{"id":1125,"date":"2017-07-07T18:45:54","date_gmt":"2017-07-07T16:45:54","guid":{"rendered":"https:\/\/inkovema.de\/?page_id=1125"},"modified":"2024-11-17T13:54:15","modified_gmt":"2024-11-17T12:54:15","slug":"why-modern-mediation-is-emerging-now","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/inkovema.de\/en\/mediation\/why-modern-mediation-is-emerging-now\/","title":{"rendered":"Why modern mediation is emerging now!"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling gradient-container-1\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>[cresta-social-share]<\/p>\n<h1>Warum jetzt die Moderne Mediation aufkommt!<\/h1>\n<h2>3 Thesen zum Aufkommen der Alternativen Streitbeilegung<\/h2>\n<h3>25 Grundlagen von Mediation (21)<\/h3>\n<h2>Einf\u00fchrung<\/h2>\n<p>Die Frage sei erlaubt: Warum gibt es die Moderne Mediation? Das impliziert gleich mehrere\u00a0Thesen!<\/p>\n<ul>\n<li><strong>These Nr. 1<\/strong> &#8211; Es gibt eine Moderne Mediation, die gesellschaftliche Relevanz aufweist.<\/li>\n<li><strong>These Nr. 2<\/strong> &#8211; Die Moderne Mediation unterscheidet sich signifikant von ihren historischen Vorl\u00e4ufern und philosophischen Anleihen.<\/li>\n<li><strong>These Nr. 3\u00a0<\/strong>&#8211; Die VUKA-Welt mit Ihren Megatrends der Individualisierung und Konnektivit\u00e4t bedarf eines ver\u00e4nderten Konfliktmanagements, dem \u2013 nicht nur, aber auch \u2013 die Mediation entspricht.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Lesen Sie zur VUKA-Welt meinen <a href=\"https:\/\/inkovema.de\/blog\/die-welt-ist-vuka-na-und\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blog-Beitrag hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Also der Reihe nach:<\/p>\n<p>Zu <strong>Thesen Nr. 1 und 2<\/strong> sei hier auf den <strong><a href=\"https:\/\/inkovema.de\/mediation\/geschichte-der-mediation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Blogbeitrag zur Geschichte der Modernen Mediation<\/a><\/strong> verwiesen, in dem dargelegt wird, dass bei allen historischen Vorl\u00e4ufern gleichwohl nicht von einer linear gewachsenen\u00a0Mediation gesprochen werden kann. Mediation heute hat andere Aufgaben und Ziele als Schlichtungs- und Vermittlungsbem\u00fchungen damals. Dank des staatlichen Rechtssystems (und anderer Zivilisierungsfaktoren) geht es nicht mehr in erster Linie darum, Gewalt zu verhindern, sondern darum, aufkommende Konflikte zu einem Zeitpunkt zu bearbeiten, an dem kreative und innovative &#8222;L\u00f6sungen der Verwickelten&#8220; noch m\u00f6glich und wahrscheinlich sind. Die Moderne Mediationsbewegung ist weniger der Versuch auf das Problem einer phantasierten\u00a0Verrohung unserer Gesellschaft zu reagieren, als der Versuch, in einer nahezu gewaltfreien Gesellschaft angemessen\u00a0zu agieren. Dazu sp\u00e4ter mehr!\u00a0Moderne Mediation betont st\u00e4rker als fr\u00fcher das\u00a0<strong>strategische Element<\/strong>,<strong>\u00a0um von der Zukunft her die L\u00f6sung des Konflikts zu erm\u00f6glichen,<\/strong> also<strong> durch Transformations- und Lernprozesse<\/strong> zu wirken.<\/p>\n<h2>Also \u2013 Warum kommt jetzt die Moderne Mediation auf?<\/h2>\n<blockquote>\n<p>Wussten Sie es schon? Die Klageeingangszahlen bei den bundesdeutschen Gerichten gehen seit \u00fcber zehn Jahren in allen Rechtsbereichen (Zivil-, Straf-, Arbeits-, Finanz- und Verwaltungsgerichten, sogar in der Sozialgerichtsbarkeit) in dramatischer Weise zur\u00fcck. Die weiteren Forschungen werden bestimmt\u00a0noch einige \u00dcberraschungen f\u00fcr die landl\u00e4ufige Meinung zur &#8222;deutschen Klagewut&#8220; und &#8222;Mediationswelle&#8220;\u00a0bringen!