{"id":6658,"date":"2017-02-23T10:32:32","date_gmt":"2017-02-23T09:32:32","guid":{"rendered":"https:\/\/inkovema.de\/?p=6658"},"modified":"2021-01-02T16:09:42","modified_gmt":"2021-01-02T15:09:42","slug":"the-world-is-vuka-so-what","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/inkovema.de\/en\/blog\/the-world-is-vuka-so-what\/","title":{"rendered":"The world is vuka! So what?!"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling gradient-container-1\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><h1>Die Welt ist vuka! Na und?!<\/h1>\n<\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-2\"><p>Es ist ja kein Geheimnis. Die Welt ist <i>vuka<\/i>. So hei\u00dft es \u00fcberall, wo Strategie ganz gro\u00df geschrieben werden will, in Wirtschaft, Wissenschaft und irgendwo dazwischen bestimmt auch.<\/p>\n<p>Da mag sich schon einmal die Ahnung einschleichen, dass sich ein gro\u00df angelegter Strategieprozess gar nicht mehr lohne: Ehe man damit fertig ist, beginnt der neue ohnehin schon. Morgen dreht sich die Welt doch\u00a0auch noch. Vielleicht\u00a0anders. Aber wer merkt das schon?!. Ein Change jagt den n\u00e4chsten,\u00a0ein Chef den anderen, auch Aktion\u00e4re wechseln, sogar Gro\u00dfaktion\u00e4re &#8211; oder aber es kommt <i>uber, amazon und diese ganze Disruption. <\/i><\/p>\n<p>Dann ist ohnehin alles egal, weil ganz digital.<\/p>\n<p>Und dieses &#8222;dann&#8220; ist vielleicht\u00a0<em>schon jetzt<\/em>, oder war\u00a0<em>schon gestern<\/em>, nur haben wir es bisher nicht gemerkt. Vielleicht sogar als einzige. Was soll&#8217;s?! &#8222;Taxi! &#8211; Ich will nach Hause!&#8220;<\/p>\n<p><strong>VUKA ist genau das. Der Versuch, diese unbeschreibliche Welt\u00a0irgendwie zu beschreiben.<\/strong> Es ist <em><strong>kein L\u00f6sungskonzept<\/strong><strong> f\u00fcr \u00dcberforderte.<\/strong><\/em> Es ist ein <em><strong>Beschreibungskonzept f\u00fcr die Erlebenden<\/strong><\/em>, deren Sprache diese Umwelt allenfalls mit \u201ewahnsinnig komplex\u201c, \u201e\u201cirsinnig schnell\u201c oder einfach \u201eaus den Fugen geraten\u201c zu beschreiben versuchen.<\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2><strong>Aber <\/strong>was bedeutet eigentlich,<strong> wir leben in einer VUKA-Welt?<\/strong><\/h2>\n<p><em><strong>VUKA ist ein Akronym aus\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li><b><i>V-olatilit\u00e4t bzw. volatil<\/i><\/b><\/li>\n<li><b><i>U-ngewissheit bzw. ungewiss<\/i><\/b><\/li>\n<li><b><i>K-omplexit\u00e4t bzw. komplex<\/i><\/b><\/li>\n<li><b><i>A-mbiguit\u00e4t bzw. ambig.<\/i><\/b><\/li>\n<\/ul>\n<h2><b>Volatilit\u00e4t <\/b><\/h2>\n<h2><b>oder Was interessiert mich mein Geschw\u00e4tz von Gestern?!<\/b><\/h2>\n<p><b>Volatil<\/b> bedeutet, dass die Welt sich auch sprunghaft und extrem schwankend \u00e4ndert, nicht mehr nur allm\u00e4hlich andeutend, sondern von \u201ejetzt auf gleich\u201c kann Vieles anders sein. Wohl dem, der in einer solchen Welt, vorgesorgt hat, der z.B. damit gerechnet hat, dass ein wichtiger Kunde ausfallen kann, ein Zulieferer pl\u00f6tzlich nicht mehr liefert oder den ein sonstiges unvorhergesehenes, aber nicht v\u00f6llig unwahrscheinliches Ereignis ereilt, das sein Gesch\u00e4ftsmodell mittelbar oder unmittelbar betrifft. Wohl dem, der nicht glaubt, dass seine T\u00e4tigkeiten unersetzlich sind.