INKOVEMA Podcast „Well through time“
#266 GddZ
Community counselling
Organisationsentwicklung im Kontext Kirche und Anfänge der Transaktionsanalyse im Osten Deutschlands
Im Gespräch mit Joachim Wilzki und Stephan Tischendorf
Stephan Tischendorf, Pfarrer, Gemeindeberater und Mediator. Er ist seit vielen Jahren als Pfarrer in Chemnitz tätig, unter anderem in der St.-Jakobi-Kreuz-Kirchgemeinde. Dort prägte er das kirchliche Leben in der Innenstadt und war maßgeblich an der Vernetzung der Gemeinde mit Stadtgesellschaft und Kultur beteiligt.
Small series: Fields of mediation
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Summary
In dieser Folge von „Gut durch die Zeit“ sprechen wir mit zwei erfahrenen Gemeindeberatern, Stefan Tischendorf und Joachim Wilzki, über die spezifischen Herausforderungen und Entwicklungen in der Gemeindeberatung innerhalb der Kirche. Als Teil ihrer Arbeit erläutern sie, wie ihre Rolle in der Organisationsentwicklung von Kirchen über die letzten Jahrzehnte gewachsen ist und sich den gesellschaftlichen Veränderungen angepasst hat.
Stefan Tischendorf ist Pfarrer in der Sächsischen Landeskirche und leitet das Evangelische Forum in Chemnitz, wo er sich intensiv mit Erwachsenenbildung und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt. Nebenberuflich ist er seit neun Jahren in der Gemeindeberatung tätig und gewinnt dabei tiefe Einblicke in die Mechanismen, die die Entwicklung von Gemeinden im sächsischen Raum steuern. Joachim Wilzki hingegen bringt seine Erfahrung aus der Ehrenamtsakademie ein, wo er Fachberatung für Leitungsgremien anbietet und die Arbeitsgemeinschaft für Gemeindeberatung leitet. Er gewährt uns Einblicke in die Strukturen und Herausforderungen, die Ehrenamtliche vor Ort bei der praktischen Arbeit erleben.
Die Diskussion beginnt mit einem Rückblick auf die Geschichte der Gemeindeberatung, die bis in die 80er Jahre der DDR zurückreicht. Hier wird deutlich, wie wichtig die Erwachsenenbildung für die Entwicklung einer basisorientierten Arbeit in Gemeinden war. Die Praktiker reflektieren über die Anfänge der Gemeindeberatung und die kulturellen sowie pädagogischen Hürden, die überwunden werden mussten, um einen effektiven Beratungsansatz zu entwickeln. Dabei wird auch der Einfluss der Transaktionsanalyse, die schon vor der Wiedervereinigung Anklang fand, thematisiert.
Im weiteren Verlauf werfen Tischendorf und Wilzki einen Blick auf die gegenwärtigen Herausforderungen in der Gemeindeberatung, insbesondere in Bezug auf Konflikte und Teamdynamiken, die durch strukturelle Veränderungen in den Gemeinden entstanden sind. Der gesellschaftliche Druck auf kirchliche Institutionen führt oft zu Spannungen, die professionelles Konfliktmanagement erfordern. Die Berater betonen die Wichtigkeit, wie sich Gemeindeberatung mittlerweile als eine Form der Prozessberatung versteht, die durch eine systemische Methodik geprägt ist.
Außerdem diskutieren sie die Balance zwischen dem Hospitieren als externe Berater und dem Einbringen eigener fachlicher Expertise sowie geistlicher Elemente. Während der systemische Ansatz als grundlegende Methodik weit verbreitet ist, wird auch die Diskussion über den Umgang mit geistlichen Ressourcen in Beratungssituationen angestoßen. Die Fachleute sind sich einig, dass eine klare Trennung zwischen Beratungsmethoden und geistlichen Fragestellungen notwendig ist, um Neutralität zu wahren und Machtmissbrauch zu vermeiden.
Abschließend sprechen die beiden Berater über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Gemeindeberatung in den verschiedenen Landeskirchen Deutschlands. Trotz unterschiedlicher struktureller Voraussetzungen und Ressourcen erkennen sie, dass die Herausforderungen, mit denen die Gemeinden konfrontiert sind, oft sehr ähnlich sind. Es entsteht eine Bestandsaufnahme, die sowohl auf die eigene Praxis als auch auf die bundesweite Perspektive verweist und damit einen wertvollen Austausch unter den Beratern ermöglicht.
Diese Episode bietet wertvolle Einblicke in die Entwicklung und die aktuellen Herausforderungen der Gemeindeberatung in der Kirche, wobei der Fokus auf den praktischen Aspekten der Konfliktbewältigung, der Methodik und der Zusammenarbeit in einem sich wandelnden gesellschaftlichen Kontext liegt.

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