\u00a0<em>Nutzen Sie als Einstieg\u00a0<a href=\"https:\/\/verfahrensrecht.uni-halle.de\/2015\/12\/14\/rueckgang-der-klageeingangszahlen-erste-analysen-und-neue-forschungsansaetze-auf-einer-konferenz-an-der-universitaet-halle\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesen Link, der \u00fcber ein Symposium an der MLU Halle zum Thema berichtet<\/a>.\u00a0<\/em><em>Wir werden demn\u00e4chst in <a href=\"https:\/\/inkovema.de\/blog\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">unserem Blog einen ausf\u00fchrlichen Beitrag dazu<\/a>\u00a0ver\u00f6ffentlichen!\u00a0<\/em>Fest steht jedenfalls schon jetzt, dass die Fallzahlen der Alternativen Streitbeilegung (Mediation) nicht einmal ann\u00e4hernd die H\u00f6he der R\u00fcckg\u00e4nge der Klageeingangszahlen erreichen. Mediation f\u00e4ngt den R\u00fcckgang der Eingangszahlen nicht auf.<\/p>\n<\/blockquote>\n<h3>Frage: Wie l\u00e4sst sich das Aufkommen der Modernen Mediation erkl\u00e4ren?<\/h3>\n<p>Der R\u00fcckgang der Klageeingangszahlen l\u00e4sst zumindest die\u00a0These zu, dass <strong>gerichtliche Auseinandersetzungen nicht (mehr) der passende Modus f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Streitigkeiten<\/strong> zu sein scheint, die bis vor wenigen Jahren noch zu Gericht getragen wurden. Dieser Schluss beruht freilich auf der Annahme, dass nicht die Streitigkeiten als solche zur\u00fcckgegangen sind. Es erscheint eher naheliegend, dass im Wirtschafts- und Kulturwandel des beginnenden 21. Jahrhunderts (Digitale Transformation, Investmentkapitalismus etc.) die Streitpotenziale quantitativ eher noch zugenommen haben \u2013 aber eben in einem anderen Modus bearbeitet werden. (Geht man davon aus, dass Konflikte nur, aber dann auf jeden Fall, zustande kommen, wenn Menschen zusammenkommen, miteinander interagieren und etwas gemeinsam schaffen wollen &#8211; und sei es aus auch nur, nebeneinander friedlich zu wohnen, dann muss mit dem Bev\u00f6lkerungswachstum allein schon davon ausgegangen werden, dass das Konfliktpotenzial sich dadurch (exponentiell?!) steigert. Und dennoch kommt es zu einer friedlicheren Bearbeitung als in fr\u00fcheren Zeiten!)<\/p>\n<p>Dass Mediation und andere Formen der Alternativen Streitbeilegung aufkommen, d\u00fcrfte insbesondere mit zwei Megatrends unserer Zeit zu tun haben: der <strong>Individualisierung<\/strong>, die bereits seit Jahrhunderten voranschreitet, als auch mit der <strong>Konnektivit\u00e4t,<\/strong> die eben etwas anderes als Kollektivit\u00e4t ist und erst mit der Digitalisierung historisch Fahrt aufgenommen hat. Ein drittes Element ist entscheidend, ein Paradoxon rechtlich ausdifferenzierter Gesellschaften: <strong>Rechtsentscheidungen werden relativ riskanter und damit absolut ungewisser<\/strong>.<\/p>\n<h2>Systemtheoretische Betrachtung des Rechtssystems<\/h2>\n<p>Es lohnt, sich von der Mediation ein Bild zu machen, indem man sich das staatliche Rechtssystem anschaut, das den Kontext der Mediation bildet. <em><strong>Niklas Luhmann<\/strong>, <strong>Begr\u00fcnder der\u00a0soziologischen Systemtheorie <\/strong><\/em>und sowas wie der<strong><em> Honor\u00e9 de Balzac der Soziologiegeschichte<\/em><\/strong>, hat<em>\u00a0<\/em>in seinen systemtheoretischen Betrachtungen zurecht festgestellt, dass das <strong>Rechtssystem kein Ideensystem\u00a0<\/strong>ist. Nicht um die Idee der Gerechtigkeit kreist\u00a0das Rechtssystem. Vielmehr ist es ein\u00a0<strong>O<\/strong><strong>bjektsystem<\/strong>. Es geht nicht um Gerechtigkeit, sondern um Kommunikation, denn Recht <span style=\"text-decoration: underline;\">wird<\/span> nicht kommuniziert, sondern <span style=\"text-decoration: underline;\">ist<\/span> ausschlie\u00dflich Kommunikation, ist bin\u00e4r codiert in recht\/unrecht. Es gibt keine kommunizierenden Akteure in der soziologischen Systemtheorie. Jedwede Kommunikation, die bin\u00e4r nach recht\/unrecht codiert ist, geh\u00f6rt zum funktionalen Teilsystem Recht.