[0:00] Hey du, gleich jetzt hier zu Anfang des Podcasts, schnapp dir das Smartphone, gib eine Sternebewertung ab und schreib mir einen Kommentar, damit wir wissen, wie dir der Podcast gefällt.
[0:12] Und jetzt geht’s mit dem Podcast weiter. Herzlich willkommen zum Podcast Gut durch die Zeit, der Podcast rund um Mediation, Konfliktcoaching und Organisationsberatung, ein Podcast von in Kofema. Ich bin Sascha Weigel und begrüße dich hier zu einer neuen Folge. Und die heutige Folge dreht sich um ein spezielles Thema im Kontext Mediation. Das Lieblingsthema vieler Mediatoren war ich fast geneigt zu sagen, Marketing. Marketing für Mediationsdienstleistungen. Wir hatten es hier schon ein paar Mal auch angesprochen und es ist natürlich auch immer ein Thema in der Ausbildung. Spätestens dann, wenn die Ausbildung abgeschlossen ist, selten aber so benannt und darunter verhandelt. Man geht doch lieber mit Kollegen nochmal in ein Rollenspiel und bereitet sich auf die Mediation vor, als dass man seine Kunden vorbereitet, in Mediation zu gehen. So wichtig das Thema jedem scheint so.
[1:05] So heiß wird es angepackt, so wenig wird es konkret angegangen. Das ist so die Ausgangsthese. Und deshalb habe ich mir jetzt nicht nur eine Mediatorin ins Podcast-Studio eingeladen, sondern eine Expertin auch für Marketing und Marketingberatung. Herzlich willkommen hier, Katharina Dammer. Hallo Sascha, vielen Dank für die Einladung. Gerne. Katharina, das ging ja alles relativ schnell. Wir haben uns auf LinkedIn sozusagen connected, kennengelernt und du hast einfach Marketing gemacht für deine Marketingberatung. Dann sind wir jetzt hier. Katharina, wer bist denn du? Was machst denn du so?
[1:44] Ja, also erstmal schön, dass ich hier sein kann, dass wir sprechen über das Thema. Ich halte es auch für sehr wichtig und sehr sinnvoll, darüber zu sprechen. Ich bin sozusagen in meinem ersten Berufsleben Marketing- und Kommunikationsfrau, habe da einige Stationen durchlaufen in der Medizintechnik, aber auch im gemeinnützigen Bereich und bin so gesehen.
[2:05] Fürs Marketing schon immer zuständig gewesen, inklusive meines Studiums. Ich habe tatsächlich auch als Dozentin schon gearbeitet, hier in Düsseldorf an einer Hochschule. Da ging es auch um Marketingkurse, Grundkurs und weiterführende Kurse. Und genau, irgendwann habe ich meine Mediationsausbildung gemacht. Das ist jetzt mittlerweile auch schon gut elf Jahre her und habe dann auch mediiert, habe Mediation gemacht, bin aber in meiner ursprünglichen Profession hauptsächlich geblieben. Und jetzt habe ich mich in diesem Jahr selbstständig gemacht mit einer kleinen Marketingberatung namens Mookie. Diese richtet sich ganz speziell an Mediatoren und Mediatorin, weil ich da einfach einen großen Bedarf sehe, ein bisschen mutiger zu sein, was die Selbstvermarktung angeht, um eben in der Mediation auch zu arbeiten. Erfolgreich zu werden. Und da werden wir ausführlich drüber sprechen. Wenn du so sagst, ich war fürs Marketing zuständig, klingt das zunächst mal für mich nicht so nach einer Herzensangelegenheit. Aber so, wie ich Marketingleute kennengelernt habe, Marketingmänner und Marketingfrauen, die waren immer voll auf Fahrt, die waren voll in Flamme, die waren so.
[3:14] Ich weiß nicht, wie man, bei Autoleuten sagt man, die haben Benzin im Blut. Ich weiß nicht, was sagt man bei Marketingleuten? Die sind verrückt oder? Das weiß ich gar nicht so genau, ob es da so speziellen Begriffe gibt. Doch, ich war da auch sehr begeistert und sehr Feuer und Flamme. Es gab ganz unterschiedliche Themen, die ich da begleitet habe oder teilweise auch geleitet habe. Das hat immer sehr viel Spaß gemacht. Also ich war in der Medizintechnik zum Beispiel zuständig für die Markteinführung des kleinsten Herzschrittmachers der Welt. Mikra heißt der.
[3:42] Kaum sichtbar. Genau, er ist kaum sichtbar. Ja, es war eine ganz spannende Zeit und da habe ich unheimlich viel Einfluss auch einfach auf diese ganzen gesamten Marketingaktivitäten im europäischen Markt genommen. Aber im Speziellen waren wir hier für den deutschen Markt zuständig. Und später im gemeinnützigen Bereich ging es um Brustkrebsfrüherkennung und Prostatakrebsfrüherkennung. Super spannendes Thema. Ich habe die Leitung der Prostatakrebskampagne im Laufe der Zeit dann übernommen. Anfangs war ich für Pink Ribbon mit zuständig. Da ging es wirklich darum, Männern um die 45 Jahre zu erklären. Da bin ich drüber hinaus. Ich fühle mich gar nicht angesprochen. Ich hätte sagen sollen, ab 45 Jahren. Da die Wichtigkeit einfach mitzugeben. Das ist etwas, das sieht man nicht, aber es ist etwas, das kann man unheimlich gut noch heilen. Oder in vielen Fällen, muss man sagen, noch heilen. Und deswegen ist es super wichtig, Früherkennung zu betreiben. Und das habe ich, glaube ich, vier Jahre lang gemacht. War da in der Tat Feuer und Flamme. Du kennst dich also mit schwierigen Produkten aus und mit Kunden, die wirklich Besseres zu tun haben.
[4:47] Aus ihrer Perspektive, als sich dem zu widmen. Das finde ich schon mal gut. Wir kommen auch darauf zurück. Mediation ist ja ein ganz ähnliches. Manche sagen, wie zum Zahnarzt gehen, aber Prostata-Vorsorge trifft es mal noch ein bisschen marketingorientierter. Wir nähern uns langsam ran an diese Thematik. Das heißt, du hast Marketing gerne gemacht. Das war sozusagen dein Ding.
[5:07] Und dann würde ich jetzt provokativ fragen, hast du trotzdem noch eine Mediationsausbildung begonnen? Ja, tatsächlich habe ich die begonnen, weil ich im Unternehmen Teil eines Vertrauenskollegiums gewesen bin. Wir waren sozusagen die Vorstufe zum Betriebsrat. Das Unternehmen hat so ein bisschen versucht, den Betriebsrat zu verhindern und hat andere Möglichkeiten offengelegt, um Konflikte zu klären und Gespräche zu führen. Da gab es dann eine gewählte Gruppe von Mitarbeitenden des Unternehmens. Da war ich eine von Unternehmen.
[5:38] Und dann sind Menschen an uns herangetreten, haben uns gebeten, mit ihnen in Konfliktgespräche zu gehen, untereinander oder mit den Vorgesetzten jeweils. Und das war eine sehr spannende Tätigkeit. Also es hat mich schon sehr begeistert, da einfach Hilfestellung geben zu können, Menschen unterstützen zu können, Konflikte zumindest nicht immer lösen zu können, aber zumindest unterstützen zu können und manchmal Wege zu finden, wie man damit umgehen kann. Und in dem Rahmen habe ich dann überlegt, was ich machen kann, um mich in dieser Position noch so ein bisschen, ja vielleicht so ein bisschen glaubwürdiger auch dastehen zu lassen. Man kann immer sagen, ich bin gut darin, ich bin gut mit Menschen, ich kann gut mit Menschen reden, das können wir alle sagen. Wenn man dann wirklich auf dem Papier stehen hat, ich habe jetzt eine Ausbildung zur Mediatorin abgeschlossen, bin geprüft, dann hat das nochmal für die Leute eine andere Glaubwürdigkeit und manchmal auch so einen höheren Grad an Vertrauen, der in so ein Gespräch reingelegt wird. Und so bin ich zur Mediation gekommen und habe das dann auch im Betrieb viel weitergeführt und dann aber in Mediation außerhalb des Betriebes, auch nebenberuflich. Also Konfliktanlaufstelle. Würdest du sagen, dass du die Ausbildung, diese Idee, jetzt brauche ich da nochmal eine Weiterbildung, dass das mehr für dich wichtiger war oder mehr für die Klienten wichtig, dass die sehen, da ist eine geprüfte Mediator und vielleicht sogar auch eine zertifizierte, wenn man sozusagen die alte Häs in den Regeln des Mediationsgesetzes anschaut, vielleicht passt das sogar noch drunter? Gute Frage. Also…
[6:59] Ich glaube, für mich selber brauchte ich es auch ein bisschen, um dem Ganzen so mehr Sicherheit zu geben, auch das Gefühl zu haben, ich mache das nicht nur nach Bauchgefühl, sondern tatsächlich auch nach einem richtigen Konzept, was dahinter steht, einer offiziellen Methode, die dahinter steht. Also es hat auch dazu geführt, dass ich festgestellt habe, mein Bauchgefühl ist dann doch an vielen Stellen auch ganz gut, aber ich hatte sozusagen mir selber dann auch diesen offiziellen Stempel gegeben und habe mich damit auch besser gefühlt. Ich glaube aber auch, dass das für die Mitarbeitenden gut gewesen ist, einfach als Gefühl, da sitzt eine echte Mediatorin, da sitzt jetzt nicht nur irgendeine, die mir da hingesetzt wurde, weil die ganz nett ist. Und für die war das, glaube ich, schon sehr hilfreich, das Gefühl zu haben, was ich mache, hat Hand und Fuß. Also beide Seiten wäre die kurze Antwort.
