• Newsletter zum Konfliktmanagement

JETZT ABONNIEREN

Inhaltsverzeichnis

  • Podcast für Mediation, Konflikt-Coaching und Organisationsberatung

JETZT REINHÖREN

Titel

#289 GddZ – Radikalisierte Ältere

Auch die Generationen 50+ geraten in digitale, radikalisierende Filterblasen

Im Gespräch mit Mirijam Wiedemann

Hat gymnasiales Lehramt in den Fächern Englisch, Geschichte und katholische Theologie an der Universität Tübingen studiert.

Seit 2017 ist sie Leiterin der Geschäftsstelle für gefährliche religiös-weltanschauliche Angebote in der Stabsstelle Religionsangelegenheiten/ Staatskirchenrecht am Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.

Mitautorin von „Abgetaucht, radikalisiert, verloren? Die Generation 50+ im Sog der Filterblasen“, V&R 2025

Podcast-Player

Inhalt

Kapitel

  • 0:31 Radikalisierung im Alter
  • 2:17 Der Beratungsalltag verändert sich
  • 5:39 Alte nutzen Medien anders
  • 9:31 Was Radikalisierung bedeutet
  • 14:57 Digital getrieben, aber anders
  • 17:56 Erste Hilfe für Angehörige
  • 19:45 Ruhestand als Risiko
  • 22:10 Neue Angebote für Ältere
  • 23:34 Blick auf die Zukunft

Zusammenfassung

In dieser Folge spreche ich mit Miriam Wiedemann über ihren Beitrag zur Frage, warum wir über radikalisierte ältere Personen sprechen müssen. Im Mittelpunkt steht ein Phänomen, das bisher wenig beachtet wurde: ältere Menschen, oft ab etwa 50 oder 60 Jahren, geraten zunehmend in digitale Radikalisierungsprozesse.

Wir beschreiben, wie dieses Thema aus der Beratungspraxis entstanden ist. Während der Corona-Zeit haben sich die Anfragen verändert: Statt besorgter Eltern meldeten sich häufiger jüngere Angehörige, die über Eltern oder Großeltern berichteten, die Verschwörungsinhalte teilten oder sich politisch und gesundheitlich stark verengt äußerten. Wir ordnen Radikalisierung als schleichenden Prozess ein. Dabei spielen Filterblasen, wiederholte digitale Inhalte, Schwarz-Weiß-Denken und Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen eine Rolle. Diese Entwicklung kann sich in Gesprächen im Familienkreis, in Chats oder in alltäglichen Äußerungen zeigen und auch Entscheidungen im privaten Bereich beeinflussen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rolle digitaler Medien. Ältere Menschen nutzen Smartphones, Messenger und soziale Medien, aber oft anders als Jüngere. Wir sprechen darüber, dass ältere Nutzer Inhalte häufiger über Familienchats, E-Mails oder empfohlene Beiträge erreichen und dass sie digitale Mechanismen wie Algorithmen oder KI-generierte Inhalte oft weniger erkennen.

Wir besprechen auch, wie man reagieren kann. Wichtig ist aus unserer Sicht, den Kontakt nicht abzubrechen, sondern bei den zugrunde liegenden Bedürfnissen, die mitunter bedroht oder unbefriedigt sind, anzusetzen: soziale Isolation, Unsicherheit, Gesundheitsängste, Rentenfragen, Anerkennung und das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit. Als mögliche Ansatzpunkte nennen wir einladende soziale Einbindung, gemeinsame Aktivitäten und Austauschgruppen für Ältere. Zum Schluss geht es um den gesellschaftlichen Blick. Wir sprechen darüber, dass es zu wenige langfristige Angebote und zu wenig Aufmerksamkeit für ältere Zielgruppen gibt. Gleichzeitig bleibt offen, wie groß das Problem insgesamt ist, auch wenn digitale Plattformen und soziale Medien weiter eine große Rolle spielen.

  • JETZT ANMELDEN

Ausbildung in Mediation

(Start Februar und Oktober in Leipzig)

Kommentieren

25 Beiträge zu den Grundlagen der Mediation

Hier finden Sie alle 25 Beiträge zu den Grundlagen der Mediation, die hier veröffentlicht wurden.

Weitergehende Vertiefungen bieten unsere Ausbildungen sowie unsere lernunterstützende Webseite www.elemente-der-mediation.de