, wie Virtual Reality und Künstliche Intelligenz die juristische Aus- und Fortbildung verändern können. Ausgangspunkt sind konkrete Probleme der Justiz: aufwendige Abläufe, bislang wenig hinterfragte Routinen und vor allem der Mangel an Möglichkeiten, kommunikativ anspruchsvolle Situationen realitätsnah zu trainieren. Digitalisierung erscheint dabei nicht als technischer Selbstzweck, sondern als Anlass, bestehende Prozesse zu überprüfen und neu zu gestalten.
Ein zentraler Beitrag des Gesprächs liegt in der Darstellung von VR und KI als Instrumente erfahrungsorientierten Lernens. In virtuellen Gerichtssälen, Mediationsräumen oder Prüfungssituationen können Nutzerinnen und Nutzer mit KI-gesteuerten Avataren etwa Zeugenvernehmungen, konflikthafte Verhandlungen oder Vergleichsgespräche trainieren und anschließend ein auf das jeweilige Lernziel zugeschnittenes Feedback erhalten. Die immersive Lernumgebung ermöglicht es, schwierige Situationen individuell und wiederholt zu üben und dabei nicht nur fachliche, sondern insbesondere kommunikative und soziale Kompetenzen zu entwickeln und realistischer einzuschätzen.
Für Mediation, Konfliktmanagement und andere kommunikativ anspruchsvolle Tätigkeiten weist das Projekt damit über die Justiz hinaus. Entscheidend ist dabei nicht die Ersetzung klassischer Fortbildung oder menschlicher Interaktion durch Technologie, sondern deren sinnvolle Ergänzung. KI-gestützte Simulationen schaffen geschützte Räume, in denen schwierige Gesprächssituationen praktisch erlebt und gefahrlos erprobt werden können. Das Interview macht zugleich deutlich, dass der Erfolg solcher Technologien weniger von ihrer technischen Leistungsfähigkeit allein abhängt als von ihrer didaktischen Einbettung und der Frage, welche Kompetenzen mit ihnen tatsächlich entwickelt werden sollen.
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