[7:43] Das nehme ich mal so als Brücke zum Thema, weil meine Beobachtung ist, dass genau das geschieht, wenn sich dann beworben wird um Aufträge. Ob jetzt nun als Konfliktanlaufstelle im Unternehmen oder als sogenannter freier Mediator in freier Wildbahn. Es ist eigentlich egal, die Erfahrungen sind ganz ähnlich. Man muss irgendwie, sich präsentieren, damit man gesehen wird und als Adresse, als Anlaufstelle auch wirklich wahrgenommen wird. Wenn man das nicht macht, ist auf jeden Fall die Erfahrung, dann kommt auch keiner. Egal, wen man eigentlich fragt. Und viele machen dann genau das und präsentieren ihre Ausbildung, was sie dort gelernt haben. Was ist Mediation?
[8:27] Wie ist das Verfahren? Was sind die Prinzipien? Also, liebe Welt, ich habe aufgepasst bei mir in der Ausbildung. Ich bin das jetzt. Aus Marketing-Gesichtspunkten, wie würdest du das einschätzen? Ich habe auch so die Erfahrung gemacht, dass vielleicht wird einem das auch so ein Stück weit suggeriert während der Ausbildung. Das kann ich rückblickend gar nicht mehr so genau beurteilen. Aber ich bin selber aus der Ausbildung rausgegangen und obwohl ich Marketingfrau war, war nicht mein erster Impuls, ich mache jetzt Werbung für mich, sondern mein erster Impuls war, ich baue mir jetzt ein Netzwerk auf. Ich habe ja hier schon die ersten in der Runde sitzen, die mein Netzwerk sind. Wo ist die nächste Regionalgruppe? Wo kann ich mich engagieren? Wo kann ich vielleicht mal ko-mediieren? Das sind alles Dinge, die sind sehr wichtig. Das Wissen über das Verfahren ist sehr wichtig. Ich glaube auch, dass das Netzwerken unheimlich wichtig ist.
[9:15] Und gleichzeitig fehlt noch ein Baustein. Denn ohne die Sichtbarkeit draußen in der Welt führt mich das Netzwerk eben nur so weit, wie auch der tatsächliche Dunstkreis des Netzwerkes ist. Und in dem Netzwerk gibt es natürlich auch viele andere Mediatoren und Mediatorinnen, die auch ihre Fälle suchen und in einer wahrscheinlich vergleichbaren Situation sind. Und somit muss ich natürlich noch irgendeinen weiteren Schritt gehen, damit ich wahrgenommen werde von nicht nur der Szene, sage ich jetzt mal, nenne ich es jetzt mal, sondern eben auch von den Menschen, die wirklich dringend Mediation eigentlich brauchen oder zumindest den Menschen, die in einem Konflikt stecken, vielleicht noch nicht wissen, dass sie eine Mediation brauchen. Aber wenn sie nicht wissen, dass es mich gibt, dann werden sie andere Wege einschlagen. Das ist ein kluger Punkt, dass eine Tendenz besteht, dass man das dann tut, dass man sich ein Netzwerk organisiert, dass man Vereine gründet oder welchen beitritt. Die Vereinsgründungszeit ist eigentlich vorbei, so in der Mediation, aber es geschieht dann doch immer noch mal wieder. Und dass das mit zu tun hat, dass das Verfahren als solches so auf den Sockel gehoben wird, dass das Verfahren einen Wert an sich bekommt.
[10:25] Den es ja auch hat. Das dürfen wir ja auch nicht ganz vergessen. Also es hat ja einen ganz hohen Wert und das ist auch gut, dass das vermittelt wird. Also Mediation darf auf einem Sockel stehen, aus meiner Sicht. Wenn der Sockel nur so in unserem kleinen Stuhlkreis, sage ich jetzt mal böse, steht, dann kommt deswegen ja noch niemand von außen und wertschätzt dieses besondere Gut. Ja, und dann muss man natürlich den Schritt gehen und die Mediation auch mal vom Sockel heben und sie auch mal außerhalb des Stuhlkreises auf die Straße tragen und schon sind da die ersten Menschen, die, das wahrnehmen, also die eine Sichtbarkeit erlangen und wenn es nur die drei sind, die daran vorbeilaufen. Vielleicht nehmen wir das so als Bild. Wie kriegen wir das Verfahren lebendig gemacht für diejenigen, die dazu eingeladen sind, also für Konfliktparteien, dass sie das nicht als Monolith wahrnehmen, das man halt betrachten kann, aber nicht anfassen bitte.
[11:17] Schön Abstand halten. Das kann sonst dreckig werden. Also wenn man das nicht richtig behandelt. Oder wehtun. Oder wehtun. Ich habe eher so den Eindruck, das könnte dann dreckig werden und da bin ich lieber Mediator im Ideal, auf Abruf, aber nicht an der Front. Was sind für dich Punkte, wenn du, du bietest ja Marketingberatung an für Mediatoren ganz speziell. Wie geht das los? Also was ist ein Ausgangspunkt, auf den du schaust, auf den du achtest, wenn jemand zu dir kommt und sagt, hier, ich bin Mediator, ich würde das gerne von Herzen aus machen. Aber irgendwie sind die Konfliktparteien so vernagelt und so mit Schollklappen ausgestattet, die sehen mich nicht. Meine Erfahrung bisher zeigt, dass oft, Tatsächlich das Wort Marketing so ein bisschen Angst aus. Also ich übertreibe es so ein bisschen in der Wortwahl, aber um das deutlich zu machen. Ekel. Ja, Ekel auch. Marketing ist irgendwie was für Süßigkeiten oder alkoholische Getränke oder Zigaretten oder so.
[12:16] Autos. Ja, das ist nichts für mich als Mediatorin oder Mediator. Und da muss man vielleicht erstmal so ein bisschen diesen Abstand zu finden, dass man vielleicht mit einer anderen Wortwahl loslegt und sagt, bei uns geht es darum, dich sichtbarer zu machen. Du musst sichtbarer werden. Es geht nicht darum, letztens habe ich zum Beispiel gesagt bekommen, ich möchte ja jetzt auch niemandem was andrehen, was die gar nicht haben wollen. Und dann denke ich, ja, das ist ein guter Ansatz, weil das möchte ich auch nicht. Aber ich glaube, es ist wichtiger, den Personen, die da draußen sind, die ihre Konflikte haben, zu zeigen, es gibt dich und die Möglichkeit zu geben, dich zu finden. Das ist ja auch das Ding. Ich muss ja irgendwie gefunden werden können. Und wenn ich im Internet eingebe, Familienkonflikt, ich weiß nicht mehr weiter, was soll ich tun, dann müsste da idealerweise oben stehen, Katharina Dammer, Mediatorin, jetzt anrufen oder so. Also das wäre so ein Produkt aus dem, was wir in der Marketingberatung machen.
[13:10] Aber was sind die ersten Schritte, die ich angehen würde? Erstmal würde ich versuchen, ganz genau in die Positionierung zu gehen, also wirklich zu gucken, was ist denn deine Spezialisierung?