<\/p>\n<p><strong>Aber wof\u00fcr diese umst\u00e4ndliche Systematisierung?! <\/strong><\/p>\n<p><strong>Wieso sind nicht Menschen die Elemente des Systems (die dann Recht mitteilen), sondern die Kommunikation selbst die Elemente des Systems?\u00a0<\/strong>Es stimmt schon, dass diese Gedankeng\u00e4nge nicht \u00fcblich und normal sind, sondern h\u00f6chst abstrakt daherkommen. Sie sind hier auch nur kurz und knackig angerissen und nicht detailliert darlegbar. Aber das muss reichen. Zumindest als Appetitmacher. Wichtig ist f\u00fcr den vorliegenden Zusammenhang ist, dass sie folgende Erkenntnisse zum Recht erm\u00f6glichten:<\/p>\n<ul>\n<li>Die <em><strong>Funktion des Rechts ist die Stabilisierung der Gesellschaft<\/strong> <\/em>&#8211; hier durch Stabilisierung von normativen Verhaltenserwartungen. (<em>Das erkl\u00e4rt, weshalb Recht stets einen konservierenden Zug hat und Juristen nicht selten konservative Ansichten.)<\/em><\/li>\n<li>Recht ist damit nicht zuvorderst\u00a0<em>das Mittel der L\u00f6sung sozialer Konflikte<\/em><em>, sondern zun\u00e4chst und prim\u00e4r das\u00a0<strong>Mittel zur\u00a0Erzeugung sozialer Konflikte:<\/strong> eine St\u00fctze f\u00fcr Zumutungen, Forderungen, Ablehnungen auch und gerade dort, wo Widerstand erwartet wird<\/em>.<\/li>\n<li>In der Praxis zeigen sich diese Funktionsweisen: <strong><em>Recht ermutigt zu Konflikten<\/em>,<\/strong> l\u00e4dt die Gesellschaftsmitglieder zum kommunikativen \u201aNein\u2018 ein, wo sie ihr Recht verteidigen k\u00f6nnen oder auch nur vermuten es zu m\u00fcssen. Ein funktionierendes Rechtssystem fordert die Beteiligten auf, sich fr\u00fchzeitig auf ihr Recht zu st\u00fctzen, da Fr\u00fchzeitigkeit schnellere Bearbeitung bedeutet. <em>Konflikte werden in der Sprache des Rechts (\u201erecht\/unrecht\u201c) verbalisiert<\/em>, statt in der Sprache der Gewalt ausgetragen.\u00a0<em><strong>Andererseits absorbiert das Recht Konflikte,<\/strong><\/em> indem es sie dem physischen Kampf genau dadurch entzieht und einer friedlicheren Entscheidung zuf\u00fchrt. Wie diese Entscheidung rechtspraktisch herbeigef\u00fchrt wird, l\u00e4sst das <em>Rechtsfindungsverfahren in den Mittelpunkt der Konfliktbearbeitung<\/em>\u00a0treten. Es muss legitim sein und legitimierend wirken, um Anerkennung und Stabilisierung zu finden. Das geschieht \u00fcber Partizipation, indem das Verfahren die <em>Konfliktparteien zu Verfahrensbeteiligten <\/em>macht, sie dazu veranlasst,<em> an der Regulierung des Konflikt mitzuwirken, Antr\u00e4ge zu stellen, ihre Gesichtspunkte vorzutragen, sich einzubringen<\/em> \u2013\u00a0ohne zu wissen, wie die Sache ausgehen wird. Wird das Verfahren dann (im Instanzenzug) entschieden, haben die Beteiligten bereits \u201eso viel investiert\u201c, dass sie <em>Teil des Systems <\/em>geworden sind und dagegen regelm\u00e4\u00dfig nicht mehr (gewaltsam) rebellieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Beide Funktionsweisen des Rechts, die ermutigende wie auch die absorbierende, erf\u00fcllen gesamtgesellschaftliche und keineswegs antipodisch-staatliche Funktionen.<\/strong><\/em> Sie lassen strukturell unterlegene Gesellschaftsmitglieder Widerspruch formulieren, f\u00fchren zur Ausweitung der Rechte von bisher \u201eRechtlosen\u201c zu \u201eRechtsanerkannten\u201c \u2013\u00a0und zwar im Rahmen und durch die Verfahren des Rechtssystems. Steven Pinker z.B. hat zu Recht in &#8222;Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit&#8220; darauf hingewiesen, dass die Menschenrechte auf Sklaven, Frauen und Kinder erst in rechtsorientierten Konflikten gegen die etablierten Gesellschaftsmitglieder ausgeweitet wurden.\u00a0Dabei war eben dieses Recht, das den Begehrenden\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> zustand, die Grundlage der Argumentation! Das ist bedeutsam, denn Recht hat diese Eigenheit, dass niemand mehr dagegen agieren kann, sondern stets behaupten muss, es st\u00fcnde auf seiner Seite.