<\/p>\n<p>Die Fragen, <b><i>was w\u00fcrden wir in diesem (Krisen-)Fall tun und zur Umsetzung ben\u00f6tigen<\/i><\/b><i>, <\/i>m\u00fcssen<strong><i> vorab gestellt<\/i><\/strong>\u00a0und gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Wohl dem, der f\u00fcr den unternehmerischen Krisenfall nicht nur finanziell Spielraum aufweist, sondern z.B. auch die passenden Unternehmens-Webseiten a\u2018la \u201eFragen und Antworten\u201c oder &#8222;Was jetzt zu tun ist!&#8220; bereits vorkonfiguriert hat.\u00a0 Einen Vorl\u00e4ufer aus der \u201eAlten Welt\u201c kennen wir dazu freilich auch: In jeder Presseredaktion schlummern \u201ein den Schubl\u00e4den\u201c, die heute nat\u00fcrlich Festplatten sind, bereits fertige Nachrufe auf noch sehr lebendige Menschen. Nat\u00fcrlich d\u00fcrfte es auch kein Zufall sein, dass ausgerechnet jetzt einige mehrhundertseitige Biografien zu Helmut Schmidt in die Buchl\u00e4den kamen. Ihre Fertigstellung ist mit Sicherheit das Ergebnis eines &#8222;Warteprozesses&#8220; oder besser <strong>Antizipationsprozesses<\/strong>. Wir sterben ja alle, obschon sich bei Helmut Schmidt einige nicht mehr so sicher waren&#8230;<\/p>\n<p>Es kommt angesichts der Volatilit\u00e4t der Welt darauf an, Spielr\u00e4ume zu wahren, die eigenen M\u00f6glichkeiten zu erweitern, nicht in eine Position zu geraten, die nur eine Entscheidung zul\u00e4sst. <b>Agilit\u00e4t muss das Ziel sein\u00a0in\u00a0volatiler Umwelt. <\/b>Hier ist es nicht immer einfach, Agilit\u00e4t von Inkonsequenz oder Opportunismus, D\u00fcnnbrettbohren etc. zu unterscheiden. Agilit\u00e4t ist vor allem ein Zeichen von Flexibilit\u00e4t und Akzeptanz f\u00fcr die Ver\u00e4nderlichkeit der Umwelt. <em>Heinz von Foerster<\/em>, der Radikalste Konstruktivist, meinte f\u00fcr sich dazu, man m\u00fcsse so entscheiden, dass sich seine\u00a0<strong>M\u00f6glichkeiten stets erweitern<\/strong>, statt verengen. Recht hatte er.<\/p>\n<h2><b>Ungewissheit <\/b><\/h2>\n<h2><b>oder die akzeptierte Unwissenheit der Ungewissheit<\/b><\/h2>\n<p><b>Ungewissheit<\/b> bedeutet, dass niemand verl\u00e4ssliche Angaben selbst \u00fcber die eigenen Bereiche machen kann. Weder Politik, noch Wissenschaft oder \u00d6konomie k\u00f6nnen zielsicher Vorhersagen auch \u00fcber kleine Bereiche vornehmen. Von den Gro\u00dfen ganz zu schweigen.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8222;Alles in allem, Eure Majest\u00e4t, was das Versagen, den Zeitpunkt, das Ausma\u00df und die H\u00e4rte der Krise [von 2008] vorauszusehen und sie abzuwenden&#8230;in erster Linie ein Versagen der kollektiven Vorstellungskraft vieler kluger Menschen&#8230;&#8220;, <\/em>so antworteten 33 Experten \u00a0der British Academy am 22. Juli 2009 der K\u00f6nigin Queen Elizabeth, die fragte:<em> &#8222;Warum hat niemand die Kreditkrise kommen sehen?&#8220;<\/em> (zitiert nach\u00a0<i>R\u00f6dder, 21.0, S. 62, 2015)<\/i><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Von Niemanden konkrete Antworten verlangen zu k\u00f6nnen, ruft freilich Unsicherheit hervor. Einige verstehen das U in VUKA auch als Unsicherheit. Unsicherheit tritt direkt auf, wenn Kausalbeziehungen bekannt sind, aber unklar ist, ob sie auch im konkreten Fall greifen. Beispielsweise ist die Zust\u00e4ndigkeit der Politik in einem bestimmten Fall klar, aber offen, ob sie diese Zust\u00e4ndigkeit erfolgreich wahrnehmen wird. Diesbez\u00fcglich besteht Unsicherheit. Ungewissheit i.S.v. VUKA meint aber die Erfahrungssituation, dass v\u00f6llig unklar ist, wer wof\u00fcr genau zust\u00e4ndig ist &#8211; und niemand kann es mit Gewissheit sagen. Diese Ungewissheit bzgl. der Kausalketten versucht das U im VUKA-Konzept zu erfassen. Fatal wirkt sich oftmals aus, dass wir immer annehmen, mehr Informationen w\u00fcrden helfen, die Ungewissheit abzubauen. Aber das stimmt nur bedingt. Wir sind n\u00e4mlich<em><strong> nicht vollst\u00e4ndig in der Lage, die Relevanz und Bedeutung von neuen Informationen einzuordnen, da wir die Regeln des neuen Kontextes noch nicht verstanden haben.