[13:21] Gibt es einen bestimmten Bereich der Mediation, den du betreten möchtest? Was qualifiziert dich dafür? Und das muss, also es geht immer so um dieses Alleinstellungsmerkmal. Das ist auch so ein Wort, wo viele so ein bisschen Angst vorhaben. Man muss nicht die einzige Person sein, die eine bestimmte Eigenschaft mitbringt. Aber trotzdem ist es natürlich hilfreich, wenn man bestimmte Dinge im Charakter, in der Berufserfahrung, in der Ausbildung, wo auch immer, gesammelt hat, die mich für eine spezielle Situation vielleicht nützlich machen. Dann hat man vielleicht, also es ist jetzt sehr, sehr grob natürlich nur gesprochen. Ja, aber ich finde das für einen guten Punkt, um das einzustreuen. Das ist eine andere Herangehensweise als zu Beginn von Mediation, wo sozusagen das Verfahren beworben wurde. Das Verfahren als solches ist gut und das wird jetzt in den Vordergrund gerückt. Und dahinter ist die Mediatorin als neutrale, allparteiliche Person eigentlich Instrument des Verfahrens. Eigentlich nicht wichtig. Du kannst jeden Mediator nehmen, jede Mediatorin. Das Verfahren, wenn das gut ausgeführt ist, dann ist das erfolgsversprechend. Und diese Werbung hat nicht verfangen. Das war egal. So, das Verfahren. Vielleicht könnte man sagen, dass du sagst, wir sind jetzt personorientierter oder das hilft als Ansatz? Ja, es hilft als Ansatz, aber was wir eigentlich machen sollten, ist bedürfnisorientiert zu sein. Also wenn ich jetzt eine Konfliktpartei oder zwei Konfliktparteien habe.
[14:49] Muss ich mir vorstellen, also okay, ich gehe noch mal einen Schritt zurück. Wir waren in der Positionierung, das geht auf die Person selber bezogen. Aber dann kommt der nächste Schritt und da geht es um die Zielgruppe.
[14:58] Beides zusammen ist total wichtig. Wenn ich dann nämlich weiß, was kann ich gut, was möchte ich eigentlich machen, auch was möchte ich nicht machen, ist auch immer sehr wichtig, dann kann ich daraus schon mal so ableiten, was könnte meine Zielgruppe sein. Und wenn ich dann im nächsten Schritt das genau definiert habe, kenne ich schon die Bedürfnisse der Zielgruppe etwas besser. Also sagen wir mal Familienstreitereien, was wäre vielleicht ein typisches Bedürfnis für meine Zielgruppe, endlich abends nicht mehr auf der Couch weinen. Also das Bedürfnis ist nicht, ich möchte eine Mediation, sondern das Bedürfnis ist, ich möchte nicht mehr so traurig sein, ich möchte, dass die Kinder nicht mehr mitbekommen, wie schlimm wir uns streiten. Das sind die Bedürfnisse. Und das sind dann die Dinge, auf denen man aufbaut, wenn man sich sichtbar macht, um den Leuten zu zeigen, das ist, womit ich dir helfen kann. Ja, ich kann dir helfen, wieder Frieden in dein Wohnzimmer zu bringen oder ich kann dir helfen, dass dein Familienleben endlich wieder ausgeglichener wird. Also, dass man so ein bisschen wirklich bedürfnisorientiert arbeitet. Das machen übrigens die Autowerbungen und die Zahnpasta-Werbungen und die Süßheitswerbungen auch. Aber das ist auch der Trick im Marketing, dass man wirklich sich überlegt, was brauchen denn die Leute, die ich anspreche und wie kann ich ihnen das Gefühl geben, dass sie das bei mir bekommen.
[16:18] Da nehme ich mal die zwei Grundzüge, die aus meiner Erfahrung her wichtig sind. Das eine ist das, was du angesprochen hast, das Bedürfnis einer Person, die sich als Opfer sieht, dass das Leiden aufhört, das Weinen auf dem Sofa, das Leiden an der Situation, an anderen Menschen aber auch. Und das zweite große Bedürfnis ist, ich will Recht haben.
[16:38] Ich will einfach, dass der andere einsieht, dass er falsch liegt und dass ich das… Schon immer gesagt habe, das sind die zwei großen, finde ich, Bedürfnisse von Konfliktparteien. Das eine ist ansprechender so, da sind sozusagen die Retterimpulse sofort aktiviert. Bei den anderen habe ich den Eindruck, das finden Mediatoren eher abstoßend. Wenn auch vielleicht verpackt in so einem Retterverhalten von so gönnerhaften, naja, ja, du kannst zu Gericht gehen, aber dann wirst du auch nicht glücklich, komm lieber in die Mediation. Mal angenommen, die These stimmt, die wollen Recht haben. Was mache ich damit aus Marketinggesichtspunkten? Das ist eine gute Frage. Das müsste man vielleicht ein bisschen konkreter überlegen. Wir sprechen ja von einer größeren Zielgruppe. Also wir möchten eine Zielgruppe ansprechen und wir brechen es oft dann runter auf diese eine Person. Also im Marketing sagt man auch oft die Persona, also wirklich so die eine Person, die Recht haben möchte, die Bestätigung sucht. Und dann müsste man sich damit wirklich ziemlich genau auseinandersetzen und überlegen, gibt es dafür ebenfalls eine Ansprache, dass diese Person möglicherweise auch ein Interesse daran hat, die Mediation mitzumachen. Vielleicht ist das nicht unbedingt die Person, die sie mitzumachen.
[17:47] Die unsere erste Zielgruppe ist. Vielleicht ist das die zweite Person im Konflikt, die wir wirklich ansprechen und die sich einsetzt und die anruft und sagt, ich habe ein Problem, ich möchte das lösen. Aber wie bekommen wir die zweite Person ins Boot? Und da, glaube ich, sind dann vielleicht doch auch wieder so typische Mediationstaktiken ganz gut, in einem ersten unverbindlichen Gespräch wirklich auf die gemeinsamen Ziele hinzuarbeiten und zu gucken, was ist denn etwas, worauf ihr beide euch einigen könnt, wo wir hinarbeiten. Ich weiß nicht, ob man das in einem Marketing-Slogan gut verpackt bekommt, aber die Überlegung läge für mich nah, ist das die Person, die ich als erstes in meinem Marketing anspreche? Oder sind es nicht eher die Personen, die großen Leidensdruck haben und nach der Lösung dieses Leidensdrucks suchen? Oder vielleicht hat ja die Person, die recht haben möchte und bestätigt werden möchte, trotzdem auch einen Leidensdruck, der trotzdem auch durch mein Angebot angesprochen werden kann, indem ich sage, und wir werden eine Lösung finden. Wir werden euch wieder in einen friedlichen Alltag zurückbringen. Vielleicht kann das ja die Person trotzdem auch ansprechen, obwohl ihr primäres Bedürfnis ist, ich möchte jetzt Bestätigung und Recht haben. Aber trotzdem hat es ja wahrscheinlich das sekundäre Bedürfnis nach Ruhe oder Frieden.
[19:09] Ja, und Recht haben wollen. Das heißt, Recht bekommen ist ja auch eine Kontaktaufnahme, ist ja ein Beziehungsangebot. Ist vielleicht nicht von dauerhaft getragen, aber es ist jetzt nicht abschneidend. Wenn der Schwerpunkt nicht darauf zu sehen ist, den anderen ins Unrecht zu setzen, das ist mitunter auch natürlich ein wichtiger Aspekt, aber eben dort nochmal auch ein Angebot zu machen für eine Beziehung. Es geht ja heute oder in dem Podcast nicht darum, dass wir die Lösung finden. Es gibt auch eben, gerade weil wir gesagt haben, personenorientiert und sowohl Personen des Mediators, der Mediatorin als auch der Klienten können wir auch keine generelle Marketinglösung.
[19:47] Kreieren, sondern das ist schon sehr persönlich und sehr konkret. Aber die richtigen Fragen und die richtigen Zugangswege würde ich sozusagen mit dir hier weiter vertiefen. Und das heißt eben auch, ein paar Illusionen zu zerstören.
[20:01] Weil aus der Perspektive von Mediatoren ist das Angebot von Mediation völlig anders gelagert als für die Konfliktparteien selbst. Meine Erfahrung aus Marketinggesichtspunkt ist, dass Konfliktparteien die ungeeignetsten Kunden überhaupt sind. Denn das haben Mediatoren ja schnell rausgefunden, dass Konfliktparteien sehr scheuklappenbezogen sind. Die haben einen sehr engen Fokus, sie wollen Recht haben oder sie wollen, dass das Leiden aufhört. Die sind für eine Ansprache eigentlich gerade voll. Die haben anderes im Kopf. Ist das ein Thema, was in Marketing auch aus anderen Bereichen bekannt ist? Also dass man praktisch Leute anspricht, in einem Moment, wo sie dafür gar nicht da sind, die bereit sind, wenn sie schon im Konflikt sind. Es gibt wahrscheinlich viele Bereiche. Wir haben vorhin schon über Zahnärzte, Zahnärztinnen gesprochen. Also es gibt ja viele Berufstypen.