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Recht bindet alle, sowohl diejenigen, denen es (noch) nicht zusteht als auch diejenigen, die meinen, es st\u00fcnde ihnen allein zu.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Bedeutsam wird nun eine Paradoxie in diesem\u00a0Zusammenhang: Die <em><strong>Konfliktaustragung wird in einem gewaltfreien Rechtssystem komplexer<\/strong><\/em> und ungewisser, weil mehr M\u00f6glichkeiten bestehen als in weniger rechtsdurchdrungenen Systemen. Dort geht es um mehr, wenn nicht gar um alles, Leben oder Tod. In rechtsfreien oder rechtsbefleckten R\u00e4umen ist das Risiko im Konflikt absolut, wenn auch nicht immer sich realisierend. In rechtsdurchdrungenen, rechtlich ausdifferenzierten R\u00e4umen herrschen relative Risiken, die garantiert eintreten, aber nicht so verheerend wirken.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Konsequenz:<\/strong><\/p>\n<p>So wie das Recht die gewaltsame Konfliktaustragung unterbindet und die Parteien einerseits ermutigt, ihre Konflikte (rechtlich) anzusprechen, ihre Rechte einzufordern und sich nicht mehr alles gefallen zu lassen und damit\u00a0andererseits\u00a0Konflikte dem Gewaltmodus entzieht, so ermutigt die Mediation die Konfliktinvolvierten auch, gar nicht erst einen rechtlich codierten Kommunikationsmodus zu etablieren, sondern sogleich im Modus der Sozialkommunikation (unter Aufhaltung und Auffaltung der Komplexit\u00e4t der Sozialbeziehung) zu bleiben, wenn auch mit Hilfe eines Dritten.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wenn man dem folgt, dann ist Mediation eine L\u00f6sung auf ein Problem, das das Recht bei der L\u00f6sung seiner Probleme geschaffen hat. Aber welches Problem ist das, wenn es doch gewaltfreier zugeht in einer rechtlich ausdifferenzierten Gesellschaft? Die Antwort ergibt sich aus den<strong> gewandelten Kontextbedingungen des Rechts,<\/strong> der gewandelten Wirtschafts- und Arbeitswelt im Zuge der Globalisierung und Digitalisierung in der Postmoderne des 21. Jahrhunderts. Die Zeiten, in denen das staatliche Recht sich entwickelt hat, haben sich einfach ge\u00e4ndert. Der Modus zur Konfliktbew\u00e4ltigung durch Einschaltung eines richtenden Dritten, war angesichts der gewaltvollen Austragung, die keinen Sieger mehr kannte, hilfreich, zwingend und genial.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Rechtshistoriker sprechen beim 12. Jahrhundert vom &#8222;Jahrhundert des Rechts&#8220;<\/strong>!<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div><div class=\"fusion-content-boxes content-boxes columns row fusion-columns-1 fusion-columns-total-1 fusion-content-boxes-1 content-boxes-icon-boxed content-left\" style=\"--awb-title-color:#607d8b;--awb-iconcolor:#b4c6d6;--awb-margin-top:20px;--awb-margin-bottom:20px;--awb-hover-accent-color:#607d8b;--awb-circle-hover-accent-color:#607d8b;--awb-item-margin-bottom:40px;\" data-animationOffset=\"top-into-view\"><div style=\"--awb-backgroundcolor:#b4c6d6;--awb-iconcolor:#b4c6d6;\" class=\"fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-1 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last content-box-column-last-in-row\"><div class=\"col content-box-wrapper content-wrapper-background content-wrapper-boxed link-area-link-icon link-type-button icon-hover-animation-fade\" data-animationOffset=\"top-into-view\"><div class=\"heading heading-with-icon icon-left\"><a class=\"heading-link\" href=\"https:\/\/inkovema.de\/mediationsausbildung\/ausbildung-mediation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><div class=\"icon\"><i style=\"border-color:#81a0b8;border-width:1px;background-color:#d62f31;box-sizing:content-box;height:40px;width:40px;line-height:40px;top:-70px;margin-left:-20px;border-radius:50%;font-size:20px;\" aria-hidden=\"true\" class=\"fontawesome-icon fa-bullhorn fas circle-yes\"><\/i><\/div><h2 class=\"content-box-heading fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--h2_typography-font-size:18px;--fontSize:18;line-height:1.5;\">Mediationsausbildung<\/h2><\/a><\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><div class=\"content-container\">\n<p>Unsere Ausbildung in Mediation und Konfliktmanagement in der Wirtschafts- und Arbeitswelt,<\/p>\n<p>geleitet von Prof. Dr. Sascha Weigel.