<\/strong><\/em> Der Ruf nach \u201emehr Informationen\u201c, h\u00f6rt sich zwar gut und logisch an, ist aber eine Chim\u00e4re. Informationen sind Daten, denen eine Bedeutung abgerungen wurde. Daf\u00fcr ist der Kontext der Daten wichtig, der unverstanden auch zu unverst\u00e4ndlichen bzw. unzureichenden Informationen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>In unserem Beispiel w\u00fcrde das bedeuten, dass Jemand ganz sicher \u00e4u\u00dfert, wer zust\u00e4ndig f\u00fcr das Problem ist. Wir k\u00f6nnen aber nicht mit Sicherheit sagen, dass dieser Jemand recht hat oder seine Ansicht bedeutsam (f\u00fcr uns oder andere) ist. Vielleicht haben andere schon anderes behauptet. Und wir kennen die Regeln nicht, um diese Informationen ihrer Richtigkeit nach einzuordnen. Wir leben im Ungewissen. Und Vertrauen tut not. Mit Risiko.<\/p>\n<p>Was es in ungewissen Welten bedarf, ist zweierlei: Die auch hervorgerufene Unsicherheit <b>aushalten und die pers\u00f6nliche Wartef\u00e4higkeit erweitern<\/b>.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Es hei\u00dft, angesichts einer konkreten Gefahr, g\u00e4be es zwei dumme Reaktionen: Die von denjenigen, die meinen, etwas tun zu m\u00fcssen, und die von denjenigen, die meinen, nichts tun zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der <strong>Schl\u00fcssel im Umgang mit Unsicherheit ist das Streichen des Wortes <\/strong><i><strong>m\u00fcssen.<\/strong><\/i>\u00a0Es f\u00fchrt zu einer <strong>Haltung der<i> engagierten Gelassenheit<\/i><\/strong> oder wahlweise auch <i><strong>gelassenen Engagiertheit.<\/strong>\u00a0<\/i><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das betrifft aber lediglich den Umgang mit der zum Teil hervorgerufenen Unsicherheit, nicht aber den Umgang mit der zugrundeliegenden Ungewissheit, von der es hie\u00df, dass einfach \u201emehr Informationen\u201c hier auch nicht unbedingt helfen. Es kommt vielmehr auf die Qualit\u00e4t der Informationen an und die ist abh\u00e4ngig von der Art und Weise, wie wir sie erlangen. <b>Es geht nicht um mehr Wissen, sondern um getestetes Wissen, um Wissen aus Tests.<\/b> In der Dunkelheit tasten wir uns Schritt f\u00fcr Schritt vor, wir testen in kleinen Schritten und messen, was geschieht. Wir bewegen uns auf Sichtweite fort, so dass <em><strong>Fehler nicht zu Katastrophen, sondern zu Korrekturen<\/strong> <\/em>f\u00fchren. Dazu bed\u00fcrfen wir einer konstruktiven Fehlerkultur und einer dazu passenden Vorgehensweise. Wir haben dazu bisher keine bessere Darstellung als bei <i>Eric Ries\u2018 ,Lean Start up!\u2018 <\/i>gefunden. Pflichtlekt\u00fcre f\u00fcr das Agieren in ungewissen Kontexten!<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" title=\"vuka2.002.002\" src=\"https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/vuka2.002.002.