[20:53] Gut, die machen jetzt nicht, obwohl die machen auch Werbung mittlerweile. Es gibt ja auch viele Zahnarztwerbungen. Aber es ist ja auch ein Thema, mit dem möchte man sich nicht so gerne auseinandersetzen. Man schiebt es auch gerne auf. So ein Konflikt hat ja auch so seine Höhen und Tiefen. Manchmal hält man es gerade mal wieder so ein bisschen aus. Vielleicht wird es ja jetzt besser, dann muss ich mich jetzt vielleicht doch nicht weiter kümmern. Und ich denke mal, in anderen Bereichen wird es das auch geben. Im Versicherungsbereich, denke ich, haben wir so ein Thema. Warum soll ich mich jetzt damit auseinandersetzen, meine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen? Ich bin 22, ich bin jung und dynamisch. Was soll mir denn schon passieren, um berufsunfähig zu werden? Und das sind natürlich auch so Bereiche, wo man gut überlegen muss, wie, ich finde den Vergleich schwierig mit einer Versicherung, weil das immer so ein sehr negativ besetztes, also Versicherungsvertreter, so ein negativ besetztes Thema. Das ist ein schwer verkaufbares Produkt, genau, die haben immer genervt. Und das finde ich doch ein passender, also eine schöne Ausgangsthese, wir sind wie Versicherungsvertreter und wissen es aber nicht einmal. Wir wollen auch nicht so diesen unangenehmen Ruf bekommen von Versicherungsvertretern. Und das ist vielleicht auch ganz wichtig, dass jetzt nicht so der Gedanke aufkommt, wenn ich jetzt Marketing für mich mache, dann bin ich eine nervige Versicherungsvertreterin.
[22:06] Und trotzdem ist es natürlich gut, wenn man diese Versicherung verkaufen möchte, dass man die Bedürfnisse der Menschen im Blick hat. Und in dem Fall würde man sich wahrscheinlich um Dinge bemühen, wie du genießt dein Leben, du liebst deinen Lebensstandard. Diesen Lebensstandard kannst du dir absichern, indem du jetzt eine Versicherung abschließt und wenn du dann in fünf Jahren eine schwere Erkrankung hast oder in 20 Jahren, dann kannst du dir diesen Lebensstandard eben weiterhin leisten, ne.
[22:36] Und ich denke mal, ja, den Vergleich kann man ziehen, ein schwer verkaufbares Produkt. In der Mediation muss man eben auch schauen, was sind die Dinge, die meine Zielgruppe anspricht. Im Unternehmen ist es ja auch wieder was ganz anderes. Du sagst, die Person jetzt Versicherung verkaufen. Wir haben alle schlimme Bilder im Kopf, obwohl wir alle auch versichert sind.
[22:56] Es ist ja ein kluges Produkt. Unsere ganze Wirtschaft basiert darauf. Und es ist für eine Person, die in fünf oder in 20 Jahren erst erkrankt. Der Spur würde ich nochmal ein bisschen folgen, weil die zeitlichen Fragestellungen eine Rolle spielen. Wenn ich durstig bin und ich sehe Werbung für eine, ich habe jetzt natürlich Cola im Blick, aber es kann jedes andere Getränk sein, dann ist das so, oh jetzt würde ich dafür aber wirklich alles hingeben. Oder wenn ich laufen muss und mir tut alles weh und ich sehe eine Autowerbung, dann denke ich auch, okay, ach, das wäre jetzt genau das Richtige. Das funktioniert bei der Mediation scheinbar so nicht. Das ist auch gut belegt, dass Mediation sehr guten Leumund hat. Also Mediation wird sehr gut gesehen von allen Personen, außer von denen, die jetzt im Konflikt sind. Ah ja, interessant. Wobei, ich könnte mir vorstellen. Für andere finden wir es immer toll. Ja, das stimmt, weil es aber auch damit zu tun hat, sich mit dem eigenen Konflikt auseinanderzusetzen. Ich glaube, dass es trotzdem auch funktioniert für Mediation. Ich glaube nur, dass eben diese Werbung nicht so viel vorhanden ist, dass wir tatsächlich an den Punkt kommen, uns dafür zu entscheiden, diese Kaufentscheidung zu treffen. Also ich brauche ja auch sehr viele Berührungspunkte mit dem Kunden oder der Kundin.
[24:19] Um eine Kaufentscheidung hervorzurufen. Das mag in manchen Produkt- oder Dienstleistungsbereichen auch mal ganz schnell gehen. Man sieht, was man will, dass man kauft es. Aber gerade bei Dingen, die so ein bisschen hochpreisiger sind, und da zähle ich jetzt die Mediation auch mal dazu, da macht man natürlich keine Impuls-Kaufentscheidung. Man muss erst mal wissen, dass es sie gibt. Man muss erst mal verstehen, was die Mediation ist. Das ist auch immer noch so ein kleines Problem. Sie finden vielleicht alle erst mal so vom Bauchgefühl ganz gut, aber was passiert da genau? Und brauche diese Berührungspunkte, um dann letzten Endes zu entscheiden, wen nehme ich denn überhaupt? Nehme ich den Sascha? Nehme ich die Katharina? Wem vertraue ich mehr? Ich recherchiere und dann komme ich irgendwann vielleicht zu einer Kaufentscheidung, vielleicht auch nicht, weil ich beschließe, nee, ich will Recht haben, ich nehme mir die Anwältin. Kann ja auch sein. Aber ich glaube, wenn wir mehr Berührungspunkte mit Mediation in der Öffentlichkeit schaffen, dann werden auch mehr Leute zu dieser Lösungsmethode greifen. Da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher. Es gibt aber nicht so viel. Das ist ja der Punkt, warum ich das auch mache. Aber insgesamt müssen wir alle sichtbarer werden als Mediatoren und Mediatorinnen. Und umso öfter man uns irgendwo sieht und umso öfter wir in sämtlichen Freundesbekannten, Vereinskreisen mediieren, umso mehr wird darüber gesprochen, dass es gut ist und umso mehr wird verstanden, worum es geht und umso eher wird selber auch dazu gegriffen. Ja, dazu hatte ich die zwei Dinge. Ich glaube, dieses Sichtbarwerden vor allen Dingen in dem Zeitpunkt, wo man noch nicht im Konflikt drin steckt, dass man wie bei der Mediationsklausel praktisch zu einem Zeitpunkt A sagt, ja.
[25:46] Wenn ich mal an einen Zeitpunkt B oder C komme, wo der Konflikt dann unerträglich ist, dann werde ich mich jetzt schon sozusagen innerlich dazu verpflichten, ich werde dann dieses Verfahren in Gang setzen, weil das ist das Klügste, was man machen kann. So ein bisschen wie beim Ehevertrag oder eben einer klassischen Mediationsklausel. Und dann braucht es sozusagen Werbung an Personen, die noch nicht Konfliktparteien sind, sondern eher drumherum. Hey du, das ist eine kleine Pause, damit du Zeit findest, ein kleines digitales Feedback auf deinen Podcast-Catcher hier zum Podcast zu hinterlassen. Ich warte noch ein paar Sekunden und jetzt geht es mit dem Podcast weiter. Vielen Dank.
[26:30] Also es gibt beide Ansätze. So generell auch im Marketing gibt es beide Ansätze. Also zum einen den Ansatz, ich werbe für etwas, wo jemand noch gar nichts drüber weiß und ich schaffe erstmal ein Bedürfnis. Wir wollen vielleicht kein Bedürfnis schaffen, aber wir wollen zumindest Aufmerksamkeit schaffen, damit später sich jemand an uns erinnert. Oder wir machen Werbung für die Menschen, die sich bereits im Konflikt befinden. Und wenn sie uns dann sehen, wo auch immer, entweder im Bekanntenkreis darüber gesprochen wird oder sie sehen etwas auf LinkedIn, dann merken sie, ach, es könnte ja auch eine Mediation sein, die mir bei meinem schon vorhandenen Problem hilft. Also beide Ansätze sind möglich. Man kann auch beide natürlich parallel nutzen. Wenn du sagst, es ist eine Ressourcenfrage, was würdest du bevorzugen? Also die sozusagen anlassbezogene, an Konfliktparteien, so ein bisschen wie ein Anwalt. Hier ist man in die Seite gefahren, du brauchst einen Anwalt, hier bin ich da. Oder eher diese, ich würde jetzt so sagen, markenorientierte. Da ist was, das steht für eine bestimmte Situation, ist nicht meine momentan, aber wenn, dann ist das so präsent, dann gehe ich da hin. Ja, also wenn es wirklich eine Ressourcenfrage ist, würde ich mich für die bedürfnisorientierte Variante entscheiden und versuchen, dort einzusteigen, wo Menschen bereits im Konflikt sind. Da wird es wahrscheinlich insgesamt einfach ein bisschen schneller gehen, dass sich jemand darauf hinmelde. Ich finde beides wichtig. Also so ist es nicht.
[27:57] Ja, mein Ansatz, man soll ja Visionen haben. Visionen sind ja so nach den Sternen greifen, die Dinge erreichen wollen, die vielleicht auch niemals komplett geschafft werden können, aber meine Vision ist ja wirklich, dass durch diese Arbeit als Marketingberaterin auch insgesamt Mediation einfach, ein stärkeres Gesicht bekommt, eine stärkere Kontur bekommt in der Öffentlichkeit. Und wie schaffen wir das? Indem so jede einzelne Person.
