• Newsletter zum Konfliktmanagement

JETZT ABONNIEREN

Inhaltsverzeichnis

  • Podcast für Mediation, Konflikt-Coaching und Organisationsberatung

JETZT REINHÖREN

Titel

#290 GddZ – Rache und Mediation

Ein blinder Fleck der Moderne – und der Mediation

Im Gespräch mit Dr. Fabian Bernhardt

Studierte Philosophie, Ethnologie und Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft in Mainz. Nach seinem Studium arbeitete er als Lektor, u.a. an der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Er promovierte in der Graduiertenschule des Clusters „Languages of Emotion“ an der Freien Universität Berlin. Galt seine Magisterarbeit der Vergebung, so geht es in seiner Dissertation um Rache, Vergeltung und das kulturelle Imaginäre.

Podcast-Player

Inhalt

Kapitel

  • 0:08 Rache im Fokus
  • 1:37 Warum Racheforschung?
  • 3:37 Recht gegen Vergeltung
  • 6:00 Aufklärung und Strafdenken
  • 9:55 Rache im Imaginären
  • 14:40 Vorstaatliche Konfliktordnung
  • 19:45 Ausgleich statt Gewalt
  • 23:43 Mediation und Gemeinschaft
  • 27:02 Viele Gesichter der Rache
  • 30:09 Versöhnung mit Grenzen
  • 33:35 Der offene Rächer
  • 35:06 Politik des Ressentiments
  • 39:19 Neuer Sammelband zu Rache

Zusammenfassung

Im Gespräch geht es um das Thema Rache und darum, warum es in modernen Konflikt- und Rechtssystemen meist kaum offen angesprochen wird. Wir, Sascha und sein Gast, Der Philosoph Fabian Bernhardt, ordnen Rache als ein Element ein, das in Konflikten eine Rolle spielt, aber im Alltag und in der juristischen Sprache oft verdrängt wird. Bernhardt erklärt, dass seine Beschäftigung mit dem Thema aus seiner philosophischen Arbeit über Vergebung entstanden sei. Ihm sei aufgefallen, dass Rache in vielen neueren philosophischen Texten kaum vorkommt, obwohl sie als erste Reaktion auf erfahrenes Unrecht naheliegt. Daraus entwickelte er die Frage, was Rache überhaupt ist, wie sie mit Gefühlen und Gerechtigkeit zusammenhängt und wie sie kulturell eingebettet ist.

Ein zentraler Punkt ist die historische Trennung von Recht und Rache seit der Aufklärung. Während in älteren Denkweisen Strafe, Vergeltung und Affekt noch zusammen gedacht wurden, versuchte die moderne Rechtsordnung Strafe als nüchterne, leidenschaftslose Ordnung zu formulieren. Bernhardt betont, dass dadurch emotionale Konflikte nicht verschwinden, sondern nur aus dem rechtlichen Rahmen herausgedrängt werden.Besprochen wird auch die starke Präsenz von Rache in Erzählungen, Filmen und Populärkultur. Der Gastgeber nennt Beispiele wie Robin Hood, Batman und andere Rachefiguren.

Bernhardt beschreibt das als moderne Racheromantik: Rache sei gesellschaftlich nicht legitim, erscheine im Imaginären aber umso stärker. Auch private Rachefantasien nach Kränkungen seien verbreitet.

Ein weiterer Schwerpunkt sind vorstaatliche oder segmentäre Gesellschaften. Dort sei Rache nicht individuell, sondern eine Angelegenheit zwischen Gruppen. Konflikte würden oft nicht durch Gewalt, sondern durch Ausgleich, symbolische Gaben, Entschuldigungen und Wiederherstellung sozialer Beziehungen geregelt. Bernhard verweist darauf, dass solche **Formen der Konfliktregelung der Mediation und restorative justice **nahekommen.Zum Schluss spricht das Gespräch über aktuelle politische Formen von Rache und Ressentiment.

Bernhard beschreibt, dass populistische Politik gezielt Gefühle von Verlust und Ungerechtigkeit anspricht und eine rächende Ordnung verspricht.

Außerdem kündigt er einen englischsprachigen Sammelband zum Thema Rache an, den er mit Kolleginnen herausgegeben hat.

  • JETZT ANMELDEN

Ausbildung in Mediation

(Start Februar und Oktober in Leipzig)

Kommentieren

25 Beiträge zu den Grundlagen der Mediation

Hier finden Sie alle 25 Beiträge zu den Grundlagen der Mediation, die hier veröffentlicht wurden.

Weitergehende Vertiefungen bieten unsere Ausbildungen sowie unsere lernunterstützende Webseite www.elemente-der-mediation.de