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/vuka2.002.002-800x600.jpg\" alt class=\"lazyload img-responsive wp-image-3495\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27768%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20768%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27768%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/vuka2.002.002-200x150.jpg 200w, https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/vuka2.002.002-400x300.jpg 400w, https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/vuka2.002.002-600x450.jpg 600w, https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/vuka2.002.002-800x600.jpg 800w, https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/vuka2.002.002.jpg 1024w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 800px\" \/><\/span><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-3\"><h2><b>Komplexit\u00e4t <\/b><\/h2>\n<h2><b>oder wieso sieht hier keiner mehr durch<\/b><\/h2>\n<p><b>Komplex<\/b> bedeutet, dass die Auswirkungen weder vorab ausgerechnet werden k\u00f6nnen, noch dass sie im Nachgang auf ihre Ursachen hin zur\u00fcckverfolgt werden k\u00f6nnten. Das betrachtete System, das eben auch die Umwelt sein kann, ist zu vielschichtig, als das es in seiner Funktionsweise durchdrungen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Das <em><strong>System agiert weder berechenbar noch vorhersagbar.<\/strong><\/em> Das Zusammenspiel der einzelnen Elemente bleibt &#8222;verborgen&#8220;, ihre ,Kommunikation\u2018 ein R\u00e4tsel, ihre Abh\u00e4ngigkeit aber &#8222;offensichtlich&#8220;. Es l\u00e4sst sich vielleicht noch feststellen, dass selbstreflexive R\u00fcckkopplungen existieren und damit jede Chance auf Wiederholbarkeit eines Prozesses ausgeschlossen ist. Das System kehrt nicht mehr in den Ursprungszustand zur\u00fcck, sondern ist nun ein anderes. Es gibt keine Werkseinstellungen, keine Stunde Null, kein Ausgangs- und kein Endpunkt. Das System lernt. Und, soweit es mit Sinn operiert, ist es, wie wir selbst, zum Lernen geradezu verdammt. Man kann zwar auch Lernen als Versuch deuten, Routine zu etablieren, aber f\u00fcr komplexe Systeme bleiben es untaugliche Versuche. <em><strong>Niemand steigt zweimal in den gleichen Fluss<\/strong><\/em>, bemerkte schon Heraklit, und verdeutlichte, dass sowohl der Fluss als auch der Schwimmer danach jeweils andere sind.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr das <b>Agieren in komplexen Umwelten?<\/b> Erstens, es lassen sich nur bedingt R\u00fcckschl\u00fcsse aus dem, was beobachtet wurde, f\u00fcr die Zukunft ziehen. Aus dem Beobachten von Ursache und Wirkung sollten wir <em><strong>nicht vorschnell Kausalit\u00e4ten ableiten<\/strong><\/em>. In komplexen Systemen ist es Zufall, wenn sie sich wiederholen sollten. Zweitens, komplexen Systemen n\u00e4hert man sich am besten selbst auf der Basis eigener Komplexit\u00e4t. In komplexen Umwelten zu agieren, erfordert selbst, die <em><strong>eigene Komplexit\u00e4t aufrecht zu erhalten<\/strong><\/em> \u2013\u00a0und auszuhalten. Nichts ist einfach, und schon gar nicht, man selbst. System und Umwelt d\u00fcrfen sich spiegeln! Einfache Werkzeuge und simple L\u00f6sungen sind regelm\u00e4\u00dfig nicht ausreichend, um auch angemessene L\u00f6sungen zu etablieren. Auch wenn es genug \u201eStories\u201c gibt, die genau das Gegenteil nahelegen, so basieren sie regelm\u00e4\u00dfig auf kognitiven Kurzschl\u00fcssen. So wie jeder strenge Lehrer meint, seine Standpauken bewirken linear kausal, dass der Sch\u00fcler beim n\u00e4chsten Versuch besser ist. Aber das ist nat\u00fcrlich Quatsch. Quatsch ist es nat\u00fcrlich auch, wenn der Lobfetischist meint, sein Wohlwollen sei linear-kausal