[28:23] Sich ein kleines bisschen sichtbarer macht und dann vielleicht ein ganz kleines bisschen erfolgreicher wird und mehr darüber gesprochen wird. Vielleicht auch ein bisschen sich geschickter sichtbar macht, als das möglicherweise bisher der Fall gewesen ist. Es gibt ganz viele, die machen das natürlich auch schon sehr professionell, aber es gibt, glaube ich, mehr, die es einfach noch nicht so gut machen oder noch gar nicht machen, sich sichtbar zu machen. Und langfristig würde ich mir schon wünschen, dass es auch den Effekt erzielt, dass es diesen markenorientierten Ansatz hat, dass irgendwann Mediation immer bei Konflikten so mit im Raum steht als eine Option. Und ich glaube, das ist im Moment noch nicht der Fall. Noch nicht so, ne? Okay, dann gehen wir mal zu dem Punkt, der jetzt schon mehrmals gefallen ist, diese Sichtbarkeit. Ich habe mich entschieden, ich mache bedürfnisorientiert und markenorientiert. Ich habe so eine Vorstellung der Personas, die also meine idealen Ansprechpartner sind und jetzt will ich sichtbarer werden. Was heißt das für mich? Ich stelle mich nicht mehr auf den Marktplatz, ich mache kein Nasenschild draußen an meiner Praxis, die geht dann vielleicht sogar noch zum Hinterhof raus, bringt also nichts.
[29:27] Also den Ansatz hatten wir vorhin, oder den Startausgangspunkt hatten wir vorhin, Positionierung, Zielgruppe finden. Und dann ist es wichtig zu gucken.
[29:35] Mit welchen Bedürfnissen arbeite ich hier und wie kann ich die sichtbar machen? Ich glaube, wenn man jetzt ganz einen Schritt weiter geht und erstmal in Marketingaktivitäten wirklich spricht, ist natürlich erstmal wichtig, ich muss irgendwo zu finden sein. Ich brauche einen Anker. Also eine Webseite wäre das wahrscheinlich im Idealfall. Vielen reicht auch mittlerweile ein Social-Media-Profil, je nachdem. Würde das dir reichen als Beraterin? Mir würde es nicht reichen. Aber ich weiß, dass es das mittlerweile sehr viel gibt. Also seien es irgendwelche TikTok-Shops oder sowas, denen reicht sowas. Warum würde es für dich nicht reichen? Ich bin da d’accord. Ich finde auch, Webseite ist das Wichtigste. Aber was ist dein Argument sozusagen? Es braucht schon eine eigene Seite und LinkedIn oder TikTok oder? Ich finde eine Webseite immer noch übersichtlichsten. Ich sage mal so, der obere Teil, man nennt es so above the line, also alles, was oberhalb der Scrollbewegung stattfindet, kann im Prinzip so ein bisschen aufgebaut sein wie so ein Social Media Profil. Letzten Endes ist es wichtig, dass direkt above the line zu sehen ist.
[30:37] Wer bin ich? Bin ich vertrauensvoll? Welches Bedürfnis kann ich hier befriedigen? Also das muss schon sein. Aber man hat wahrscheinlich je nach Studie drei bis sieben Sekunden Zeit zu überzeugen und entweder die Leute gehen von der Seite weg oder die Leute scrollen weiter. Und dann kann man auf der Seite, finde ich, sehr gut darstellen, was man wirklich im Detail zu bieten hat. Dann kann man auch nochmal drüber sprechen, was ist Mediation konkret. Ab irgendeinem gewissen Punkt ist das für die Leute natürlich auch wichtig, mehr darüber zu erfahren, wie Mediation funktioniert.
[31:08] Aber im allerersten Moment, ganz oben auf der Webseite, geht es um das vertrauensvolle Verhältnis und das Bedürfnis, was ich versuche für die MediantInnen zu befriedigen. Die Webseite kann dann aber noch viel mehr Informationen bieten und das kann, finde ich, ein Social Media Profil meistens nicht oder man muss sich sehr stark durcharbeiten. Welche Beiträge hat die Person gepostet? Was sind ihre Stärken? Das findet man da auch alles. Aber ich finde, es ist diffuser und man kann sich da nicht so gut informieren. Und eine Webseite ist ja meistens ziemlich eindeutig aufgebaut. Hier ist mein Angebot, hier ist ein bisschen über mich, wie geht Mediation? Man weiß so ein bisschen, wenn ich nochmal runterscrolle, kriege ich mehr Informationen.
[31:50] Und dafür finde ich es einfach wirklich immer noch die sinnvollste Variante, insbesondere in der Mediation. Mag sein, dass es andere Bereiche gibt, wo das weniger relevant ist. Ich sehe auch, dass das ein entscheidender Unterschied ist. Wenn man dann zu einem Social-Media-Profil geht, ich meine, das ist ja dann ein weiterer Punkt, den man sich überlegen kann, ob man den als Marketing, als Sichtbarkeitsmethode nutzen möchte. Da kann man sich dann nochmal selber als Persönlichkeit ein bisschen besser darstellen. Also die Seite macht erstmal vertrauensvoll, die kann Familienkonflikte, glaube ich, wirklich lösen, hört sich gut an. Aber wenn ich dann noch ein bisschen mehr wissen will, dann gucke ich in Social Media. Vielleicht hat die ein YouTube-Video, dann kann ich die schon mal ein bisschen sprechen hören. Was für Beiträge hat die? Sind das sympathische Themen, zu denen sie postet oder kommentiert? Kann ich mich mit der Person irgendwie so ein bisschen vertraut machen? Dafür ist dann Social Media natürlich super. Also das ist halt lebhafter, es ist oft auch ein bisschen unterhaltsamer, aber für den Informationsgehalt erstmal die Webseite. Meine Meinung und Empfehlung. Also Webseite, Social Media, YouTube.
[32:52] Was auffällt, ist, ist auf jeden Fall alles digital. Ja, aber das muss ja nicht nur so sein. Also wichtig ist, finde ich, diese Webseite als Anker zu haben. Also egal welches weitere Marketingmaterial man in die Welt verteilt, man kann zu dieser Webseite finden und da sind die Kontaktdaten und da sind die Informationen zum ganzen Prozess und so weiter. Aber was man für Marketing-Materialien nutzen möchte, hängt natürlich total stark von der Zielgruppe ab. Also bin ich jetzt in der, ich übertreibe ein bisschen in der Eldermediation, dann muss ich jetzt nicht auf TikTok meinen Gut präsentieren, um den Kontrast jetzt besonders groß zu machen. Aber wenn ich vielleicht so bei jungen Familien unterwegs sein möchte, dann denke ich, ist man bei Social Media schon auch ganz gut. Muss vielleicht nicht TikTok sein, aber Instagram kann da vielleicht ein guter Kanal sein. Bei den älteren Leuten ist es vielleicht wirklich gut, im Verein oder beim Sport oder im Eiskaffee Flyer auszulegen. Kann in dem Fall natürlich die validere Methode sein, das ist ganz klar. Ich bin auch immer noch große Verfechterin davon, dass so ein Flyer, der liegt halt auch einfach noch irgendwo rum. Ich stecke mir auch Flyer immer dann in irgendein Notizbuch oder in irgendeine Tasche und irgendwann habe ich die wieder mindestens einmal noch mehr in der Hand. Dann wandern sie in die Tonne oder ich entscheide, hebe ich noch ein bisschen auf, weil es mir wichtig ist. Und so muss man wirklich, also es gibt nicht, wie du vorhin schon gesagt hast, ein Konzept, so ich sage euch jetzt, wie Marketing funktioniert und du machst das jetzt genau so.
[34:18] Sondern es hängt ultimativ davon ab, für wen du es machst und was diese Personen benötigen. Also man begleitet sozusagen seine Zielperson auf der sogenannten Customer Journey. Die kennst du vielleicht auch.
[34:34] Ja, das habe ich schon mal gehört, die Customer Journey. Ja, klar. Ich mag den Begriff. Also ich meine, es ist sehr Denglisch, aber ich mag einfach diese Vorstellung. Also meine Kundinnenreise ist es ja übersetzt. Und die reisen durch ihr Leben und in ihrem Leben, wo kann ich sie denn antreffen mit meinen Aussagen? Treffe ich sie im Sportverein, in der U-Bahn, im Eiskaffee oder bei Instagram? Und da setze ich meine Punkte und sage, guck mal, wenn du ein Problem hast, wenn du einen Konflikt hast, ich bin für dich da. Was hältst du von der guten alten Visitenkarte? Ja. Das ja, das ja, lasse ich von der KI deuten.