<\/p>\n<p>Neustart jeweils j\u00e4hrlich im M\u00e4rz und Oktober.<\/p>\n<p>Jetzt f\u00fcr den n\u00e4chsten Kurs anmelden!<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><a class=\"fusion-read-more-button fusion-content-box-button fusion-button button-default fusion-button-default-size button- button-flat\" href=\"https:\/\/inkovema.de\/mediationsausbildung\/ausbildung-mediation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span class=\"fusion-button-text\">Mehr Informationen hier...<\/span><\/a><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div>\n<div class=\"fusion-text fusion-text-2\"><p><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-1161 alignleft\" src=\"https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DSC6967-Kopie-300x178.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DSC6967-Kopie-300x178.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"178\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27178%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20178%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27178%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DSC6967-Kopie-200x118.jpg 200w, https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DSC6967-Kopie-300x178.jpg 300w, https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DSC6967-Kopie-400x237.jpg 400w, https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DSC6967-Kopie-600x355.jpg 600w, https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DSC6967-Kopie.jpg 640w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h2>Individualisierung<\/h2>\n<h2>Vereinzelung? Befreiung! Verunsicherung!<\/h2>\n<p>Im beginnenden\u00a021. Jahrhundert f\u00fchrte\u00a0die (Post-)Moderne die Tendenz zur <em>Individualisierung <\/em>zum vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt (Leseempfehlung: van\u00a0der Loo\/von Reijen\u00a0(&#8222;Modernisierung. Projekt und Paradox&#8220;)).<span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span>Die \u201ewachsende Bedeutung des Individuums, das sich aus der Kollektivit\u00e4t seiner unmittelbaren Umgebung herausl\u00f6st\u201c\u00a0steigert sich ins unendliche und ist letztlich eine Konsequenz des Humanismus, der ja die eigene Innenwelt des Menschen zum obersten Gradmesser f\u00fcr (moralische) Entscheidungen erhoben hat.<em><strong> Was wir denken und f\u00fchlen, ist f\u00fcr Humanisten der einzig verl\u00e4ssliche Gradmesser.<\/strong><\/em> Wir fragen jeden Menschen, was er oder sie zur Politik meint. Der Kunde ist ohnehin K\u00f6nig in der Wirtschaft (und der Verbraucher vor Gericht), in Liebesdingen m\u00fcssen wir unser eigenes Herz fragen oder wahlweise den Bauch. Jedenfalls hilft uns nicht mehr die Bibel oder das Gebet bei der Antwort, allenfalls bei der Hoffnung, wir treffen die richtige Wahl. Wie auch immer man diese Wachabl\u00f6sung der Monotheisten durch die Humanisten in moralischen Fragen bewerten mag, die Tendenz zur Individualisierung begann mit den wissenschaftlichen Revolutionen schon weit vor dem 19. und 20. Jahrhundert. Und zwar mit der Herausl\u00f6sung aus st\u00e4ndischen Formen und famili\u00e4r-b\u00e4uerlichen Bindungen. Die Stadt ist an allem Schuld! Siehe Sodom und Gomorrah.