verantwortlich f\u00fcr das, was danach der Gelobte tue. Wir sind zwar verbundene, vernetzte Sozialwesen, aber nicht mit Eisenstangen, die unsere Bewegungen zu einem Nullsummenspiel machen w\u00fcrden: Mein Vorgehen, bewirkt dein Zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p>Wir sind bem\u00fcht, uns in die kausalen Ketten der Welt einzureihen, um irgendwie unsere Wirksamkeit zu sp\u00fcren und anderen zu zeigen. Das ist menschlich. Doch weniger einflussreich, als wir meinen. In komplexen Umwelten sollten wir viel st\u00e4rker den Charakter der Kooperation wahrnehmen, sowohl an der Problementstehung als auch -behebung. Damit\u00a0begegneten wir der Welt regelm\u00e4\u00dfig angemessener.<\/p>\n<p>In den\u00a0<b><i>Strategischen Dialogen<\/i><\/b> kommt es deshalb besonders darauf an, nicht vorschnell &#8222;handwerklich&#8220; zu werden, die Instrumente von einst routiniert zu nutzen, sondern sich wiedermal aufs Neue auf diese nur scheinbar verr\u00fcckte Welt einzulassen. Komplexit\u00e4t erfordert <strong>engagierte<\/strong> <b>Dialoge, <\/b>weniger Diskussionen und Debatten, sondern das <em><strong>Zusammentragen unserer Vielschichtigkeiten und Andersartigkeiten<\/strong><\/em>, die dann zu gemeinsamen L\u00f6sungsans\u00e4tzen und kooperativen Vorgehensweisen f\u00fchren.<\/p>\n<h2><b>Ambiguit\u00e4t <\/b><\/h2>\n<h2><b>oder wir werden niemals geben wir auf.<\/b><\/h2>\n<p>Ambig ist eine <em><strong>Welt voller Mehrdeutigkeiten<\/strong><\/em>, die auch widerspr\u00fcchlich (<em><strong>ambivalent<\/strong><\/em>) sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel aus der Wirtschaftsumwelt zeigt die gegenl\u00e4ufigen, widerspr\u00fcchlichen und teils paradoxen Tendenzen: Sowohl Vermassungstendenzen als auch Exklusivit\u00e4tstendenzen existieren f\u00fcr bestimmte Produkte zeitgleich. Beide Strategien k\u00f6nnen erfolgreich sein. Zeitgleich. Wir erleben das am Fleischkonsum&#8230;einerseits &#8222;immer billiger&#8220;, andererseits &#8222;immer teurer&#8220;. Oder nehmen Sie die Tendenzen am Aktienmarkt: Apple, zum Zeitpunkt des rekordtr\u00e4chtigsten Gewinnquartals befindet sich auf dem absteigenden Ast an der B\u00f6rse.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em><strong>Nat\u00fcrlich, die Talfahrt beginnt auf dem H\u00f6hepunkt. Wo auch sonst.<\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Es kommt darauf an, diese auftauchenden <b>Paradoxien zu akzeptieren<\/b> und mit ihnen zu agieren, den Abstand zu wahren, um den \u00dcberblick zu erm\u00f6glichen. Paradoxie-Management, der Umgang mit erkannten Widerspr\u00fcchlichkeiten\u00a0ist dabei genauso wichtig, wie die F\u00e4higkeit, die Ambiguit\u00e4ten \u00fcberhaupt zu erkennen und bestehen zu lassen, statt sie kognitiv auszublenden, weil sie unser Harmoniebed\u00fcrfnis st\u00f6ren. <b>Ambiguit\u00e4tstoleranz <\/b>nennt sich das und geh\u00f6rt genau hierher.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-4\"><h2><b>Was tun in der VUKA-Welt?<\/b><\/h2>\n<p>Hier besteht die Gefahr, schnell die altbew\u00e4hrten Rezepte auszupacken und darauf zu setzen: Volatile Umwelt ist blo\u00df eine Frage der klaren Vision! Basta.\u00a0Da wird der Welt gerade noch Komplexit\u00e4t zugeschrieben, da quellen auch schon aus dem eigenen Werkzeugkoffer bereits die linearen L\u00f6sungsinstrumente a\u2018la \u201eeigentlich ist es ganz einfach&#8230;man muss nur&#8230;\u201c. Oder die Welt wird in ihrer Vielfalt eingeebnet, indem man \u201edas eigentliche Problem&#8230;\u201c gegen alle weiteren \u00fcberbetont und nur daran arbeitet.