[35:17] Ich finde die Visitenkarte nach wie vor nicht schlecht. Ich hatte es gestern mit einer Besucherin meines Webinars, dass wir überlegt haben, so Vereinsmediation. Da gibt es ja so viele verschiedene Menschengruppen. Wer ist denn da jetzt eigentlich genau meine Zielperson? Also wenn ich da jetzt lustig irgendwie LinkedIn bespiele, wohin führt mich das denn wirklich?
[35:40] Brauche ich zwei, drei verschiedene Flyer, weil es sind ja unterschiedliche Personen, die unterschiedliche Ansprache benötigen. Und da hatten wir auch so diesen Gedanken in so Fällen, wo man so der Meinung ist, das ist vielleicht schon so ein bisschen, die Zielgruppe ist so ein bisschen, diffuser, kann man natürlich auch gut überlegen, mache ich einen Flyer, der hat wirklich Informationen. Es gibt Leute, die wollen wirklich erst verstehen, worum es genau geht, bevor die überhaupt einmal das www.eintippen. Und vielleicht lege ich daneben aber auch einfach ein Visitenkärtchen, weil manche Leute, die brauchen nicht diesen vielen Text oder der Text auch an sie verschwendet sozusagen. Die wollen nur auf der Karte stehen haben, Mediation, Vereinsrecht, du hast ein Problem, ruf mich an. Also jetzt so mal dahergesprochen und dann nehmen die die Visitenkarte mit. Also ich glaube, die Visitenkarte ist durchaus noch ein valides Mittel, aber auch eben nicht für jede Personengruppe. Vielleicht auch branchenabhängig, worauf ich mich halt spezialisiert habe oder spezialisieren möchte. Und das ist sozusagen ein bisschen, das wird jetzt schon deutlich. Wir haben also die Webseite, wir haben den Flyer, wir haben die Visitenkarte möglichst aufeinander abgestimmt. Also das ist ja auch nochmal etwas. Wiedererkennungseffekt etc. etc. Das ist so viel, das mache ich nicht einfach mal.
[36:52] Samstag und Sonntag, kurz nach Ausbildungsende, um dann Montag auf die Jagd zu gehen. Sondern das ist schon richtig Arbeit. Ich selber kenne das, ich habe angefangen, da war auf jeden Fall die Visitenkarte und der Flyer noch hoch im Kurs und hat die ersten identitätsstiftenden Auswirkungen gehabt. Wie will man sich identifizieren, mit welchem Bildchen, mit welchem ersten Schriftzug etc. Auch bei mir war auf der ersten Webseite die aufgehende Sonne noch präsent. Ist wirklich lange her, sonst würde ich da auch nicht drüber reden können. Und ich bin auch durchtherapiert. Also ich habe das dann auch verarbeitet. Das ist so viel Arbeit, dass mir schnell der Eindruck kam, diese Medianten, die stören mich ein bisschen bei der Marketingarbeit. Das sind dann feste Termine und so. Und da habe ich überhaupt keine Zeit mehr dafür, das Ganze vorzubereiten. Geht mir auch manchmal so.
[37:42] Ja, wir haben es schon geklärt. Ohne dem geht es nicht. Aber mit dem kommt man auch schnell an die Grenzen.
[37:48] Vielleicht ist das auch ein Punkt, dass man Marketing gar nicht macht, weil man merkt, das ist zu viel. Ja, das glaube ich auch. Es braucht Struktur, das ist, glaube ich, sehr wichtig und einen ordentlichen Plan. Also man muss sich nicht direkt einen ganzen Marketingplan schreiben. Das machen große Unternehmen, da ist wirklich alles von A bis Z geklärt, von vorne bis hinten. Aber so einen kleinen Redaktionsplan, also so einen Plan, wann möchte ich denn welche Aktivität gerne voranbringen?
[38:18] Und wenn man diesen Plan hat und den so Schritt für Schritt abarbeitet, dann ist das, glaube ich, sehr hilfreich. Es geht auch nicht so sehr darum, sich damit unter Zeitdruck zu setzen. Im Gegenteil. Ich finde, so ein Redaktionsplan gibt einem eine Gewissheit, nichts aus den Augen zu verlieren. Und wenn ich mir jetzt vorgenommen habe, in den nächsten sechs Wochen kümmere ich mich erstmal um meine Webseite, dann habe ich nicht fünf andere Dinge schon im Kopf, um die ich mich ja eigentlich auch noch kümmern muss, sondern dann kümmere ich mich jetzt erstmal um meine Webseite. Das ist vielleicht auch der Vorteil bei den meisten Mediatoren und Mediatorinnen, so ist zumindest meine Einschätzung. Die meisten kommen ja aus einem bestehenden Berufsverhältnis und fangen erstmal nebenberuflich an, sich an die Mediation heranzutasten. Das ist ein Nachteil, weil man natürlich nicht so viel Zeit hat, sich um die Dinge zu kümmern. Und nicht so viel Druck.
[39:13] Ja, genau, aber man hat eben auch nicht so viel Druck. Es ist nicht so wichtig, ob ich nächsten Monat an der Startlinie stehe und Geld verdiene, sondern mein Einkommen ist erstmal gesichert und ich kümmere mich jetzt um alles. Aber ich darf mich darauf auch nicht ausruhen. Ich brauche diesen Plan und dafür ist so ein Plan super gut, in dem steht wirklich manchmal sogar Tag für Tag, also wenn es später an Social Media geht, kann man das ja sogar auf Tage runterbrechen, aber vielleicht am Anfang erstmal Woche für Woche, was sind die Dinge, mit denen ich mich befassen möchte. Heute möchte ich mich damit befassen, welche Farben oder an diesem Wochenende, welche Farben möchte ich denn gerne in meiner Webseite haben, in meinem Marketingmaterial haben. Also ein Corporate Design, wenn man so will, auch wenn Corporate sich ja eigentlich eher auf Unternehmen bezieht. Aber so wie sehe ich aus, so damit beschäftige ich mich. Dann baue ich sechs Wochen lang meine Webseite auf. Dann bringe ich meinen LinkedIn-Account auf Vordermann. Und dann bin ich ja schon mal ziemlich weit. Weil dann bin ich ja erst mal sichtbar und es sieht schon mal alles gut aus. Da sind vielleicht auch schon so zwei, drei Posts, die so ein bisschen für das sprechen, was ich tue.
[40:18] Und dann kann ich schon mal, sage ich mal so, live schalten. Also dann könnte ich live schalten, dann finden mich die Leute. So, und dann habe ich schon viel geschafft. Und dann gucke ich wieder in den Redaktionsplan und sehe, ah, okay, als nächstes möchte ich mir einen ordentlichen Plan machen, was ich in den nächsten zwei Monaten posten möchte. Oder ich überlege, wie mein Flyer aussehen soll. Oder vielleicht beauftrage ich doch noch eine Grafikerin oder einen Grafiker, um eine kleine Broschüre zu erstellen oder was auch immer. Und dann geht man das so Schritt für Schritt durch. Und mit der Struktur, glaube ich, kommt man ans Ziel. Man darf nur nicht verzweifeln, wenn die Webseite nach sechs Wochen nicht fertig ist, weil man hier klar verlässt. Ich habe Kollegen, also ich kenne Kollegen, gute Kollegen, wirklich super Berater. Da reden wir über Jahre. Einer, der guckt mir, er hört auch regelmäßig den Podcast. Er weiß, dass er jetzt gemeint ist. Das ist schon so ein Spaß. Wir kennen uns jetzt auch über zehn Jahre. Und die Ankündigung seiner Webseite gehört immer zum regelmäßigen Treffen dazu.
[41:16] Letztens hat er gesagt, jetzt ist es wirklich soweit. Also Grüße gehen raus. Ich sage den Namen natürlich nicht. Kennt auch keiner, hat ja keine Website, kann auch nicht gegoogelt werden. Ich freue mich dann, wenn es soweit ist. Und es ist nicht ein Einzelfall. Und es hat manchmal was natürlich mit noch der Generation zu tun. Also dass viele Berater noch aus einer Zeit sind, wo das Internet oder die Leichtigkeit, eine Webseite zu machen etc. Noch nicht so ausgeprägt war. Das Geschäft lief auch noch auf andere Art und Weise. Das ist heute kein tauglicher Ansatz, wenn man, glaube ich, sein Leben darauf konzeptionalisieren will. Ich will mit Beratung mein Geld verdienen, ich will mit Beratung meine Familie ernähren, ich will mit Beratung mein Leben gestalten.
[41:58] Und das wird deutlich, wenn du das so beschreibst, nüchtern mit dem Redaktionsplan, das ist… Eine Aufgabe, die auf Jahre hin angelegt ist.