<\/p>\n<p>Bereits die Humanistische Psychologie hob in Anlehnung an die existenzialistische Philosophie (Sartre, Kierkegaard, Jaspers u.a.) die Autonomie und Selbstgesetzlichkeit des einzelnen, in die Welt geworfenen Menschen hervor und das <em><strong>menschliche Individuum in den Rang des h\u00f6chsten Gutes nicht nur der Menschheit<\/strong><\/em>. Das schien konsequent, wenn der Mensch sich \u2013 wie Kant forderte \u2013 seines Verstandes bedienen w\u00fcrde. Dies stand ganz im Einklang mit den K\u00e4mpfen um individuelle Freiheit, Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit und den entsprechenden aufkl\u00e4rerischen Tendenzen, eben sich und damit seinen zuk\u00fcnftigen Ichs zu folgen und nicht ungepr\u00fcft den fremden M\u00e4chten. Es ist kein Zufall, dass diese philosophischen und humanistischen Grundlagen die ideologischen Geburtshelfer der modernen Mediation sind. Sie bilden den Bezugsrahmen der Modernen Mediation.<\/p>\n<p>Selten geschieht in der (Sozial-)Geschichte etwas ohne Grund und aus heiterem Himmel. Und so stand auch kein Mensch fr\u00fch Morgens auf, um sich allein und individuell zu machen. Denn darum geht es bei der Individualisierung nicht; vielmehr geht es um den Zweifel, ob das Leben nicht auch anders geht und um die Tatkraft, die Frage praktisch umsetzend zu beantworten: <em><strong>Wer k\u00f6nnen wir noch sein? Was Unm\u00f6gliches schaffen?<\/strong> <\/em><\/p>\n<p>Es war eben diese hervorbrechende <em><strong>Kultur des Zweifels gepaart mit dem Glauben, dass die Zukunft besser sein wird, wenn ich jetzt investiere (Kapitalismus!),<\/strong>\u00a0<\/em>dass die Verstandesbedienung zur Selbstbefragung f\u00fchrt und \u00fcber die M\u00fchen der Selbsterfahrung zur\u00a0Selbstwerdung\u00a0reift. Sie begr\u00fcndet geistesgeschichtlich die <strong>Wohlstandsgesellschaft des 20. Jahrhunderts<\/strong> ebenso wie \u2013\u00a0und das ist nicht nur paradox, sondern geradezu markant evident \u2013<em><strong> die Kultur des Wandels und der Wahl<\/strong><\/em>.\u00a0<strong>Seitdem ist die Zukunft auch nicht mehr das, was sie mal war!<\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p>Wir m\u00fcssen w\u00e4hlen, um frei zu sein und uns wandeln, um Freiheit zu erfahren. Wir zahlen den Preis der Freiheit mit dem Zwang zum Zweifel und zum Investment.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Seine Wahl zu treffen und damit unz\u00e4hlige Alternativen abzuw\u00e4hlen.\u00a0Der befreite, individualisierte Mensch muss sich nicht nur st\u00e4ndig neu w\u00e4hlen und Wandlung \u00fcben, sondern vor allem abw\u00e4hlen und verzichten. Wer vermag da nicht zu (ver-)zweifeln?! Aber Rettung scheint nah&#8230;<\/p>\n<h2>Konnektivit\u00e4t<\/h2>\n<h2>Gebundenheit? Verbundenheit! Gefangener!<\/h2>\n<blockquote>\n<p>Jedes Image ist auch Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der andere, f\u00fcr Mediation relevante Megatrend ist die zunehmende Erfahrung von <em>Konnektivit\u00e4t, die eben keine Kollektivit\u00e4t ist.\u00a0<\/em>Das verkennen diejenigen, die sich dar\u00fcber lustig machen, dass Menschen auf Facebook &#8222;Freunde&#8220; haben, die sie noch nie gesehen haben und vermutlich nie sehen werden. Konnektivit\u00e4t\u00a0ist eben etwas anderes als Kollektivit\u00e4t. \u00a0Das\u00a0hervorstechende Merkmal von Konnektivit\u00e4t ist die entstehende Infosph\u00e4re wie sie der <a href=\"https:\/\/der-strategische-dialog.de\/buecher-zur-digitalen-transformation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">italienische Philosoph Floridi (Nr. 4 im Blogbeitrag)<\/a>\u00a0\u00a0beschrieben hat: Es gibt keine Differenz mehr zwischen offline und online, die Trennung von Leben und Netz, von Realit\u00e4t und Virtualit\u00e4t. Beides vereint sich zum ONLIFE, ist nicht mehr zu trennen und beeinflusst sich gegenseitig. Wir werden die Letzten sein, die die Realit\u00e4t ohne digitale Konnektivit\u00e4t noch kennen, ohne eine echte Ahnung zu haben, was Kollektivit\u00e4t einstmals bedeutet hat. Wir sind die \u00dcbergangsl\u00e4ufer, die Br\u00fcckenbauer, die Dazwischengeratenen.