Aufsatz: KonfliktDynamik 3/2026 – KI, Digitalisierung und Konflikte

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Visuelle Impressionen der Ausgabe

  • Im Fokus: KI, Digitalisierung und Konflikte, S. 165-166;


Zusammenfassung

Der Aufsatz untersucht, wie Digitalisierung und generative Künstliche Intelligenz die Kommunikation und damit die Entstehung, Bearbeitung und Prävention sozialer Konflikte verändern. Anders als frühere Digitalisierungswellen greifen Large Language Models unmittelbar in kommunikative Praktiken ein: Sie formulieren, beraten, strukturieren Gedanken und übernehmen zunehmend Aufgaben, die bislang Menschen vorbehalten waren. Damit verändern sich nicht nur Arbeitsweisen, sondern auch soziale Erwartungen, professionelle Rollen und die Verteilung von Verantwortung. Konflikte werden dabei als Brenngläser dieser Veränderungen sichtbar, weil vertraute Routinen und Erwartungen an Selbstverständlichkeit verlieren und Rollen neu ausgehandelt werden.

Ein zentraler Beitrag des Textes liegt in der Betrachtung von KI nicht allein als technologische Innovation, sondern als soziale und kommunikative Veränderung. Anhand verschiedener Anwendungsfelder – von Mediation und Justiz über die juristische Aus- und Weiterbildung bis zur Konfliktkultur in Organisationen – wird gezeigt, welche neuen Möglichkeiten, aber auch welche Fragen mit dem Einsatz generativer KI verbunden sind. Dabei geht es insbesondere um das Verhältnis von Mensch und Maschine, um Transparenz und Verantwortung sowie um neue Formen kooperativer Konfliktbearbeitung.

Für die Mediation und professionelle Konfliktbearbeitung wird damit deutlich, dass KI weder lediglich als Werkzeug noch vorschnell als Ersatz menschlicher Konfliktbearbeitung verstanden werden sollte. Vielmehr eröffnet sie neue Formen der Vorbereitung, Begleitung und Reflexion von Konflikten und fordert zugleich etablierte professionelle Selbstverständnisse heraus. Entscheidend ist daher künftig weniger die Frage, ob Digitalisierung und KI die Konfliktbearbeitung verändern, sondern wie diese Veränderungen verantwortlich gestaltet werden können.

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