[42:07] Also es ist sowieso eine nach hinten raus unendliche Aufgabe, weil man natürlich auch immer so ein bisschen am Zahn der Zeit bleiben muss. Und da meine ich jetzt nicht, dass man sein Aussehen jedes halbe Jahr sich neu überlegt. Im Gegenteil, man braucht wirklich, auch wenn es einem irgendwann selber vielleicht so ein bisschen zum Hals heraus hängt, man braucht wirklich einen einheitlichen Look, um auch wiedererkannt zu werden. Aber es geht darum, aktuelle Themen einzubringen, in den sozialen Medien auch mitzuwirken, sich so.
[42:37] Seine Community, sagt man ja, seine Community auch zu bauen, bei den Themen mitzusprechen, sich mit Leuten weiter zu vernetzen. Und trotzdem ist man ja auch noch in der Regionalgruppe tätig oder was man nicht sonst noch so alles macht. Es ist ein dauerhafter Prozess, immer weiter zu gehen. Aber ich glaube, wenn man den Anfang erstmal geschafft hat, wenn die Webseite erstmal steht, Das ist der Vorteil vielleicht auch zu einem LinkedIn-Profil. Man merkt ja auch erstmal eine Weile nicht, ob die Informationen vorgestern oder vor einem Jahr dort erschienen sind. Und wenn ich diese Person suche und finde, dann finde ich sie auch in einem Jahr mit dem Foto immer noch genauso vertrauenswürdig wie vielleicht vor einem Jahr. Ja, wenn das LinkedIn-Profil das letzte Mal vor vier Monaten gepostet hat, dann fragt man sich ja schon, ob die Person überhaupt noch Mediation betreibt. Also das ist sicherlich auch noch. Das ist auch gnadenlos. Da muss ich jetzt auch noch mal ein ernstes Wort sozusagen aus Unternehmerin. Das ist gnadenlos und es geht mir selber aber auch so, wenn ich eine Webseite sehe und da sind Blogs und ich gucke dann eben aus Interesse auch auf Fachliche auf den Blog und ich sehe, der letzte Blogbeitrag ist von 2025. 25, dann treffe ich negative Urteile. Ich kann so schnell nachdenken, das nicht zu tun, als dass es schon geschehen ist. Das ist dann sofort veraltet. Das finde ich nicht schön, ist doof.
[43:52] Aber so ist es. Das hört nicht auf. Ich meine, ich mache ja auch viel. Es ist ja jetzt nicht so, dass das Unbekannte, aber ich mache jede Woche einen Podcast. Und das ist nicht immer, also nicht immer, da muss ich ehrlich auch sagen, weil ich jetzt Lust dazu habe. Ich kann wirklich kaum erwarten, den Podcast rauszubringen. Geht mir auch mit dir so in der Episode. Ich freue mich schon auf diesen Samstagmorgen oder Freitagnacht, aber in aller Regel habe ich auch Besseres zu tun. Ich könnte länger schlafen, ich könnte mit der Familie mehr Zeit verbringen, ich könnte sogar auch ein paar mehr Beratungen noch durchführen. Ja, und es ist ja auch mit viel Vorarbeit verbunden. Selbst wenn du routiniert bist in einer Sache. Ich habe ja selber einen Podcast, Zwei gegen den Jargon. Zwei gegen den Jargon. Ja, Zwei gegen den Jargon. Sehr kleine Werbeeinblendung. Ja, sehr gut, sehr gut. Und da denkt man ja auch, ja gut, wir sprechen jetzt hier, wir machen den Podcast und dann drücken wir auf den Knopf und dann veröffentlichen wir den. Aber so ist es nicht. Wir müssen uns vorbereiten. Wir skripten nicht, aber trotzdem bereiten wir uns natürlich auf das Thema inhaltlich vor. Es muss technisch nachbearbeitet werden. Es müssen Texte geschrieben werden für den Podcast selber, für Social Media. Es muss ein Bild generiert werden, damit man es irgendwo veröffentlichen kann. Und so ist man mal schnell bei, wir machen kurze Folgen, 20-Minuten-Folgen, ist man, würde ich jetzt schätzen, wir sind zu zweit. Also jeder von uns wird bestimmt pro Folge, sage ich mal so dreieinhalb Stunden, vier Stunden beschäftigt. Zusätzlich zu den 20 Minuten. Ja gut, die kannst du mit reinrechnen.
[45:22] Die kannst du vielleicht mit reinreden, die 20 Minuten. Und das Gleiche ist ja auch mit einem Social-Media-Post. Man denkt ja nicht so, jetzt tippe ich immer schnell kurz einen kleinen Text ein, los geht’s. Nein, man braucht ein Bild, dann sieht man im Bild noch irgendwas, was doch irgendwie nicht ganz richtig ist. Das muss vielleicht nochmal geändert werden oder das Format passt nicht und der Text, sowas schreibe ich oder überhaupt erstmal die Idee. Ich muss ja auch erstmal eine Idee haben, was ich schreibe. Von daher, es ist immer mit viel Arbeit verbunden. Genau wie du gesagt hast, man hat nicht immer, Lust drauf, aber es ist eine Notwendigkeit, wenn man diese Kanäle bespielt. Das muss man sich dann vorher überlegen. Ich würde nicht dazu raten, von vornherein irgendwie YouTube-LinkedIn, Instagram, alle Programme irgendwie sich auf den Zettel zu schreiben. Das wird höchstwahrscheinlich eher nicht funktionieren. Selbst wenn man alle Inhalte nur mehr oder weniger dupliziert, es ist trotzdem immer mit Arbeit verbunden. Lieber sich auf ein, zwei Dinge fokussieren. Lieber die Flyer in der Nachbarschaft verteilen und eine ordentliche Webseite aufbauen und dann erstmal gucken, was passiert oder sich vielleicht einen Kanal vornehmen und den dann aber auch mit Sorgfalt betreiben. Man muss es auch nicht übertreiben, man muss nicht jede Woche zwei LinkedIn-Posts machen. Also auch der Algorithmus wird das nicht bestrafen, wenn es nur jede Woche ist oder mal nur alle zehn Tage ist.
[46:43] Kommt ja auch drauf an, ist der Algorithmus wichtig für mich. Muss ich mich immer vermehren, vermehren, vermehren? Oder ist für mich nur wichtig, die Leute, die in meinem Dunstkreis sind und vielleicht ein kleines bisschen drüber hinaus, finden die aktuelle Themen, spannende Themen, können die mich hier kennenlernen. Und das sind ja die wichtigen Dinge. Ich muss nicht am Ende als Mediatorin 200.000 Follower in irgendeinem Kanal haben. Das ist ja überhaupt nicht wichtig. Dann lieber vielleicht 600, aber dafür sind das die 600, sondern die auch wirklich einen Mehrwert bringen und mich wirklich empfehlen, wenn jemand ein Problem hat und sagen, guck mal, der folge ich schon so lange, geh da mal hin, die hört sich irgendwie super an. Was ist mein Ziel, wenn ich so einen Kanal habe? Nicht in unserer Branche vielleicht unbedingt, dass ich damit später erreiche und berühmt werde, sondern ich möchte ja mit der Mediation mein Geld verdienen.
[47:32] Das alles zusammengenommen, nochmal angepackt, bedeutet im Grunde genommen, wenn man sich dafür entscheidet, in dieser Branche zu arbeiten, als Mediator, als Coach, Berater, dass man auf der einen Seite zwar in ein Hinterzimmer geht, in einen vertraulichen Raum des ehrlichen Gesprächs, aber ein ganz großer Teil ist, auf eine Bühne zu gehen und eine Selbstpräsentation. Dass man sich klar macht, das ist jetzt keine Berufsentscheidung für ein stilles, professionelles Leben.
[48:02] In der Praxis, im Büro, in der Praxis, Agentur, wie man es auch immer sagt, sondern es hat eine Bühnenpräsentation. Ja, aber möchte ich vielleicht einfügen, das heißt ja auch nicht, dass sich jede Person, die sich dazu entscheidet, mehr Sichtbarkeit zu erlangen, so auf den Präsentierteller stellen muss. Also natürlich, ich glaube, es ist schon sehr wichtig, Mediatoren, Mediatorinnen müssen ein Gesicht haben. Wir brauchen auf jeden Fall ein schönes Foto, nicht irgendwie einen Schnappschuss, sondern ein schönes, freundliches, vertrauenswürdiges Foto. Wer so gar nicht im Netz erscheinen will, der wird es sicherlich ein bisschen schwieriger haben. Und die Fotos haben eine lange Haltbarkeit. Es sind 10 bis 20 Jahre, ehe die Fotos getauscht werden. Also das kann man sich anschauen. Das ist ein Lebenswerk. Das stimmt. Wenn man gute Fotos macht, haben die schon auch eine Haltbarkeit. Also dann kann man schon auch vielleicht so die nächsten fünf Jahre das auch einfach erstmal so lassen. Und danach kann man natürlich auch nochmal gucken, ob man es nochmal ändert. Man muss nicht vor die Kamera treten jede Woche. Man muss nicht so Instagram-Influencer-mäßig sich jeden Tag mit so einem kleinen Mikrofon irgendwie vorlegen. Sonntagmorgen, ich bin mit meinem Hund draußen, es regnet.