<\/p>\n<p>Konnektivit\u00e4t ist die Konsequenz der \u00f6konomischen Globalisierung, die alle Regionen und Wirtschaften der Erde miteinander verbindet und in erfahrbare, allzeit aktivierbare, jederzeit sp\u00fcrbare Beziehungen bringt. Konnektivit\u00e4t zeigt sich im weiteren Ausbau unserer technologischen Kommunikationsinstrumente, vom Telegrafenmast bist zum Internet, vom Empfang weltweiter Informationen bis zum jederzeitigen Senden von \u00fcberall her.<\/p>\n<p>Konflikte in einer solch vernetzten Welt\u00a0von selbstbestimmungswilligen und eigenverantwortlichen Menschen sind nicht mehr l\u00e4nger als Makel und Systemfehler verst\u00e4ndlich, sondern vielmehr als selbstverst\u00e4ndlich zu begreifen und um unser Selbst Willen als dazugeh\u00f6rig zu verstehen. Wer seine Konflikte au\u00dfen vor halten will, bekommt echt ein Problem! <strong>Konflikte bzw. Konfliktanzeichen sind wohl unsere wichtigsten Messinstrumente f\u00fcr die n\u00e4chste anstehende Entscheidung.<\/strong>\u00a0Sie fordern Zeit-R\u00e4ume, in denen gemeinsam reflektiert und entschieden wird.\u00a0Gerichtss\u00e4le sind dazu nicht geeignet.<\/p>\n<p><em><strong>Wer im \u00dcberflutungsgebiet nicht untergehen will, muss Schwimmen lernen:<\/strong><\/em>\u00a0 Es bedarf vielmehr eines Raumes zum Atmen, der rechtlich gesch\u00fctzt ist. Hier verm\u00f6gen wir Eigenverantwortlichkeit und Verbundenheit angemessen zu prozessieren.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Konflikte sind in einer verbundenen Welt von selbstbestimmten Individuen kein Makel im System (Gesellschaft, Natur, Welt), sondern selbstverst\u00e4ndlich und notwendig.<\/p>\n<\/blockquote>\n<pre><strong><em>\r\nGrundlage dieses Beitrags ist mit ausfrl. Fu\u00dfnoten ver\u00f6ffentlicht worden in: \r\n<a href=\"https:\/\/inkovema.de\/blog\/warum-jetzt-mediation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mediation als Wissenschaftszweig. Im Spannungsfeld von Fachexpertise und Interdisziplinarit\u00e4t, \r\nhrsg. von K. Kriegel-Schmidt, Wiesbaden 2017, S. 143-159.<\/a><\/em><\/strong><\/pre>\n<p>[cresta-social-share]<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":1160,"parent":10,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1125","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v26.2 (Yoast SEO v26.5) - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Warum jetzt die Moderne Mediation aufkommt! - INKOVEMA - Mediation und Mediationsausbildung Leipzig<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/inkovema.de\/en\/mediation\/why-modern-mediation-is-emerging-now\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Warum jetzt die Moderne Mediation aufkommt!\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/inkovema.de\/en\/mediation\/why-modern-mediation-is-emerging-now\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"INKOVEMA - Mediation und Mediationsausbildung Leipzig\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2024-11-17T12:54:15+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/inkovema.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DSC7264-Kopie.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"640\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"427\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"15 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/inkovema.de\/mediation\/warum-jetzt-die-moderne-mediation-aufkommt\/\",\"url\":\"https:\/\/inkovema.de\/mediation\/warum-jetzt-die-moderne-mediation-aufkommt\/\",\"name\":\"Warum jetzt die Moderne Mediation aufkommt! 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