<\/p>\n<p>Und hier steckt genau die Herausforderung, die bei uns beginnt, nicht bei der Welt da drau\u00dfen! Wir m\u00fcssen unsere Wahrnehmung f\u00fcr das Unbekannte schulen. Wir sind so ahnungslos sicher.<\/p>\n<p>War die Krise vorher erkennbar gewesen? Ja, das war sie, wenn wir die\u00a0<i>\u201eschwachen Signale\u201c <\/i>geh\u00f6rt und gedeutet h\u00e4tten. Diese stehen aber im Management-Alltag mit den \u201estarken Signalen\u201c in Konkurrenz und verlieren\u00a0regelm\u00e4\u00dfig, so dass sich alle Arbeitsenergie auf die lauten Bereiche st\u00fcrzt. Doch wie geht man mit \u201eschwachen Signalen\u201c um, die man noch nicht einmal wahrgenommen hat?<\/p>\n<p>K\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass es sie gibt? Macht der fallende\u00a0Baum im Wald L\u00e4rm, wenn niemand ihn h\u00f6rt?<\/p>\n<h2>Umgang mit der VUKA-Welt<\/h2>\n<p>Wie gehen\u00a0wir <strong>im<\/strong>\u00a0<strong>Strategischen Dialog mit der VUKA-Welt\u00a0um?<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Wir\u00a0pr\u00e4ferieren:\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<blockquote>\n<p><strong><em>Lagerfeuer-Atmosph\u00e4re:<\/em>\u00a0<\/strong>Wir f\u00f6rdern in der Gruppe die <strong>Retrospektiven<\/strong>, erarbeiten auf unterschiedlichen Pfaden eine <em><strong>Gruppennarration<\/strong><\/em> im Dreiklang von <b><i>Gestern-Heute-\u00dcbermorgen<\/i><\/b> \u2013 die Personen erschaffen einen Gruppensinn! Teamentwicklung \u00b4en passant!<\/p>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<p><strong><em>Das Vorhandene Nutzen:\u00a0<\/em><\/strong>Wir vermeiden Frontal- und Guru-Unterricht und <b><i>minimieren jede Art von Wissensvermittlung<\/i><\/b> \u2013 in der Gruppe ist ausreichend Wissen vorhanden!<\/p>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<p><strong><em>Interessiertes Sehen:\u00a0<\/em><\/strong>Wir aktivieren gemeinsamen Erfahrungsaustausch \u2013 die <strong>Andersartigkeit der Anderen wird begreifbar<\/strong>!<\/p>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<p><strong><em>Gruppenreflexion:\u00a0<\/em><\/strong>Wir sind <strong>Reflexionsmotoren<\/strong> \u2013\u00a0Die leisen, individuellen T\u00f6ne werden vernehmbar!<\/p>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<p><em><strong>Perspektivenvielfalt:<\/strong>\u00a0<\/em>Wir arbeiten nie allein in Strategischen Dialogen, so dass wir die Unterschiedlichkeiten sowie die\u00a0<strong>Unsicherheiten und Mehrdeutigkeiten transparent vorleben<\/strong> \u2013\u00a0 und damit am Modell zeigen, wie wir bei unserer Arbeit damit umgehen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das Alles zusammen bietet <strong>keine fertigen L\u00f6sungen, aber die besten Voraussetzungen<\/strong> daf\u00fcr allemal.<\/p>\n<h2><\/h2>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":7938,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,178,166,99,271,447,445,295],"tags":[],"class_list":["post-6658","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-blog","category-digitale-transformation","category-meine-meinung","category-moderation","category-organisationsentwicklung","category-vuka-welt","category-zukunft"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v26.2 (Yoast SEO v26.5) - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Die Welt ist vuka! 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