[49:08] Ja, genau. Also das ist ja nicht nötig. Also dieses Podest, was du sagst, ja, wir müssen uns und unsere Dienstleistung auf jeden Fall sichtbar machen. Aber das geht auf verschiedene Arten und Weisen. Es muss nicht immer mit ganz viel Selbstdarstellung sein. Und das ist, glaube ich, super wichtig zu verstehen. Es wird jetzt keinen Werbespot im Fernsehen geben, wo ich irgendwie eine Rolle spiele oder oder, sondern es geht darum, Vertrauen zu schaffen. Und das kann ich auch mit guten Texten, mit guten Inhalten oder wenn ich darüber spreche, dass ich zu bestimmten Veranstaltungen gehe, dass einfach klar ist, ich bin eine Expertin auf meinem Gebiet. Hier ist mein Foto, das kannst du damit in Verbindung bringen, aber das kann auch alles sein, was, sage ich mal, kameramäßig stattfindet und dann muss man so ein bisschen seinen Weg finden, wie man sich oder seine Dienstleistung eben ein bisschen sichtbarer macht. Das war jetzt für mich so ein Leitgedanke. Ich muss zeigen, dass ich.
[50:00] Experte auf meinem Gebiet bin. Dafür gibt es viele Wege und viele Kontaktpunkte und viele Techniken und Technologien, aber das muss schon deutlich werden.
[50:08] Das kann aber auch durch Referenzen zum Beispiel deutlich werden. Ich meine, dass natürlich jetzt nicht jemand in einem schlimmen Konflikt sich jetzt mit Foto auf die Webseite begibt und über die Mediation redet, ist klar, aber kleine Sätze, kleine Auszüge, die man auf seiner Webseite schreibt. Sascha hat mir besonders geholfen in der und der Situation. Anonyme Referenz, kann man faken. Leute könnten immer noch daran zweifeln, wenn es anonym dort steht, dass diese Referenz echt ist. So aus der Sichtweise meinte ich es jetzt. Aber damit muss man rechnen und umgehen. Es gibt tatsächlich eine gefakte, also eine echte Rezension, aber der Inhalt ist gefakt. Hat einen Punkt bei mir auf Google, Michaela Wade oder so. Sagte so, ist merkwürdiger Laden, also würde ich nicht nur mal hingehen. Ist die einzige, die schlecht ist. Ich kenne die Frau auch nicht oder die Person. Habe ich auch geschrieben. Ich kriege heute ganz viele Anfragen von Internetagenturen, dass man das wegmachen kann. Und mein Marketingkollege, Berater, sagte.
[51:00] Um Gottes Willen, Sascha, lass dich stehen. Dies sorgt dafür, dass alles insgesamt glaubwürdig erscheint. Da kann eben wirklich jeder was reinschreiben. Das ist nicht ein gekauftes Profil. Und von dem Gedanken dachte ich, das ist ein echter Perspektivwechsel gewesen. Ja, das ist wichtig. Also wenn man nur Glanz und Gloria verbreitet, macht es einen wieder unglaubwürdig. Auf seiner Webseite kann man natürlich alles sagen und schreiben. Aber im ersten Moment macht es ja trotzdem erstmal einen guten Eindruck, wenn da unten steht, in meinem Familienkonflikt, endlich sitzen wir wieder gemeinsam am Abendessenstisch oder sowas. Das ist natürlich dann was, wo man überlegt, okay, komm, ich rufe einfach mal an, weil das steht da. Und Google ist ein bisschen ehrlicher, weil natürlich die Leute können reinschreiben, was sie wollen, aber erstmal geht es ja darum, sich jetzt sein eigenes Marketing aufzubauen. Und da darf man dann, sobald man irgendeine Referenz hat, darf man die sofort da draufhauen und dann hat man sich vielleicht gespart, dass man sich selber so sehr in den Fokus bringt als Person, weil eben die Dienstleistung diese Aufgabe übernimmt. Ja, aber das finde ich einen wichtigen Sichtbarkeitspunkt, einen wichtigen Kontaktpunkt, dass Testimonials, Rezensionen, Referenzen sichtbar werden auf der Webseite oder wo auch immer. Das funktioniert, finde ich, bei LinkedIn sehr gut. Also die machen das sehr professionell. Und das hilft tatsächlich, glaube ich, das ist ein ganz starker Hebel. Ja, das glaube ich auch.
[52:17] Katharina, wir könnten, glaube ich, noch stundenlang weiterreden. Ich habe auch das Gefühl, warum ist denn jetzt schon eine Stunde vorbei?
[52:23] Man muss jetzt, genau, jetzt zu Ende, weil sonst mache ich zu viel Marketing, weil auch der Podcast natürlich ein Thema hat, neben inhaltlicher Vermittlung, neben auch.
[52:33] Eigenweiterbildung, also es ist auch für mich ein Weiterbildungsthema, hat es eben auch Marketingaspekte. Das steht immer in Kollision mit anderen Terminen. Daher muss ich jetzt tatsächlich so ein bisschen das Gespräch zum Ende bringen. Wir müssen auch an die Zuhörerinnen und Zuhörer denken, weil meistens, wenn da weit über eine Stunde Zuhörzeit steht, dann klickt man vielleicht auch lieber vorbei, weil man so viel Zeit zum Hören nicht hat. Das hat es mittlerweile gebracht. Eine Stunde kann man sich Podcasts meistens anhören. Und ich mache noch jetzt gleich eine Lehreinheit aus unserem Gespräch. Ich sage jetzt, dass es gut ist, wenn dir der Podcast gefallen hat, eine Sternebewertung abzugeben und du brauchst dich auch nicht wundern, dass es nicht drei oder zwei Sterne, das ist technisch nicht möglich hier auf der Plattform, du kannst nur fünf Sterne angeben. Und das ist jetzt zu tun, du hast kurz Zeit, wir machen dafür eine kleine Werbepause, die jetzt auch schon wieder zu Ende ist.
[53:23] Das ist eine Premiere, ich habe das noch nie live eingesprochen. Sehr schön, ich finde es lustig. Mal sehen, ob es was bringt. Würde mich freuen. Katharina, mich würde es freuen, wenn du mit deiner Firma, die ja ganz frisch am Markt ist, gibt es so ein offizielles Startdatum? Ja, 1. Juli. Dass wir noch viel von dir sehen werden, weil das immer ein guter Indikator ist, dass auch es viel bewirkt und dich wahrscheinlich vielleicht auch nicht nur Mediatoren, sondern auch andere Berater, die in einem ähnlichen Dilemma stecken, um Rat fragen und deine Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Ich habe den Eindruck, das ist nicht die schlechteste Idee. Dankeschön, das freut mich. Was heißt eigentlich Moki? Also M-O-O-K-I. Also KI ist jetzt schon irgendwie… Ja, ich habe überlegt, ob du die Frage stellen wirst. Der ursprüngliche Gedanke war Marketing mit oder ohne KI. Ach geil.
[54:11] Ich habe jetzt gedacht, dass KI hinten, das bin ich jetzt reflexhaft auf KI und Technologien, aber das meint es wirklich. Ah ja. Ja, ja. Ursprünglich ja. Ich habe mich dann aber entschieden, das nicht als Untertitel zu nehmen, weil es sehr sperrig ist. Aber der Titel ist schön. Also die Abkürzung fand ich dann so schön und so merkbar, dass ich dachte, ich nenne das trotzdem so und dann muss ich es halt immer mal wieder erklären, so es herkommt. Aber das ist in Ordnung, das nehme ich in Kauf. Da fallen mir zwei, drei andere Firmen ein, die auch ihre Abkürzungen beibehalten, aber nicht mehr den Begriff da drin sehen wollen. Wir haben ja viele solcher Abkürzungen. Naja, Katharina, gute Zeit für dich. Ja, dir auch. Ganz lieben Dank, dass du mich hier hast teilnehmen lassen und dann bis bald. Ja, gerne. Mediatoren, Mediatorinnen, die hier zugehört haben. Keine Ahnung, ob Katharina noch Zeit und Kapazitäten hat, aber ihr werdet es rausfinden. Für den Moment jedenfalls bedanke ich mich, dass du hier wieder mit dabei warst. Verabschiede mich mit besten Wünschen. Bis zum nächsten Mal. Kommt gut durch die Zeit. Ich bin Sascha Weigel, dein Host von INKOVEMA im Institut für Konflikt- und Verhandlungsmanagement in Leipzig und Partner für professionelle Mediations- und Coaching-Ausbildungen.